Stimmbandentzündung – Ursachen, Symptome und wirksame Hausmittel

Thorsten Fischer

Entzündung der Stimmbänder

Gerade Sänger und Lehrer und andere Menschen fürchten sie: die Stimmbandentzündung. Oftmals beginnend mit Heiserkeit, dem Gefühl vom Kloß im Hals oder einem Ziehen am Hals, kann sie bis zur Stimmlosigkeit (Aphonie) führen. Halten die Beschwerden länger an und/oder treten gleichzeitig Fieber und Atemnot auf, sollte daher dringend ein Arzt aufgesucht werden. Wichtig ist vor allem, die Stimme zu schonen, aber nicht zu flüstern. Bewährte Hausmittel wie zum Beispiel das Inhalieren und Gurgeln mit Kräutertee können helfen, die Symptome zu lindern und die Entzündung schneller abklingen zu lassen.

Synonyme

Stimmbandentzündung, Stimmlippenentzündung, Laryngitis, Kehlkopfentzündung, Entzündung der Stimmbänder, Stimmbandüberbeanspruchung, Triggerband am Hals, Halstriggerband, Zylinderdistorsion am Hals, Hals- CyD, throat CyD, inflammation of the vocal cords, vocal chord infection.

Typische Symptome bei einer Stimmbandentzündung sind Heiserkeit, Halskratzen und ein Kloßgefühl. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Symptome bei Stimmbandentzündung

Die meisten Menschen klagen über Heiserkeit (Dysphonie) und ein Kratzen im Hals oder dem Gefühl vom Kloß im Hals. Es besteht oftmals Räusperzwang und das Gefühl, dass jedes Sprechen äußerst anstrengend ist. Es kann zu einem Ziehen und Schmerzen sowie einem Schwellungsgefühl kommen, dass oft als „dicker Hals“ beschrieben wird. Die Beschwerden treten vor allem bei Bewegungen oder bei Sprech- Belastung auf. Da es sich um eine Entzündung handelt, ist Fieber möglich.

Ursachen

Als Auslöser gelten allgemein Viren oder Bakterien, ebenso kommen allergische Reaktionen oder Rauchen als Auslöser in Betracht. Häufig ist eine Überbeanspruchung der Stimmbänder der Grund für die Beschwerden. Diese tritt vermehrt bei Menschen auf, die beruflich viel mit ihrer Stimme arbeiten, wie beispielsweise Sänger, Lehrer, Erzieher oder Mitarbeiter in Call-Centern. Menschen, die nicht in Berufen wie diesen arbeiten, können jedoch ebenso betroffen sein, z.B. infolge von dauerhaft falschem Sprechen.

Mehr zum Thema:

In der Osteopathie und der Körpertherapie nach dem Rolfing wird deshalb nach Faktoren gesucht, die für eine ungünstige Stimmbenutzung ursächlich verantwortlich sein könnten. Dazu gehören beispielsweise ständige Hals- und Nackenverspannungen, die durch vieles Beugen nach vorn, wie beispielsweise durch Computerarbeit, verursacht werden kann.

Eine weitere mögliche Ursache sind alte Entzündungen oder Operationsnarben, zum Beispiel nach einem Eingriff aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion. Denn diese können eine veränderte Spannungs- und Belastungssituation im Halsbereich schaffen. Hierzu zählen auch der Kiefer und das Kiefergelenk mit seinen Muskeln und bindegewebigen Strukturen (Faszien). Vermutlich können so auch Reizstoffe wie Staub oder Zigarettenrauch, passiv oder aktiv inhaliert, für eine Stimmbandentzündung sorgen. Ebenso kann eine zusätzliche emotionale Belastungssituation die Ursache sein.

Raucher haben ein erhöhtes Risiko für eine Entzündung der Stimmbänder. (Bild: schankz/fotolia.com)

Wichtig bei Stimmbandproblemen: Nicht flüstern!

Völlig falsch ist der oftmals gut gemeinte Rat, die Stimme durch Flüstern zu schonen. Dies beansprucht die Stimme nämlich noch mehr und ist kontraproduktiv. Generell gilt folgende Formel bei Heiserkeit oder Halsweh: mehr Flüssigkeit, frische Luft und Sprechverbot. Denn eine Schonung der Stimme erfolgt ausschließlich durch Nicht-Reden und natürlich durch das Ausschalten der Reizstoffe wie Staub oder Rauch.

