Schuppenflechte – Ursachen und Behandlung

Fabian Peters
Schuppenflechte, in der Fachsprache als Psoriasis bezeichnet, ist eine chronische Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Kennzeichnend dafür sind die gesteigerte Zellneubildung der Oberhaut und eine Verhornungsstörung. Im Anfangsstadium wird die Schuppenflechte häufig mit anderen Hauterkrankungen, wie zum Beispiel Neurodermitis oder Pilzerkrankungen der Haut, verwechselt.

Symptome

Die Herde, die sich bei Schuppenflechte auf der Haut bilden, sind in der Regel entzündlich gerötet, scharf begrenzt, stark durchblutet und mit silbrig glänzenden Schuppen bedeckt. Die Oberhaut wächst viel zu schnell, nahezu unkontrolliert, jedoch gutartig. Bei Gesunden dauert der Erneuerungsprozess der Haut circa 28 Tage, bei Schuppenflechte jedoch nur drei bis vier Tage. Rund die Hälfte der Patienten leidet unter starkem Juckreiz. Die Ausmaße der betroffenen Hautareale sind von punktförmig über münz- bis hin zu handtellergroß.

Schuppenflechte zeigt sich oftmals an den Streckseiten der Arme, sie kann jedoch an verschiedensten Körperstellen auftreten und auf die inneren Organe befallen. (Bild: Milan Lipowski/fotolia.com)

Folgende Hautstellen sind am häufigsten davon befallen: Die Streckseiten der Arme (vor allem der Ellbogen), Streckseiten der Beine (vor allem das Knie), die Kopfhaut, das Gesäß, Rücken und Brust. Aber auch Achselhöhlen, Augenbrauen, Bauchnabel und die Geschlechtsorgane können befallen sein. Gerade der Haaransatz und die Hände werden zum Problem, da sich diese nicht verstecken lassen und dies den Betroffenen häufig recht peinlich ist.

Schuppenflechte kann neben der Haut auch die Nägel (Tüpfelnägel, Ölflecken oder Krümelnägel) befallen und eine Arthropathie (Gelenkerkrankungen) mit sich bringen. Ebenso können innere Organe, wie zum Beispiel Leber, Niere und Lunge, betroffen sein. Dies kommt jedoch, zum Glück, nicht so häufig vor. Auch wurde festgestellt, dass Patienten, die an Schuppenflechte leiden, hin und wieder zur gleichen Zeit Probleme mit der Schilddrüse bekommen. Nicht zuletzt darf die psychische Komponente bei der Psoriasis nicht vergessen werden. Gerade bei Hauterkrankungen reagieren die Patienten über die Psyche. „Die Haut ist der Spiegel der Seele“ – dieser Satz trifft hier den Nagel auf den Kopf.

Krankheitsentstehung

Die genaue Ursache für Schuppenflechte ist leider immer noch unbekannt. Häufig entsteht diese Hauterkrankung aufgrund genetischer Disposition. Jedoch muss ein Kind, dessen Eltern (beide oder nur ein Elternteil) davon betroffen sind, nicht zwingend diese Erkrankung bekommen. Die Vererbung spielt auf jeden Fall eine Rolle, aber hinzu kommen bestimmte Faktoren, die die Krankheit ausbrechen lassen. Dies sind zum zum Beispiel Streptokokkeninfektionen, HIV-Infektionen, Stoffwechselstörungen und Hormonschwankungen. Hinzu kommen noch Auslöser wie Tätowierungen, Verletzungen, Sonnenbrand, ständige Hautreizungen (z.B. zu enge Kleidung). Auch Medikamente können Schuppenflechte auslösen. Dazu gehören Betablocker, Lithium-salze, Interferone, ACE-Hemmer und viele mehr. Stress, erhöhter Alkoholkonsum, Rauchen, klimatische Veränderungen, Allergene und Übergewicht gehören ebenso zu den auslösenden Faktoren.

