Spondylose – Ursachen, Symptome, Therapie

Volker Blasek

Was versteht man unter einer Spondylose?

Unter dem Begriff Spondylose werden verschiedene Beschwerdebilder im Bereich der Wirbelsäule zusammengefasst, bei denen Verschleißerscheinungen zugrunde liegen. Insbesondere treten dabei degenerative knöcherne Veränderungen an den Wirbeln und ihren Zwischenräumen auf, wie beispielsweise Ausziehungen, Erhebungen, unregelmäßige Oberflächen, Randanbauten oder Zacken. Diese Veränderungen werden Spondylophyten genannt. In erster Linie sind diese Beschwerdebilder bei Patienten im fortgeschrittenen Alter festzustellen, sie können aber bei Personen mit genetischer Disposition oder in Folge von Unfällen oder ständiger Fehlbelastung auch früher vorkommen.


Ein kurzer Überblick

  • Definition: Eine Spondylose ist eine Erkrankung der Wirbelsäule oder Bandscheibe, die entweder durch Überlastung oder altersbedingten Verschleiß hervorgerufen wird.
  • Ursachen: Altersbedingter Verschleiß, regelmäßige Überlastung, Fehlhaltung, Übergwicht, mangelnde Bewegung, genetische Vorbehandlung.
  • Symptome: Bewegungseinschränkungen, Rückenschmerzen, Verspannungen, Taubheitsgefühle.
  • Synonyme: Spondylosis deformans, Wirbelkörperdegeneration, Wirbelkörperarthrose, Spondylopathie.
  • Therapie: Schmerztherapie, Physiotherapie, in schweren Fällen Operationen.
Die roten Markierungen kennzeichnen die Bereiche der Wirbelsäule, in denen Abnutzungserscheinungen und Spondylophyten häufig auftreten. Sie können aber auch in den blauen Bereichen entstehen. (Bild: staras/fotolia.com)

Symptome

Da der Verschleiß der Bandscheibe und die damit verbundenen Folgeerscheinungen schleichende Prozesse sind, treten die Symptome anfangs häufig nur vereinzelt und in schwacher Form auf. Je nach Schwere der Spondylose verstärken sich im Laufe der Zeit die Beschwerden und es kommen neue hinzu. Zu den gängigen Leiden zählen:

Symptome treten verstärkt in Ruhephasen auf

Nicht nur nach starker Belastung sondern auch vermehrt in Ruhephasen zeigen sich die Symptome einer Spondylose. Oftmals ergibt sich dadurch ein ungünstiger Kreislauf, bei dem Betroffene sich aufgrund der Schmerzen weniger bewegen und sich die Schmerzen dadurch verstärken. Zusätzlich neigen viele Patienten zu Schonhaltungen, die sich wiederum ungünstig auswirken.

Risikogruppen

Neben dem normalen altersbedingten Verschleiß können bestimmte Risikofaktoren die Entwicklung einer Spondylose begünstigen. Zu diesen Faktoren zählen:

  • Übergewicht (Adipositas),
  • mangelnde Bewegung,
  • ständige Überbelastung (z.B. bei anstrengenden körperlichen Tätigkeiten),
  • häufige ungünstige Körperhaltung (z.B. bei Schreibtischarbeit),
  • erbliche Vorbelastung.
Sowohl regelmäßige Fehlhaltungen wie bei der Büroarbeit als auch ständige Überlastungen wie bei harter körperlicher Arbeit fördern den Verschleiß und die Entwicklung einer Spondylose. (Bild: leszekglasner/juefraphoto/fotolia.com)

Ursachen der Spondylose

Die Bandscheiben zwischen den einzelnen Wirbeln federn Erschütterungen und andere äußere Krafteinwirkungen ab, die beispielsweise während Bewegungen entstehen. So schützen sie die Wirbelsäule vor Abnutzung. Ungefähr ab dem vierzigsten Lebensjahr setzt verstärkt eine Dehydration der Bandscheiben ein. Infolge verlieren diese zunehmend an Fülle und Elastizität. Dadurch kommen die einzelnen Wirbelkörper vermehrt miteinander in Kontakt. Knochen reiben dann auf Knochen, wodurch es zu Verschleiß kommt. Der Körper reagiert darauf mit Knochenanbauten, die zu den typischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einer Spondylose führen.