Naturheilkunde

Die Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker ist bei anhaltenden Beschwerden, hohem Fieber und Anzeichen von Atemnot dringend zu empfehlen. Sonst kann eine Selbstbehandlung der Heiserkeit und zusätzlich bestehenden Symptomen einer Erkältung, wie Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen mit bewährten Hausmitteln erfolgen.

Bewährt hat sich unter anderem das Inhalieren mit einer milden Salzlösung.

Doch Achtung: Die traditionelle Methode der Inhalation, bei welcher der Kopf über eine Schüssel bzw. einen Topf gehalten wird, um den heißen Dampf einzuatmen, funktioniert in diesem Fall nicht. Denn ähnlich wie bei einer Salzgewinnungsanlage verdunstet hier nur der Wasserdampf, während das Salz in der Schüssel zurück bleibt und dadurch keinen Effekt hat.

So inhalieren Sie richtig mit Salz:

Damit das Salz seine heilsame Wirkung entfalten kann, empfiehlt sich der Einsatz eines Inhalationsgerätes, welches die Salzlösung in sehr feines Aerosol zerstäubt. Das Salz wird also mit vernebelt und kann in der Folge besser wirken. Für die Anwendung wird eine spezielle Maske aufgesetzt, über die der Nebel eingeatmet wird. Da die Nebel-Tröpfchen winzig klein sind, kann der Dampf bis tief in die Atemwege vordringen und hier die Linderung der Beschwerden unterstützen.

Wohltuend und lindernd kann das Gurgeln mit Salbei-Tee sein. Hierfür bereiten Sie aus einem Teelöffel fein geschnittenen Salbeiblätter und einem Viertelliter kochendem Wasser einen Aufguss zu. Nach 10 bis 15 Minuten kann der Tee abgeseiht und sobald er etwas abgekühlt ist, als Gurgellösung verwendet werden.

Sind wiederkehrende virale oder bakterielle Infekte ursächlich für die Stimmbandentzündung, kann in der Naturheilpraxis diesbezüglich eine Behandlung erfolgen. Nach Dunkelfelddiagnostik, Irisdiagnose oder anderen Diagnoseverfahren aus der Naturheilkunde soll mit verschiedenen Verfahren die Ursache der Infektanfälligkeit behandelt werden.

Häufig erfolgt eine Stärkung des Immunsystems über die Regulierung der Darmflora. Um die Darmflora wieder aufbauen zu können, ist jedoch erst eine „Reinigung“ des Verdauungsorgans notwendig, bei der schädliche Stoffe und Rückstände beseitigt werden. Bewährte Hausmittel für die natürliche Darmreinigung sind zum Beispiel Flohsamenschalen, Heilerde und Bitterpflanzen wie Löwenzahn und Brennnessel.

Sind wiederkehrende Infekte die Ursache für die Entzündung der Stimmbänder, kann eine Darmsanierung zur Stärkung des Immunsystems sinnvoll sein. Durch die Einnahme von Flohsamenschalen werden die Darminnenwände sanft „gereinigt“ und von Rückständen befreit. (Bild: Stefan_Weis/fotolia.com)

Generell ist es bei Stimmbandentzündungen durch Infekte ratsam, auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Mineralien und Vitaminen zu achten. Statt Fast-Food, Fertigprodukten und ungesunden Snacks sollten täglich mehrere Portionen Gemüse und Obst auf dem Speiseplan stehen. Empfehlenswert sind unter anderem Vollkornprodukte, Reis, Kartoffeln und Hülsenfrüchte, denn in diesen stecken viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.

Sehr wichtig bei bei einer Entzündung der Stimmbänder ist es, ausreichend zu trinken. Besonders gut geeignet sind Wasser und Kräutertee, um weitere Reizungen zu vermeiden, sollten sowohl die Getränke als auch die Speisen nicht zu kalt bzw. zu heiß sein, sondern eher lauwarm bzw. Zimmertemperatur haben. Auf Alkohol sollte verzichtet werden.