Zeigt sich die Schuppenflechte am Haaransatz, ist dies für Betroffenen oftmals besonders unangenehm, weil sich das Beschwerdebild nicht verbergen lässt. Die Ursachen der Erkrankung bleiben dabei bis heute relativ unklar. (Bild: elena/fotolia.com)

Werden über längere Zeit Antibiotika eingesetzt, kann dies eine bestehende Schuppenflechte zusätzlich verschlimmern. Eine Darmflora, die nicht im Gleichgewicht ist (was durch häufige Antibiotikagabe entstehen kann), gehört zu den Risikofaktoren für den Ausbruch der Psoriasis.

Unterschiedliches Erscheinungsbild

Schuppenflechte macht sich sehr vielfältig bemerkbar. Die Größe, Anordnung und die Ausbreitung der Herde sind sehr unterschiedlich. Jedoch ist der Anfang stets gleich. Die Herde beginnen auf dieselbe Art und Weise und zwar mit einem kleinen rötlichen, entzündlichem Fleck. Dieser ist scharf begrenzt und ist recht rasch von silbernen Schuppen bedeckt. Die Herde können wachsen, konfluieren und dabei entstehen großflächige Strukturen, die teilweise wie Girlanden angeordnet sind. Dabei ist ein Durchmesser von 20 Zentimetern keine Seltenheit.

Die Schuppenflechte tritt in der Regel schubweise auf. Die einzelnen Schübe dauern, je nach Patient, unterschiedlich lang und auch die Abstände dazwischen sind unterschiedlich groß. Meistens zeigt sich diese Hauterkrankungen erstmals im Alter von 15 bis 30 Jahre. Jedoch auch nach dem 40. Geburtstag kann ein Mensch zum ersten Mal an Psoriasis erkranken.

Verschiedene Arten

Verschiedene Arten der Schuppenflechte sind möglich. Diese unterscheiden sich durch Aussehen, Befall bestimmter Körperregionen, Befall innerer Organe und Schweregrad.

Psoriasis Vulgaris ( „gewöhnliche“ Schuppenflechte)

Die Psoriasis vulgaris ist die häufigste Form der Schuppenflechte. Circa 80 Prozent aller Schuppenflechte Patienten leiden unter dieser Form. Diese beginnt in der Regel mit roten Flecken oder Knötchen, die über den ganzen Körper verteilt sind. Erst mit der Zeit entstehen die, für Psoriasis typischen Plaques, die schuppenden Hautareale.

Psoriasis Pustulosa

Bei dieser Schuppenflechte-Art entstehen fast gar keine Schuppen. Im Vordergrund stehen mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllte Bläschen, die nicht infektiös und auch nicht ansteckend sind. Der ganze Körper, auch Hand- und Fußsohlen, können davon betroffen sein. Eine sehr schwere und auch seltene Form ist die Psoriasis Pustulosa Typ Zumbusch. Dabei entsteht eine großflächige Rötung mit Pustelbildung. Die Pusteln können aufplatzen, eintrocknen und sich dann schuppen. Hinzu kommen hohes Fieber und ein schweres Krankheitsgefühl mit Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Diese Erkrankung gehört sofort in ärztliche Behandlung.

Die Nagel-Psoriasis

Im Laufe einer Schuppenflechte Erkrankung können Hand– und Fußnägel in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei sind sogenannte Tüpfelnägel, Ölflecken oder Krümelnägel möglich. Die Tüpfelnägel kommen am häufigsten vor: Zahlreiche, stecknadelkopfgroße Ausbuchtungen. Bei den „Ölflecken“ bilden sich bräunlich-gelbe Flecken unter dem Nagel. Krümelnägel ist die schwerste Form der Nagel-Psoriasis. Die betroffenen Nägel sind stark beschädigt, können sich verfärben und, wie der Name schon sagt, brechen und krümelig werden.

