Margerite – Anwendung, Heilkraft, Rezepte

Marten Bischoff
Margeriten schätzen wir als Zierpflanze auf dem Balkon oder im Garten. In Vergessenheit geraten ist sie hingegen als Mittel gegen Husten und Krämpfe. Es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze mit kurzem Wurzelstock, die im Herbst mehrere Blattrosetten entwickelt, aus denen im folgenden Frühjahr bis zu einen Meter hohe Stängel wachsen. Das Wichtigste in Kürze:

  • Die heimische Wiesen-Margerite ist eine typische Pionierpflanze auf Magerrasen. Sie hat eine heilende Wirkung gegen Husten, Krämpfe und leichte Hautverletzungen.
  • Margeriten breiten sich im Garten aus, sind leicht zu pflegen und lassen sich vielseitig in der Küche einsetzen.

Inhaltsstoffe

Wiesen-Margerite verfügt wie auch verwandte Arten über ätherische Öle, Pyrethrin, Cinerin und Jasmolin, Tannine sowie Harze.

Margeriten schätzen wir als Zierpflanze auf dem Balkon oder im Garten. In Vergessenheit geraten ist sie hingegen als Mittel gegen Husten und Krämpfe. (Bild: SusaZoom/fotolia.com)

Wirkung

Margerite hilft gegen Darmkolik, da sie Krämpfe löst. Sie ist ein altes Mittel gegen Menstruationsschmerzen, reguliert den Blutfluss und wirkt sedativ. Die Blüten lindern Husten und Asthma. Außerdem wirken sie leicht adstringierend und mindern Entzündungen am Zahnfleisch, im Rachen und Mund. Zudem wirken Margeritenblüten gegen leichte Verbrennungen und dienen zu einer Kur gegen unreine Haut und Pickel.

Anwendung

Wir bereiten aus den Blütenköpfen einen Tee zu. Dafür können wir die Blüten trocknen oder frisch verwenden, in heißem Wasser ziehen lassen und nach zehn Minuten abgießen. Als Faustregel gilt: 12 Blüten für einen Viertelliter Wasser. Für innere Beschwerden wie Menstruationsschmerzen oder Darmbeschwerden trinken wir den Tee.

Gegen Pickel, Mitesser und unreine Haut legen wir ein Tuch in den Tee ein und den feuchten Lappen auf die entsprechende Stelle – ebenso bei Verbrennungen. Um unreine Gesichtshaut zu glätten und Pickel zu bekämpfen kochen wir einen Topf Wasser auf, legen ein bis zwei Handvoll Margeritenblüten hinein, bedecken unseren Kopf mit einem Handtuch und lassen den Dampf auf die Haut einwirken.

Die Pflanze

Die Margerite (Chrysanthemum leucanthemum) ist ein Korbblütler und eine typische Pionierpflanze, die auf Schutthalden, Brachflächen, Wiesen und halbtrockenen Böden gedeiht. Sie bevorzugt stickstoffarme Erde sowie Sonne bis Halbschatten.

Sie wächst immer in Gruppen und ihre weißen Blüten sind einfach zu finden. Margeriten breiten sich schnell aus, wenn sie ein geeignetes Terrain entdeckt haben und blühen von Mai bis in den Herbst hinein. Alle Teile der Pflanze sind essbar, können aber bei empfindlichen Menschen eine Kontaktallergie auslösen.

Blätter und Blüten

Die Laubblätter sind spatelförmig und wechselständig sowie gezähnt. Die Blüten messen bis zu sechs Zentimeter und stehen endständig auf den Stängeln, ihre Hüllblätter haben die Form von Lanzetten und schwärzliche Ränder. Der Blütenstand bildet ein Körbchen, und die weißen Zungenblüten sind Schauorgane, fruchtbar sind nur die gelben Röhrenblüten.

Margeritenblüten messen bis zu sechs Zentimeter, ihre Hüllblätter haben die Form von Lanzetten. Die weißen Zungenblüten sind Schauorgane, fruchtbar sind nur die gelben Röhrenblüten. (Bild: UJac/fotolia.com)

Vielerlei Margeriten

Unsere Wiesen-Margerite ist nur eine von 42 Arten der Gattung Leucanthemum, die in Europa weit verbreitet ist und längst auch andere Kontinente wie Nordamerika besiedelt. Auch wenn leucos weiß bedeutet, tragen manche Arten keine weißen, sondern rosa oder gelbe Zungenblüten.

Margeriten im Garten

Als Heilkraut heute fast unbekannt, gehören Margeriten dennoch zum festen Repertoire von Gärtnereien. Erstens sehen die in Flächen deckenden, weißgelben Blumen gut aus, zweitens lassen sie sich leicht pflegen. Sie mögen einen hellen Standort, kommen mit Halbschatten ebenso zurecht wie mit direktem Sonnenlicht, allerdings ist ihr Wasserbedarf hoch. Sie vertragen keine Staunässe, zugleich darf der Wurzelballen nie austrocknen. Im Hochsommer sollten wir Margeriten abends und morgens gießen. Sie zeigen uns, wenn sie Wasser brauchen – dann lassen sie Blätter und Blüten hängen.

Wollen Sie Blütenpracht? Dann düngen Sie von Frühling bis in den August mit Gartenkompost und schneiden sie welke Blüten ebenso ab wie tote Triebe. Manche Gärtner empfehlen, die Margeriten ab Oktober zum Überwintern ins Haus zu bringen. Die Wiesen-Margerite ist indessen eine einheimische Pflanze und kommt mit Frost gut zurecht.