Sind seelische Belastungen und negativer Stress der Grund für die Abwehrschwäche, können Entspannungsverfahren das Immunsystem stärken. Um die Anspannung zu lösen und (wieder) ins innere Gleichgewicht zu kommen, bieten sich verschiedenen Techniken und Methoden zum Stressabbau, wie z.B. Yoga, Meditation oder autogenes Training, an.

Halswickel gegen entzündete Stimmbänder

Ein weiteres Hausmittel gegen Heiserkeit sind Quarkwickel gegen Entzündungen und Schwellungen im Halsbereich. Für diese benötigen Sie lediglich gewöhnlichem Magerquark, ein etwas größeres Tuch (z.B. Geschirrtuch, Mullwindel o.ä.) sowie einen Schal.

Achtung: Der Quark sollte nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen, sondern sich etwa auf 18 Grad erwärmen. Ist dafür keine Zeit, kann die Auflage vor der Verwendung auch z.B. in einer Tüte verpackt kurz auf die Heizung gelegt werden.

Anleitung für Quarkwickel:

  1. Streichen Sie den Quark circa einen halben Zentimeter dick auf das Tuch
  2. Schlagen Sie die Seiten des Tuchs über die Quarkmasse
  3. Wickeln Sie die Auflage um ihren Hals
  4. Zur Stabilisierung wickeln Sie ein weiteres trockenes Tuch oder einen Wollschal darum
Oft hilft bei einer Stimmbandentzündung ein Halswickel mit Zwiebeln. Diese werden hierfür erwärmt, klein gehackt und in ein Geschirrtuch verpackt.(Bild: mirkograul/fotolia.com)

Zwiebel-Wickel zählen ebenfalls zu den traditionellen Hausmitteln bei Halsbeschwerden. Für diese werden drei bis vier Zwiebeln kurz im Backofen erwärmt, anschließend geschält und klein gehackt. Verteilen Sie die Zwiebelwürfel auf einem Geschirrtuch, schlagen Sie dieses ein und legen Sie den Wickel auf den Hals. Darüber wird ein zweites Tuch oder ein Schal gewickelt. Die Auflage bleibt so lange auf dem Hals, bis die Zwiebeln kalt geworden sind.

Alternativ kann eine Kartoffel-Auflage die Stimmbänder mit wohltuender Wärme versorgen.

Kartoffel-Wickel gegen entzündete Stimmbänder

  1. Kochen Sie drei bis vier mittelgroße Kartoffeln
  2. Zerdrücken Sie diese mit einer Gabel und geben Sie die Masse auf ein Geschirrtuch
  3. Schlagen Sie das Tuch ein und tragen Sie den Wickel auf den Hals auf
  4. Ein zweites Tuch bzw. Schal unterstützt die Wärmewirkung und sorgt für Halt

Sprachtherapie

Die chronische Stimmbandentzündung weist auf eine funktionelle Störung im Bereich des Sprechens und der Atmung hin. Hier bietet sich eine Behandlung durch Atem-, Sprech- und Stimmtherapeuten in einer sprachtherapeutischen Praxis an. Während einer Übungstherapie wird den Betroffenen in mindestens zehn Sitzungen dabei neben einer verbesserten Körperwahrnehmung auch die physiologische Atmung und Sprechweise näher gebracht.

Osteopathie und Fasziendistorsionsmodell

Die eingangs erwähnten manuellen Behandlungsformen der Osteopathie oder der Strukturellen Integration (SI oder auch Rolfing) beziehen die Versorgung, die Spannungsverhältnisse und die Statik in die Untersuchung mit ein und leiten darus die notwendige Behandlung ab.

Anders wird im Fasziendistorsionsmodell (FDM) oder Typaldos Manual Therapy (kurz: TMT; nach dem Begründer Dr. Stephen Typaldos) vorgegangen. Hier ist die Behandlung nicht abstrakt, sondern resultiert direkt aus der Diagnose. Die Diagnose wird im Fasziendistorsionsmodell (FDM) anhand der Körpersprache und den Aussagen des Patienten getroffen. Im Fall der Stimmbandentzündung geben die meisten ein Ziehen seitlich am Hals an. Dies wird mit einem Abfahren des Daumens der Bahn (Triggerband) behandelt. (tf, nr; zuletzt aktualisiert am 6.7.2017)