Die Schuppenflechte kann auch schwere Verlaufsformen annehmen und auf die Nägel, die Gelenke oder gar die inneren Organe übergehen. (Bild: georgesilva41/fotolia.com)

Psoriasis Arthritis

Wie eingangs bereits erwähnt, kann die Schuppenflechte leider nicht nur die Haut, sondern auch Gelenke befallen. Diese entzünden sich. Bleibende Schäden können entstehen. Die Haut kann dabei nur leicht befallen sein, während die Gelenke bereits stark verändert sind. Kritisch an der Erkrankung ist, dass die Betroffenen sie oftmals lange Zeit nicht bemerken und die Beschwerden erst dann auftreten, wenn die Gelenke schon massiv betroffen sind. Symptome sind Schwellungen, Schmerzen, Wärmeentwicklung und Druckempfindlichkeit. Diese Schuppenflechte-Art gehört zu den Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises.

Diagnose

Die Diagnose Schuppenflechte wird aufgrund des typischen Hautbefundes und der dazu gehörenden typischen Phänomene gestellt. Diese sind das Kerzenphänomen (beim Kratzen erscheinen die silbrigen Schüppchen, die sich lösen, wie Kerzenwachs), das Phänomen des letzten Häutchens (wird weiter gekratzt erscheint ein glänzendes Häutchen) und das Phänomen des blutigen Taus (wird auch noch dieses Häutchen entfernt, treten punktförmige Blutungen auf). Wird die Hornschicht besonderes gereizt, zum Beispiel durch das Abreißen eines auf die Haut geklebten Klebefilms, so kann ein erneuter Schuppenflechte Herd provoziert werden – was als Köbner-Phänomen bezeichnet wird.

Behandlung – Schulmedizin

Für die Therapie der Schuppenflechte ist vor allem eine äußerliche Behandlung vorgesehen. Diese gestaltet sich mitunter sehr aufwendig. Zum Beispiel werden mit Hilfe von bestimmten Substanzen, wie der Salicylsäure, zuerst die kleinen Schuppen abgelöst, damit anschließend die aufzutragenden Mittel besser wirken können. Diese sind entzündungshemmend und dämmen etwas die Schuppenbildung ein. Zu den verwendeten Mitteln gehören Urea, Cortison, Calcipotriol, Tazaroten und vieles mehr.

Bei einer Schuppenflechte mittleren bis schweren Ausmaßes wird auch systemisch therapiert. Tabletten oder Spritzen der Wirkstoffe sollen die schnelle Hautzellteilung stoppen.

Verschiedene Formen der Lichttherapie können bei Schuppenflechte angewandt werden. Auch der Einsatz von Laserverfahren ist möglich. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Lichttherapie

Die Lichttherapie ist schon seid sehr vielen Jahren bekannt und auch im Einsatz. Bestimmte Lichtwellen wirken sich positiv auf die Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen aus. Jedoch sollte die Bestrahlung weder als Langzeittherapie, noch bei intakter Haut, sondern nur zur Therapie der Plaque Stellen bei Schuppenflechte, erfolgen.

Verschiedene Arten sind möglich:

Bei der Balneophototherapie (Licht-Bade-Therapie) werden salzhaltige Bäder mit der UV-A oder auch UV-B Bestrahlung kombiniert. Gerade die Kombination beider Verfahren hat sich bei Schuppenflechte bewährt.

Hilfreich ist auch die isolierte UV-B Bestrahlung. Eine sogenannte selektive UV-B-Behandlung (SUP) setzt Geräte eine, die das Licht in verschiedenen Wellenlängen abstrahlen kann.

Für die Behandlung einzelner Körperareale ist auch die Lasertherapie geeignet. Sogenannte Excimerlaser mit einer konzentrierten UV-B-Strahlung werden dabei ausschließlich auf die befallenen Hautbezirke gerichtet.

Behandlung – Naturheilkunde

In der Naturheilkunde sind bei Schuppenflechte Behandlungen wichtig, die den Stoffwechsel anregen und damit den Organismus umstimmen. Durch geeignete Methoden ist leider keine Heilung aber häufig eine deutliche Linderung zu erreichen.

Eigenbluttherapie

Bei der Eigenbluttherapie wird das körpereigene Immunsystem aktiviert und angeregt. Die Eigenbluttherapie zählt zu den Reiz– beziehungsweise Umstimmungstherapien.