Um Margeriten zu pflanzen können Sie im Herbst oder Frühjahr Samen aussäen. Einfacher ist es noch, wenn sie Wurzelstöcke im April oder Ende September teilen und an anderen Standorten einpflanzen. Im Sommer können Sie auch Stecklinge schneiden und diese in die Erde setzen.

Schneiden

Bei winterharten Margeriten im Garten ist ein Rückschnitt im September vor dem ersten Frost angesagt. Sie beschneiden die Stängel circa eine Handbreit über dem Boden. Die Pflanze treibt so im Frühjahr wieder gut aus. Auch bei Margeriten in Kübeln können Sie ohne weiteres bis auf die Hälfte zurückschneiden.

Überwintern oder nicht?

Margeriten in Kübeln oder Kästen sollten Sie bei Nachfrost unbedingt ins Haus holen, auch wenn es sich um winterharte Sorten handelt. Im Haus sollte die Pflanze dann an einem hellen Fenster stehen und regelmäßig frische Luft bekommen.

Bleibt die Margerite im Freien, dann stellen Sie die Blume im September nahe an das Haus, wo sie Schutz vor Wind, Schnee und Nässe hat. Ideal für Margeriten im Winter sind Temperaturen zwischen 5 und 15 Grad.

Wozu passt die Wiesen-Margerite?

Die Wiesen-Margerite teilt sich erstens das Biotop und harmoniert zweitens optisch mit Rittersporn und Lupinen, Kornblumen und Mohn.

Die Wiesen-Margerite harmoniert optisch gut mit Lupinen, Rittersporn, Kornblumen und Mohn. (Bild: Jutta Adam/fotolia.com)

Tipp – Nichts tun

Falls Sie bereits einige Margeriten im Garten haben und sich an größerer Blütenpracht erfreuen möchten – nichts geht einfacher. Lassen Sie einfach einmal die Wiese Wiese sein und mähen Sie einen Sommer lang nicht. Sie werden sich wundern, wie sich ein öder Rasen binnen kurzem in ein weißes Blütenmeer verwandelt.

Verwandte Arten

Ein einheimischer Verwandter der Wiesen-Margerite ist die Fettwiesen-Margerite. Sie sieht sehr ähnlich aus, wird aber etwas höher. Unterschiede liegen vor allem in den ökologischen Präferenzen. Die Fettwiesen-Margerite liebt nährstoffreichen und feuchten Boden im Unterschied zur Wiesen-Margerite, die Magerrasen bevorzugt. Auf reichen Wiesen sät sie sich von selbst aus und bedeckt bald ganze Gartenareale.

Die Garten-Margerite hat ein dunkleres Laub als die Wiesen-Margerite, ihre Ansprüche sind ähnlich. Sie blüht jedoch erst ab Mitte Juli.

Margerite in der Küche

Die Blattrosetten der Margerite sind nicht nur essbar, sondern lecker. Sie passen in Quark, Joghurt, Smoothies, in Salate, Dips und Brotaufstriche. Blütenknospen und die gelben Röhrenblüten können Sie in Essig oder Öl einlegen und als Vorspeisen servieren. Unseren Vorfahren dienten eingelegte Margeritenknöpfe als Kapernersatz. Die Triebe können Sie als Gemüse braten, die Wurzeln kochen oder backen. Das Aroma der Blätter erinnert an die grünen Schalen von Zucchini, die Zungen- wie Röhrenblüten schmecken duftig-süß. Am besten munden die jungen Triebe und Knospen, leicht süßlich und frisch. Sie können diese verwenden, um Suppen und Salate essbar zu dekorieren.

Ein altes Rezept sind eingelegte Margeriten-Knospen. Wir brauchen eine Handvoll davon, dazu einen Viertelliter Balsamico, ebenso viel Wasser, 50 Gramm Salz, 50 Gramm Zucker sowie einige Pfeffer- und Senfkörner. Wir kochen alles zusammen auf, bis auf die Knospen. Die schichten wir in ein Einmachglas und gießen den heißen Sud darüber. Das Glas verschließen wir, lassen alles zwei Wochen ziehen und dann: Guten Appetit.

Die Blattrosetten der Margerite sind nicht nur essbar, sondern lecker. Sie passen in Smoothies ebenso wie zu Quark, Joghurt, Salaten und Dips. (Bild: J.Mühlbauer exclus./fotolia.com)

Margeritenbowle

Eine Bowle mit Margeritenblüten eignet sich perfekt für heiße Sommertage. Waschen Sie dafür eine Handvoll Margeritenblüten sorgfältig. Dann geben Sie diese in Eiswürfelformen, füllen mit Mineralwasser auf und lassen alles im Tiefkühlfach frieren. Sie mischen jetzt jeweils ein Viertelliter Orangen- wie Apfelsaft mit Wasser und geben die Eiswürfel hinzu.

Tipp: Zusammen mit den Margeritenblüten können Sie auch Gänseblümchen und Klatschmohn verwenden.

Gebratene Margeritenblüten

Sie nehmen eine Handvoll junge Margeritenblüten, waschen diese sorgfältig, lassen sie abtropfen und wenden sie erst in Mehl, dann in Ei und dann in Brötchenkrümeln (Paniermehl). Sie erhitzen Sonnenblumenöl in einer Pfanne und braten die Blüten darin goldbraun, lassen das Öl auf Küchenpapier abtropfen und geben am Ende Salz und Zitrone hinzu. (Dr. Utz Anhalt)