Arnika: Heil- oder Giftpflanze?

Heilpflanze der Naturheilkunde: Arnika. Bild: chiarafornasari - fotolia
Sebastian

Wissen aus der Naturheilkunde: Die Arnika-Pflanze

Die Arnika gehört der Familie der Korbblütler an und vereint Heilpflanze und Giftpflanze in sich. Man findet sie in den Karpaten, Pyrenäen und in den Alpen. Ein weiterer Name der Arnika lautet auch „Bergwohlverleih“. Die Blätter sind länglich, rosettenartig und sehr bodennah. Sehr wenige, kleine und rundere Blätter befinden sich noch an dem bis zu 60 cm langen, behaarten Stängel. Die Blüte ist gelb und der Blütenkopf hat einen Durchmesser von etwa 6-8cm. Er erinnert einen sehr an den Blütenkopf einer Margarite.

Die Bestäubung

Die Arnika besitzt Röhrenblüten. Das heißt, dass die im Blütenkörbchen dicht nebeneinanderstehenden Einzelblüten eine lange und röhrenartige Form haben.

Heilpflanze der Naturheilkunde: Arnika. Bild: chiarafornasari - fotolia
Heilpflanze der Naturheilkunde: Arnika. Bild: chiarafornasari – fotolia

Blühend sieht man die Arnika von Mai bis August. Bei der Bestäubung ist dies von Nutzen. Normalerweise werden die Pflanzen durch Schmetterlinge, verschiedene Käfer, Bienen, Hummeln und Schwebfliegen fremdbestäubt. Doch wenn dies einmal nicht der Fall sein sollte, ist die Arnika in der Lage sich selbst zu bestäuben. Für die Verbreitung der Samen sorgt der Wind. Leider gilt diese nützliche und schöne Pflanze als sehr gefährdet und steht unter Naturschutz.

Eine wertvolle Heilpflanze

Schon seit langem ist ihre positive Wirkung durch ihre ätherischen Öle und Flavonoide bekannt. Sie gilt als entzündungshemmend, wundheilend und hilft dem Gewebe bei der Regeneration. Man sagt, dass die Wirkung der Arnika nützlich sei, bei allen Verletzungen, die durch Fall und Stoß entstanden sind. Außerdem lindert sie Gelenk- und Muskelbeschwerden, Venenentzündungen, Blutergüsse und Probleme durch Krampfadern. In der Homöopathie werden zwar Arnikapotenzen eingesetzt, ansonsten ist der innere Gebrauch als Selbstmedikation nicht ratsam. Die äußere Anwendung findet in verdünnter Form statt und selbst dabei sollte man auf die Verträglichkeit mit der Haut achten.

In Deutschland sind zur Verarbeitung nur die herausgezogenen Röhrenblüten zugelassen, denn durch ein sorgfältiges Verlesen der Pflanzenteile gehen auch die Allergien bei den Konsumenten zurück. In die Blüte legt die Arnikafliege ihre Larven hinein. Diese können das Risiko einer Allergie erhöhen, deshalb müssen sie entfernt werden.

Die Zauberpflanze

Die Arnika gilt als alte Zauberpflanze. Deshalb trägt sie auch die volkstümlichen Namen Donnerwurz und Johannisblume. Am Johannistag, dem 24. Juni zur Sommersonnenwende, sollen die Blüten eine besonders starke Heilkraft besitzen. Am Vorabend des Johannistages haben die Bauern mit Johannnieskrautsträußchen ihre Felder abgesteckt. Dies sollte vor dem Bilmesschneider, ein Korndämon, schützen, der oft dafür sorgte, dass das Korn umgelegt ist. Einen anderen Vorteil sollte dies den Bauern jedoch auch bringen, denn die zuvor genannte Arnikafliege legt ihre Eier in den Blüten ab. Die Arnika ist eine sehr starke Pflanze mit sehr starken Eigenschaften. Wenn man eine allergische Hautreaktion ausgeschlossen hat, kann sie einem jedoch eine sehr starke positive Wirkung verschaffen.

Rezept Arnikaöl

Ein Glas mit Schraubverschluss zur Hälfte mit Arnikablüten füllen. Nun mit Oliven- oder Sonnenblumenöl aufgießen und 2-3 Wochen an einen sonnigen Ort stellen. Nach dieser Zeit abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Nur zum äußeren Gebrauch.

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