Das aus der Vene entnommene Blut kann ohne Zugabe sofort wieder in den Muskel injiziert, unter die Haut gespritzt oder zuerst mit einem geeigneten homöopathischen Mittel angereichert und dann dem Körper zurückgegeben werden. Eine weitere Variante ist ein Blutstropfen aus der Fingerbeere, der anschließend homöopathisch verschüttelt und dem Betroffen zur oralen Einnahme mitgegeben wird. Die Eigenbluttherapie sollte nicht in der akuten Schubphase, sondern eher dann durchgeführt werden, wenn es Patienten gerade ein wenig besser geht.

Eine Eigenbluttherapie (Injektion) dauert in der Regel zehn Wochen, die potenzierte Form einige Monate. Bei chronischen Erkrankungen wird die Therapie ein– bis zweimal im Jahr durchgeführt ( die potenzierte Form 1x/Jahr).

Die Eigenbluttherapie beeinflusst das Immunsystem und kann auch zur Behandlung der Schuppenflechte angewandt werden. (Bild: pixelstore/fotolia.com)

Homöopathie

Eine konstitutionelle Behandlung mit dem geeigneten individuellen Einzelmittel ist bei der Behandlung der Schuppenflechte eine gute Möglichkeit. Beispiele für Einzelmittel sind: Arsenicum album, Calcium carbonicum, Kalium sulfuricum, Lycopodium, Natrium muriaticum, Phosphorus, Pulsatilla, Thuja und vieles mehr. Um das richtige Mittel der Homöopathie zu finden, ist eine ausführliche Anamnese unverzichtbar.

Ordnungstherapie

Die Ordnungstherapie ist ein altes Heilverfahren, bei der die Strukturierung der inneren und äußeren Lebensordnung im Vordergrund steht. Dieser Begriff war in den Behandlungskonzepten des Sebastian Kneipp und auch des Max Bircher-Benner sehr wichtig. Der persönliche Alltag des Patienten, seine Ernährung, seine Bewegung und auch seine Entspannungsphasen – all dies wird in der Ordnungstherapie beleuchtet. Gerade bei Hautkrankheiten, wie der Schuppenflechte, ist dies sehr wichtig.

Stress kann durchaus ein Auslöser für einen Psoriasis Schub bedeuten. Um dies zu verhindern, wird nach Möglichkeiten gesucht, dem Stress zu entgehen, ihn gar nicht erst an sich heranzulassen beziehungsweise zu lernen, damit besser umzugehen. Frische Luft, Bewegung, sportliche Betätigung, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf – sind auch unter dem Gesichtspunkt der Stressvermeidung/-bewältigung wichtige Faktoren.

Orthomolekulare Therapie

Die Orthomolekulare Therapie verordnet Nahrungsergänzungsmittel, bestimmte Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, die mit der Nahrung nicht in genügenden Mengen zugeführt werden können. Eine solche Substitution sollte nicht eigenmächtig erfolgen, sondern zusammen mit einem Arzt oder Heilpraktiker abgestimmt werden. Gerade bei Vitaminen, die fettlöslich sind, wie zum Beispiel beim Vitamin D, das äußerst wichtig für den Hautstoffwechsel ist, besteht die Gefahr, dass zu viel davon aufgenommen wird. Das gilt auch für Vitamin A, das bei der Behandlung von Schuppenflechte eigentlich nicht fehlen darf. Dieses Vitamin sollte nur unter therapeutischer Aufsicht eingenommen werden, denn zu hohe Dosen könnten toxisch wirken. Eine ausführliche Blutuntersuchung zeigt an, ob Vitamine fehlen beziehungsweise in zu geringer Menge vorhanden sind.

Fußreflexzonentherapie

Die Fußreflexzonentherapie ist eine naturheilkundliche Behandlungsform, die den ganzen Körper wieder ins Gleichgewicht bringen kann. Schuppenflechte ist zwar eine Hauterkrankung, jedoch ist dabei nicht nur die Haut, sondern der gesamte Organismus in Mitleidenschaft gezogen. Über die Massage der Reflexzonen können alle inneren Organe und auch die Psyche mit behandelt werden – und dies auf sanfte und angenehme Weise.

