Berberitze – Anbau, Verwendung und Heilwirkung

Dr. Utz Anhalt

Berberitze – Vitaminbombe und Vogelparadies

Berberitzen gibt es in circa 15 verschiedenen Arten, in Deutschland war ursprünglich nur der Gewöhnliche Sauerdorn (Berberis vulgaris) heimisch. Der Name sagt es: Die Pflanze trägt saure Beeren, und die Triebe bedecken lange spitze Dornen. Deshalb eignen sich die Sträucher ausgezeichnet als Hecken, um Einbrecher abzuhalten. Vögel legen in ihnen gerne ihre Nester an, da die Dornen Fressfeinde abschrecken.

Aussehen der Berberitze

Es handelt sich um niedrige bis mittelhohe Sträucher. Die Blätter sind länglich oder haben die Form eines Eis. Berberitzenholz ist spröde und gelblich, die Blüten sind klein und gelb und eine herausragende Bienenweide. Manche Arten haben blutrote Blätter, bei anderen färben sich die grünen Blätter im Herbst gelb und rot.

Die säuerlich schmeckenden Früchte der Berberitze enthalten viele Vitamine. (Bild: lepatriote/fotolia.com)

Saure Beeren

Die Sträucher bilden kugelförmige Beeren von roter bis fast schwarzer Farbe aus, die im Iran zum Nationalgericht Sereschk Polo gehören; im Nordostiran werden davon jährlich 4.500 Tonnen geerntet. Die persische Sorte Asperma enthält keine Kerne und lässt sich deshalb einfach verarbeiten. Die Beeren schmecken süßsauer und enthalten viel Vitamin C und circa 6 % Säure – daher der herbsaure Geschmack.

In Deutschland dienten die Beeren traditionell als Gelee, als Aroma für Tees und als Likör. Dabei galt Berberitze auch als Heilpflanze und fand Anwendung bei Magen-Darm-Beschwerden sowie Krankheiten der Leber und Galle.

Eine anspruchslose Nutzpflanze

Sauerdorn gehört in Deutschland nicht zum täglichen Speiseplan. Das liegt vor allem daran, dass die hiesigen Früchte Kerne haben, und die Ausbeute der kleinen Beeren deshalb mühsam zu bekommen ist. Außerdem führen die schmerzhaften Dornen dazu, dass wir die Beeren nur mit Handschuhen ernten sollten – und sie durchstechen selbst gewöhnliche Gartenhandschuhe.

Ansonsten eignet sich der Strauch jedoch sehr gut als Nutzpflanze für den Kleingarten, denn er stellt kaum Ansprüche. Generell mag die Pflanze zwar Sonne, gedeiht aber auch im Halbschatten oder sogar im Schatten.

Sie braucht lediglich einen durchlässigen Boden, der ein Minimum an Humus besitzt. Ansonsten kann der Boden sauer oder alkalisch sein, trocken oder feucht.

Eine Dornenhecke

Berberitzen dienen als Hecken, dazu, Flächen zu begrünen oder Gräber zu schmücken. Sie sind effektiv, um streunende Hunde oder Katzen vom Garten fern zu halten.

Im Naturgarten sollte die Pflanze in keiner Hecke fehlen und harmoniert optisch, von der Größe und ihren Eigenschaften her, sehr gut mit Weißdorn, Feuerdorn und Schlehe. Für Vögel ist sie einer der wertvollsten Sträucher überhaupt: Drosseln sind geradezu süchtig nach den Beeren, und dieses Schlaraffenland bietet ihnen Nistplatz wie Unterschlupf.

Der Strauch gehört in jeden Naturgarten, denn er bietet Vögeln hervorragenden Schutz. (Bild: stas_malyarevsky)

Ein Tipp: Sie können eine Vogelfutterstelle einfach katzensicher halten, wenn Sie ein Vogelhaus auf einer Säule in einen Berberitzenstrauch stellen oder Futtersilos in dem Strauch aufhängen.

Pflege

Vorsicht mit den Dornen: Tragen Sie Arbeitshandschuhe mit Gummischutz oder besser noch spezielle Rosenhandschuhe. Diese bekommen Sie in Gartenfachgeschäften. Wenn Sie Sauerdorn pflanzen, empfiehlt es sich, den Boden mit einer dicken Schicht Rindenmulch zu bedecken. Es ist kein Vergnügen, die ungewollten Kräuter zwischen den Dornzweigen heraus zu zupfen.

Berberitzen vertragen radikale Schnitte und sind insofern als Heckensträucher ideal. Wenn Sie einen kleinen Strauch einpflanzen, sollten Sie diese gleich um ein Drittel kürzen, dann verzweigt sie sich gut.

Die Sträucher lassen sich mit einer Heckenschere einfach schneiden, am besten einmal im Spätsommer. Sie können fast beliebig Form und Größe wählen, ohne dass die Pflanze ihnen dies übel nimmt.

Heilwirkung der Berberitze

Die Beeren verfügen in hohem Ausmaß über Vitamin C, Zitronensäure wie Apfelsäure und Kalium. Die Fruchtsäuren reinigen den Magen. Die Früchte wirken Schweiß treibend, lösen Schleim und wirken gegen Bakterien.

Sie lassen sich einsetzen nach Infektionskrankheiten um den Körper zu stärken, gegen Zahnschmerzen und Probleme mit dem Atmen, sowie bei Magenverstimmungen.

Sie können die Früchte trocknen und im Winter als Vitamindrops nehmen oder Teemischungen beigeben, daraus Mus oder Marmelade herstellen. Bei Zahnweh können Sie die schmerzende Stelle mit dem Fruchtsaft einreiben.

Wurzelrinde

Die Wurzelrinde wirkt sogar in noch höherem Ausmaß als die Früchte. Von Selbstversuchen sollten Sie aber absehen, denn die Blätter und Wurzeln enthalten Alkaloide und sind schwach giftig. Greifen Sie hier besser auf Präparate (zum Beispiel Kapseln) zurück, die Sie in der Apotheke bekommen.

Die Wurzelrinde hilft gegen Verstopfung, Beschwerden der Galle, Blähungen, Appetitlosigkeit, Bluthochdruck, Ödeme und Kreislaufprobleme sowie gegen Leberbeschwerden, außerdem gegen Menstruationsprobleme, da es die Durchblutung fördert. Überdosierung kann aber zu Erbrechen, Durchfall, Nierenschmerzen und Nasenbluten führen.

Die Früchte der Berberitze lassen sich gut zu Marmelade verarbeiten, eignen sich aber auch z.B. als Würze für Lamm oder Hühnchen. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Berberitze essen

Getrocknete oder frische Berberitzen eignen sich als Würze für Lammspieße, Kouskous, Reis und Hühnchen und harmonieren mit Safran, Mandeln, Nüssen und Süßkartoffeln. Ihr starker Säuregehalt passt gut zu Wildgerichten wie Rehbraten oder Hasenrücken. Bei Gebäck, Süßspeisen oder Kuchen begleiten die Beeren besonders Zartbitter-Schokolade. (Dr. Utz Anhalt)