Tendovaginitis de Quervain
Tendovaginitis de Quervain
Eine spezielle schmerzhafte Erkrankung der Muskelsehnen, die den Daumen strecken, wird Tendovaginitis de Quervain genannt. Der Name stammt von einem schweizer Chirurgen, der 1896 die Erkrankung zum ersten Mal beschrieb.
Die Strecksehnen des Daumens (vom Muskel Abductor pollicis und Extensor pollicis brevis) verlaufen, wie auch die Sehnen der anderen Finger, in einem „Fach“- einer Art Tunnel.
Man vermutet, daß sie bei der Quervain´schen Erkrankung aus Mangel an Platz, gegeneinander reiben. Bei manchen Menschen verlaufen als anatomische Besonderheit statt zwei drei Sehnen in diesem Fach, was natürlich zu einer Enge führen kann.
Beschwerden treten meist nach häufigem Abspreizen des Daumens auf- vermehrt nach SMS- Schreiben, stillenden Müttern, Hausarbeiten (teilweise wird das Beschwerdebild auch Hausfrauendaumen genannt). Die Schmerzen ziehen häufig bis in den Unterarm und eine Schwellung und lokaler Druckschmerz sind vorhanden. Als zuverlässiger lokaler Test gilt der sog. Finkelstein- Test- ein Provokations- Test, bei dem man das Handgelenk zusammen mit dem Daumen in Richtung Kleinfinger beugt.
In einer ganzheitlicheren Sichtweise werden alle Zu- und Abflusswege der Handgefässe mit untersucht. Es gibt mehrere Engstellen, die vor dem Verlauf zum Handgelenk zu berücksichtigen sind. Gerade bei stillenden Müttern gibt es durch das Einfallen der Schultern Faktoren, die ausserhalb des Handgelenks zu einer Abklemmung der Gefässe und somit einem Stau führen können. Zusätzlich müssen zu den mechnischen Faktoren hormonelle und Stoffwechsel-Besonderheiten, die alle die Qualität des Gewebes beeinflussen, in die Anamnese miteinbezogen werden. (Jeanette Viñals Stein, 24.10.2009)