Mit der Fußreflexzonenmassage kann auf sanfte und angenehme Weise gegen die Psoriasis vorgegangen werden. (Bild: jopix.de/fotolia.com)

Phytotherapie

Bei der Schuppenflechte wird vor allem auf Stoffwechsel anregende Pflanzen gesetzt. Innerlich als Tee, Tinktur oder Extrakt werden Sarsaparille (Stechwinde) und Herniaria glabra (Bruchkraut) empfohlen. Zur äußerlichen Anwendung werden Aloe-Vera-Gel, Erdrauch, Mahonie, Weihrauch, Weizenkleie und Rizinusöl verordnet.

Bei allen Hauterkrankungen wird in der Naturheilkunde zusätzlich die Leber mit unterstützt, zum Beispiel durch ein Mariendistelpräparat.

Anthroposophische Medizin

Die anthroposophische Medizin hält viele Mittel parat bereit, die bei der Schuppenflechte Linderung verschaffen. Da diese Therapieform ein großes Augenmerk auf Körper, Seele und Geist als Ganzes hat, werden stets Mittel für die Haut von innen und von außen, Mittel für den Stoffwechsel und auch Präparate für die Psyche verordnet. Im Ganzen ein rundum schlüssiges Konzept.

Darmsanierung

Im Darm sitzt der Großteil des menschlichen Immunsystems. Ist die Darmflora nicht in Ordnung, kann der Mensch erkranken. Eine gesunde Abwehr geht mit einer intakten Darmflora einher. Ist diese zum Beispiel durch Entzündungen oder auch durch häufige Gabe von Antibiotika gestört, sollte eine Darmsanierung erfolgen. Dies ist im Zusammenhang mit Schuppenflechte fast immer angesagt. Um zu sehen, wie es um die Darmflora steht, kann eine ausführlich Stuhluntersuchung Klarheit durchgeführt werden. Anhand des Befundes stellt der behandelnde Arzt oder Heilpraktiker einen Therapieplan zusammen. Zuerst wird der Darm mit einem geeigneten Präparat „gesäubert“ und danach mit bestimmten physiologischen Darmbakterien aufgebaut.

Ernährung bei Schuppenflechte

Die Ernährung bei Schuppenflechte sollte sehr basenreich und vollwertig sein. Zu meiden sind Zucker und zuckerhaltige Nahrungsmittel, Genussmittel, fette Speisen und Schweinefleisch. Wurst und Fleisch sollten grundsätzlich auf ein Minimum reduziert werden. Saisonales Obst und Gemüse gehören hingegen vermehrt auf den täglichen Speiseplan. Immer wieder reagieren Betroffene auf bestimmte Nahrungsmittel. Hier hilft ein Tagebuch. Werden Schübe in Zusammenhang mit der Ernährung gebracht, sollten die dafür verantwortlichen Nahrungsmittel nicht mehr auf dem Speiseplan stehen. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von stillem Wasser und Kräutertee.

Bäder

Salz-, Schwefel- und Ölbäder können bei Schuppenflechte ebenfalls eine leichte Linderung verschaffen.

Das Salz-Bad

Die Haut wird durch eine Salzanwendung positiv beeinflusst. Sie wird besser durchblutet, Salz wirkt antientzündlich, die Schuppenbildung reduziert sich und Juckreiz wird gelindert. Zusätzlich wirkt das Bad basisch, entgiftend und steigert die Abwehrkräfte. So kann ein richtig durchgeführtes Salzbad bei Schuppenflechte tatsächlich Erleichterung bringen.

Gebadet werden soll maximal zweimal in der Woche. Für ein Vollbad benötigen Sie 1 kg Salz (Himalaja Salz, gutes Meersalz). Sie lassen das Wasser in die Wanne (Badetemperatur bei 37°C) und geben dann das Salz hinzu, indem Sie dies mit den Händen ins Wasser einrühren. Erst wenn sich das Salz vollständig aufgelöst hat, ist das Salzbad fertig, um einzusteigen. Baden Sie lieber kürzer als länger. Anfangs nur zehn Minuten – das genügt völlig, vor allem, wenn Sie unter niedrigem Blutdruck leiden. Nach dem Bad wird die Haut nur ganz vorsichtig abgetupft. Danach auf die Couch oder am besten gleich ins Bett. Auf jeden Fall muss nach einem Salzbad unbedingt geruht werden.

