Schilddrüsenunterfunktion - Hypothyreose
Schilddrüsenunterfunktion – Hypothyreose
Die Schilddrüsenunterfunktion ist gekennzeichnet durch eine verminderte oder ausbleibende Bildung von Hormonen durch die Schilddrüse und kann angeboren oder erworben sein. Es werden primäre und sekundäre Formen unterschieden. Die Unterfunktion kommt seltener vor als die Schildrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Frauen sind häufiger betroffen als Männer, v.a. im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Eine ernsthafte Komplikation der Hypothyreose ist das Myxödemkoma.
Die Schilddrüse liegt schmetterlingsförmig im Halsbereich und ihre Hauptaufgabe besteht in der Bildung und Abgabe der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (L-Thyroxin), die grundlegend Einfluss nehmen auf Wachstum und Entwicklung (von Gehirn und Knochen), den Gesamtstoffwechsel, den Sauerstoffverbrauch, der Wärmeproduktion, den Nährstoffumsatz, die Herztätigkeit u.a. Für die Hormonproduktion benötigt die Schilddrüse Jod.
Entsprechend zeigen sich bei der angeborenen Hypothyreose (Kretinismus), die durch eine Jodunterversorgung der Mutter in der Schwangerschaft, dem Fehlen oder der Fehlbildung der Schilddrüse bzw. einem Defekt der Hormonbildung (Enzymopathie) entsteht Entwicklungsdefizite in Bezug auf Körperwachstum, Knochen- und Zahnreifung bis hin zur geistigen und physischen Retardierung. Die betroffenen Säuglinge werden als auffallend „trinkfaul“ und bewegungsarm beschrieben und leiden außerdem an Verstopfung.
Eine Frühdiagnose durch das gesetzlich vorgeschriebenen Neugeborenenscreening in den ersten Lebenstagen dient der sofortigen medikamentösen Einstellung von Säuglingen und entscheidet über den weiteren Entwicklungsverlauf. Die Medikamente werden lebenslang benötigt, im Gegensatz zur Nerven- und Hirnreifung lässt sich der Körperwachstum später noch ausgleichen.
Die erworbene Hypothyreose zeigt sich in einer allgemeine Verlangsamung körperlicher und psychischer Prozesse und Rhythmen: Es kann trotz vermindertem Appetit zu einer Zunahme des Körpergewichts kommen, zu Verstopfung, einem verlangsamten Herzschlag (Bradykardie), verstärkter Kälteempfindlichkeit sowie einem gestörten Menstruationszyklus. Als äußerliche Anzeichen kommen eine kühle, trockene Haut (Myxödem), eine heisere, tiefe Stimme sowie sprödes, struppiges Haar in Frage. Die allgemeine Leistungsschwäche, die häufig mit depressiven Verstimmungen und Antriebsarmut daherkommt, wird nicht selten als Depression bzw. (bei älteren Menschen) als Alterserscheinung verkannt.
Nach ihrer Ursache wird die primäre von der sekundären Hypothyreose unterschieden.
Bei der primären Form liegt die Ursache in der Schilddrüse selbst, z.B. als Folge von Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoiditis, v.a. Hashimoto-Thyreoiditis), nach Schilddrüsenoperation oder einer Strahlentherapie (Radiojodtherapie). Bei der sekundären Hypothyreose ist ein anderes Glied im hormonellen Regelkreis gestört, welches der Schilddrüse vorgeschaltet ist. Ist die Hypophyse in ihrer Funktion beeinträchtigt (z.B. bei Hypophysenvorderlappeninsuffizienz), erhält die Schilddrüse kein Signal zur Bildung und Abgabe seiner Hormone. Neben der Hirnanhangsdrüse kann auch der Hypothalamus betroffen sein. Außerdem kann eine Hypothyreose durch Jodmangel bedingt sein.
Naturheilkundlich werden als Ursache auch Schwermetallbelastung, z.B. nach Amalgamentfernung und nicht sachgerechter Ausleitung, Spannungsaufbau durch unterschiedliche Metalllegierungen im Mund, chronische Infektionen (z.B. mit dem Eppstein-Barr-Virus, Herpesviren, Yersinien) oder bestimmte Impfstoffe vermutet.
Die Therapie der Schilddrüsenunterfunktion richtet sich nach deren Ursache, die primäre Form ist mit einer z.T. lebenslangen Hormongabe verbunden, die ärztlich überwacht werden sollte. Unterstützend bzw. bei leichter Unterfunktion kann von Heilpraktikerin oder Arzt naturheilkundlich z.B. mit Ernährungstherapie, Entgiftung, Ausleitung sowie durch Gabe pflanzlicher und homöopathischer Medikamente behandelt werden .
Unterlassene oder unzureichende Behandlung können zum Myxödemkoma führen. Hierbei kommen neben verstärkten Symptomen der Hypothyreose Bewusstseinstörungen, Krampfanfälle, Untertemperatur (Hypothermie), Atemstörungen und Elektrolytentgleisung vor, die eine sofortige Klinikeinweisung unbedingt notwendig macht! (Heilpraktikerin, Jeanette Viñals Stein, 04.11.2009)