Zeckenbiss

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Zeckenstich

Wahrscheinlich liegt es an der langen Verweildauer der Zecken am Wirt, dass mehrheitlich vom Zeckenbiss die Rede ist. Für Parasitologen dagegen ist es ein klarer Fall, dass Zecken mit ihrem speziellen Mundwerkzeug stechen, ähnlich wie eine Bremse das tut. Beide Begriffe werden inzwischen synonym gebraucht, unter medizinischen Laien ist jedoch der „Zeckenbiss“ weitaus bekannter.

Zecken übertragen nicht nur die sehr publik gemachte FSME (Frühsommermeningoencephalitis) sondern auch viele weitere Krankheiten wie z. B. die Lyme-Borreliose (Borreliose). Die Aufklärung in diesem Bereich ist leider immer noch nicht weit voran geschritten. Viele Symptome lassen leicht auf eine andere Krankheit schließen und eine Laboruntersuchung gibt meistens keinen genauen Aufschluss über eine Infektion.

Inhaltsverzeichnis:
Zeckenbiss
Synonyme
Biologie der Zecke
Zecken übertragen Krankheiten
Schutz vor Zecken & Maßnahmen der Naturheilkunde
Quellen und weiterführende Literatur

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Synonyme

zecke
Ein Zeckenstich ist angesichts der möglichen Übertragung von Krankheitserregern stets mit einem gewissen Gesundheitsrisiko verbunden. (Bild: Bobo/fotolia.com)

Zeckensticherkrankungen, Zeckenbiss, Zeckenstich, Zecke, FSME, Borreliose, Lyme-Borreliose, Frühsommermeningoencephalitis, Frühsommerhirnhautentzündung, Flavi-Viren, Rickettsien, Zeckenbissfieber, Wirt, Erythema migrans, gemeiner Holzbock, Holzbock, Schildzecke, Krankheitsüberträger, Ixodida.

Biologie der Zecke

Die Zecke (Ixodida) gehört in die Klasse der Spinnentiere (Arachnida), was ihre acht Beine begründet. Weltweit gibt es um die 900 Zeckenarten, wobei in diesem Artikel von dem gemeinen Holzbock, einer Schildzecke, die Rede ist.

Die 8-beinigen Tiere durchlaufen drei Entwicklungsstadien (Larve, Nymphe, Adulte) und sind dabei zwischen 2,5 mm und 12 mm lang je nach Geschlecht, Stadium und Füllzustand (Blutmahlzeit). Zum Erreichen eines neuen Stadiums häutet sich die Zecke nach einer Blutmahlzeit. Die befruchteten Weibchen legen bis zu 2.000 Eier pro Gelege.

Entgegen dem Glauben, dass Zecken von den Bäumen fallen und das nur im Sommer, sei gesagt, dass Zecken sich bei unter 7 – 10 ° C im Erdboden versteckt halten und ansonsten aktiv sind. Zecken, die z. B. in der Weihnachtszeit mit Tannzweigen o. ä. ins Haus gelangen bleiben bei den entsprechenden Temperaturen natürlich aktiv. Zecken sind generell überall in der Natur zu finden und meiden Höhen über 1,20 – 1,50 m. Oft verstecken sie sich zur Wirtsfindung z. B. an Kleidungsstücken.

Zecken übertragen Krankheiten

Beim Akt des Blutsaugens durch die Zecke nimmt diese bei ihren Wirten die Krankheitserreger auf bzw. gibt sie an andere Wirte wieder ab. Bei einem Stich setzt sie ihren Speichel ein, der betäubend wirkt und sowohl Blutgerinnung als auch Entzündung hemmt, über den Speichel gelangen die Erreger ins Blut. Dabei können verschiedene Viren und/oder Bakterien übertragen werden.

Das Flavi-Virus ist z. B. der Erreger der FSME, das Bakterium Borrelia burgdorferi ruft die Lyme-Borreliose (Borreliose) hervor, Francisella tularensis die Tularämie und die Rickettsien und deren Untergruppen das Zeckenbissfieber, Wolhynisches Fieber, Ehrlichiose oder das Q-Fieber. Eine Zecke kann durchaus mehr als einen der Erreger in sich tragen und auch weitergeben, so kann es zu Doppelinfektionen kommen.

Schutz vor Zecken & Maßnahmen der Naturheilkunde

Einen 100 %igen Schutz gegen Zecken gibt es nicht, da diese überall in der Natur zu finden sind und aufgrund ihrer Größe meist übersehen werden.

Eine Impfung ist in Deutschland nur gegen die FSME möglich, nicht wie oft angenommen, gegen die Zeckenstiche selbst. Es gibt aber Schutzmaßnahmen zur Vorbeugung , die die Wahrscheinlichkeit eines Stiches verringern können.

In der Nosodentherapie, einem speziellen Naturheilverfahren, stehen einige Mittel zur Prophylaxe und zur Bekämpfung der Krankheiten zur Verfügung. Manche Apotheken bieten zum Beispiel eine prophylaktische Zusammenstellung aus den Nosoden FSME, Borrelia, Zeckenbissfieber und Zecke in den Potenzen D6 und D30 an, die für Mensch und Tier als Prophylaxe eingesetzt werden können.

Ganz wichtig ist vor allem nach getaner Gartenarbeit, Waldspaziergängen u. ä. ein konkretes Absuchen des Körpers und der Kleidung, vor allem in dunklen Bereichen (Achselhöhlen, Genitalbereich, Kniekehlen etc.). Hierbei sollten auch die Haustiere nicht vergessen werden, weil auch diese oft von Zecken befallen werden oder diese in das Haus hineintragen.

Beim Entfernen von Zecken sollte deren Körper nicht gequetscht werden, damit sie keine zusätzlichen Stoffe und Krankkheitserreger in die Wunde abgeben. Hier sind sogenannte Zeckenkarten ein nützliches Hilfsmittel. (Bild: Carola Vahldiek/fotolia.com)
Beim Entfernen von Zecken sollte deren Körper nicht gequetscht werden, damit sie keine zusätzlichen Stoffe und Krankkheitserreger in die Wunde abgeben. Hier sind sogenannte Zeckenkarten ein nützliches Hilfsmittel. (Bild: Carola Vahldiek/fotolia.com)

Sollten Sie doch einmal von einer Zecke gestochen werden, sollte diese möglichst zeitnah entfernt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zecke nicht mit Nagellack, Klebstoff o. ä. bearbeitet wird, da sie in dem dadurch resultierenden Todeskampf einen erhöhten Speichelfluss hat und die Erreger so weitergibt. Am geeignetsten ist der Einsatz von Äther oder Histofreezer®.

Früher wurde empfohlen die Zecke heraus zu drehen, auch davon ist abzuraten. Vielmehr sollte die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange (erhältlich in der Apotheke) gerade heraus gezogen werden. Der Besuch eines Arztes oder Heilpraktikers ist nach einem Zeckenstich empfehlenswert. (ay)

Quellen und weiterführende Literatur

Zeckenbisse, Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten, Elfie Fust, ISBN: 3-927099-66-X

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