Um die Wirkung des Salzbades noch „basischer“ zu machen, kann dem Badewasser zusätzlich Natron zugefügt werden. Dies ist in kleinen Beutelchen im Drogeriemarkt erhältlich.

Das Schwefel-Bad

Das Schwefel-Bad wird entweder in einer natürlichen Schwefelquelle, einem Thermalbad, durchgeführt oder aber zuhause in der Badewanne. Schwefel hilft gegen Schmerzen, bei Rheumaerkrankungen, Wirbelsäulenbeschwerden, aber auch bei Hauterkrankungen wie zum Beispiel Neurodermitis oder Schuppenflechte. Die Badetemperatur sollte zwischen 37 und 39°C sein, die Badedauer zwischen zehn und zwanzig Minuten betragen und gebadet wird maximal zweimal in der Woche. Ein Ausruhen danach ist unbedingt anzuraten. Für Schwangere, Stillende, Kleinkinder und Säuglinge ist das Schwefelbad nicht geeignet.

Das Ölbad

Verschiedenste Ölbäder Kompositionen sind zur Behandlung von Schuppenflechte im Handel erhältlich. Ganz einfach ist ein Bad mit Olivenöl. Dafür werden zwei Esslöffel Olivenöl mit etwas Sahne verrührt und dann dem Badewasser zugegeben. Dies wirkt rückfettend auf die Haut und ist noch dazu ein recht günstiger Badezusatz.

Ein Bad mit Salz- oder Ölzusätzen kann bei Schuppenflechte zur Linderung der Hautprobleme beitragen. (Bild: Grecaud Paul/fotolia.com)

Schuppenflechte und die Psyche

Jeder kennt den Satz „Die Haut ist der Spiegel der Seele“. Das macht sich zum Beispiel bemerkbar durch das Rot werden, wenn sich jemand schämt. Auch ein Schuppenflechte-Schub kann durchaus durch Stress und psychische Probleme ausgelöst werden. Umgekehrt kann aber auch die Erkrankung die Psyche belasten – die Haut blüht und die Betroffenen schämen sich; sie scheuen soziale Kontakte, weil sie denken, dass die Umwelt sich vor den befallenen Schuppenflechte-Stellen ekelt. Die Betroffenen tun sich schwer bei der Wahl ihrer Hobbys, weil sie sich zum Beispiel im Sommer beim Schwimmen nicht zeigen wollen.

In beiden Fällen muss die Psyche unbedingt ernst genommen werden. Stress muss reduziert, Bewältigungsstrategien sollten gefunden werden. Regelmäßige Entspannung ist wichtig. Dabei helfen Meditation, autogenes Training, Yoga und die progressive Muskelrelaxation. In Selbsthilfegruppen treffen sich Gleichgesinnte zum Erfahrungsaustausch. Eine Therapie beim Psychotherapeuten kann dabei helfen, wieder selbstbewusster zu werden, sich selbst wieder voll und ganz anzunehmen und nicht das ganze Leben auf die Erkrankung der Haut zu fokussieren.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schuppenflechte keine Erkrankung ist, die sich nur und ausschließlich auf der Haut abspielt – im Gegenteil. Sie entsteht, wie jede Hauterkrankung, aus dem Inneren und sollte auch so behandelt werden. Ein Beleuchten der Lebensumstände, eine Beratung zur Stressbewältigung mit geeigneten Entspannungsverfahren, eine gesunde Ernährung und Lebensweise – all dies ist die Basis für den Erfolg einer Schuppenflechte-Therapie. Die konventionelle Medizin in Kombination mit geeigneten naturheilkundlichen Verfahren kann den Betroffenen Linderung verschaffen, die Häufigkeit der Schübe reduzieren und die Beschwerden minimieren. (sw)