Bildung von Randanbauten (Spondylophyten)

Infolge einer Fehlreaktion des Körpers bildet dieser Randanbauten oder Zacken an den geschädigten Wirbel. Diese reduzieren die Beweglichkeit noch weiter und drücken im schlimmsten Fall auf die Nervenbahnen. Mögliche Folgen sind Muskelkontrollverlust, Fehlhaltungen und starke Schmerzen. In anderen Fällen wiederum verursachen die Spondylophyten gar keine Symptome.

Vorbeugende Maßnahmen

Ein gewisser altersbedingter Verschleiß lässt sich leider nicht vermeiden. Dennoch gibt es Maßnahmen, die man ergreifen kann, um eine Spondylose herauszuzögern, zu lindern oder gar zu verhindern. Zu den risikosenkenden Faktoren zählen:

  • Übergewicht vermeiden, beziehungsweise abbauen,
  • starke und regelmäßige Überlastung vermeiden,
  • richtige Körperhaltung,
  • richtige Sitzhaltung,
  • ausreichend Bewegung.
Diese Maßnahmen tragen dazu bei, eine Spondylose vorzubeugen. (Bild: heilpraxis.de)

Diagnose

Der Verdacht auf eine Spondylose entsteht in vielen Fällen während der Anamese, bei der Ärzte ihre Patienten zu deren Krankheitsgeschichte und auftretende Symptomatiken befragen. Eine Reihe von Funktions- und Beweglichkeitstests dienen der Überprüfung dieses Verdachts. Oftmals liefern dann diverse bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen den eindeutigen Beweis für eine spondylotische Veränderung. Wenn das Röntgenbild nicht aussagekräftig genug ist, können in einer Computertomographie (CT) auch kleinere Veränderungen der Wirbelsäule sichtbar gemacht werden.

Eine weitere Diagnosemöglichkeit bietet die Magnetresonanztomographie (MRT), bei der Auffälligkeiten im Bereich der Bänder, Nerven, Muskeln oder des Gewebes betrachtet werden. Zusätzlich kann in einem sogenannten Myelogramm die Nervenaktivität gemessen werden, wodurch mögliche Nervenschädigungen aufgezeigt werden. Mithilfe dieser Verfahren kann die Spondylose auch von ähnlichen Krankheitsbildern wie Bandscheibenvorfall, Osteoporose oder Wirbelbrüchen abgegrenzt werden.

Therapie

Je früher eine einsetzende Spondylose erkannt wird, desto besser lässt sich diese behandeln. In einem frühen Stadium kann die Erkrankung noch gestoppt werden, fortgeschrittene Krankheitsstadien können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Therapie fokussiert sich in erster Linie auf die Schmerzlinderung, die Verbesserung der Beweglichkeit und darauf, weiterem Verschleiß vorzubeugen.

Schmerztherapie

Gegen die Schmerzen werden übliche Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac eingesetzt. Auch eine Schmerzlinderung per Akupunktur zeigt bis zu einem gewissen Krankheitsgrad Wirkung. Bei zunehmender Symptomatik wird ein Muskelrelaxans eingesetzt, das krampflösend und entspannend wirken sollen. Gegebenenfalls werden zusätzlich Antiepileptika verschrieben, um geschädigte Nerven zu behandeln. Bei sehr starken Schmerzen können Narkotika direkt in den schmerzenden Bereich injiziert werden.

Physiotherapie

Ein großer Teil der Behandlung wird über die Physiotherapie abgedeckt. Dabei wird ein individueller Trainingsplan für die Betroffenen erstellt, der zum einen die Mobilität verbessern und zum anderen durch Schonhaltung geschwächte Muskeln stärken soll.

Auf der linken Seite des Röntgenbilds haben Spondylophyten die natürliche Form der Wirbelsäule verändert. Auf der rechten Seite wurde diese Veränderung durch eine Operation korrigiert. (Bild: stockdevil/fotolia.com)

Operationen

Wenn alle nicht invasiven Möglichkeiten ausgeschöpft sind und keine befriedigende Verbesserung erzielt werden konnte, gibt es die Möglichkeit einer Operation, bei der die Randanbauten entfernt werden, der geschädigte Bereich stabilisiert wird und Nerven sowie Bandscheiben wieder ausreichend Platz bekommen. Aufgrund gewisser Risiken wird dies allerdings nur in schweren Fällen durchgeführt. (tf, vb aktualisiert am 23. Mai 2018)