20 Millionen Deutsche leiden unter Bluthochdruck

Fabian Peters

Gesundheitsrisiko Bluthochdruck – Jeder vierte Deutsche ist betroffen

17.05.2011

Rund jeder vierte Deutsche hat Bluthochdruck (Hypertonie). Anlässlich des heutigen Welt-Hypertonie-Tags hat die Deutsche Hochdruckliga e.V. darauf hingewiesen, dass mindestens 20 Millionen Menschen in Deutschland unter Bluthochdruck leiden. Bei den über 60-Jährigen ist laut Aussage der Experten sogar jeder Zweite betroffen.

Mehr zum Thema:

Da chronischer Bluthochdruck nur selten spürbare Symptome oder akute Beschwerden verursacht, wird die Krankheit häufig nicht erkannt und die Betroffenen wissen nichts von ihrer Hypertonie, erklärte die Deutsche Hochdruckliga. Es drohen jedoch erhebliche gesundheitliche Folgen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte und Herzinsuffizienz, vaskuläre Erkrankungen (z. B. Demenz) und chronische Niereninsuffizienz, warnen die Experten der Hochdruckliga. Deutschlandweit will der Verein am heutigen Welt-Hypertonie-Tag mit zahlreiche Veranstaltungen und kostenlose Blutdruckmess-Aktionen auf die Problematik des Bluthochdruck aufmerksam machen.

Bluthochdruck die häufigste Todesursache in Industrienationen
Der Deutschen Hochdruckliga zufolge ist Bluthochdruck die häufigste Todesursache in den modernen Industrieländern und rund die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland ist „hypertonieassoziiert“. Etwa 20 Millionen Menschen leiden laut Aussage der Hochdruckliga hierzulande aktuell unter Bluthochdruck, wobei rund ein Drittel der Betroffenen nichts von der eigenen Erkrankung weiß. Mögliche Anzeichen de Hypertonie können den Experten zufolge zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindel, Kurzatmigkeit, Nasenbluten, Sehstörungen und Übelkeit sein. Doch meist ist der Bluthochdruck für die Betroffenen kaum spürbar. Die drohenden Folgeerkrankungen sind allerdings erheblich und sollten nicht unterschätzt werden, warnte die Deutsche Hochdruckliga. Denn bei unbehandeltem Bluthochdruck drohen langfristig Schäden an den Blutgefäßen und andere schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, vaskuläre Erkrankungen (z. B. Demenz) und chronische Niereninsuffizienz (Nierenversagen). Um das persönliche Risiko besser einschätzen zu können, sollte der Deutschen Hochdruckliga zufolge insbesondere bei Risikopatienten wie zum Beispiel Rauchern oder Diabetikern regelmäßig eine Kontrolle des Blutdrucks erfolgen. Aber auch für den Rest der Bevölkerung empfiehlt sich laut Aussage der Experten mindestens einmal im Jahr eine Überprüfung der Blutdruckwerte.

Bluthochdruck erfordert konsequente Therapie
Die Deutsche Hochdruckliga erklärte, dass ab Blutdruckwerten von bis 140 (systolisch) zu 90 (diastolisch) eine Hypertonie vorliegt, die medizinisch zu behandeln ist. Idealerweise sollte der Wert unter 120 zu 80 liegen, erklärten die Experten des Vereins. Als Hauptrisikofaktoren für das Auftreten einer Hypertonie benannte die Deutsche Hochdruckliga Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche, zu salzhaltige Ernährung. Durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, regelmäßige sportliche Aktivitäten und eine Reduzierung des Gewichtes, könne dem Bluthochdruck relativ effizient vorgebeugt werden, betonten die Experten des Vereins. Der Deutschen Hochdruckliga zufolge lassen sich „schwerwiegende Folgeerkrankungen“ nur durch ein generelles „Bewusstsein um die Blutdruckproblematik und die konsequente Therapie eines Hypertonus“ vermeiden.

Stressvermeidung und Entspannungsübungen zur Senkung des Blutdrucks
Dabei sollten Bluthochdruck-Patienten auch Stress vermeiden, da dieser eine Verengung der Blutgefäße und damit einen steigenden Blutdruck verursachen kann. Durch Entspannungsübungen wie Yoga, Tai Chi, Qi Gong oder autogenes Training lässt sich das persönliche Stressempfinden jedoch oft maßgeblich reduzieren, wodurch eine Entspannung der Blutgefäße eintritt, diese sich weiten und der Blutdruck auf das Normalniveau reduziert werden kann. Sollten alle Änderungen des persönlichen Lebensstils keinen Effekt auf den bestehenden Bluthochdruck haben, bietet sich laut Aussage der Deutschen Hochdruckliga außerdem die Option einer medikamentösen Behandlung, um die Blutdruckwerte wieder in den Griff zu bekommen und das Risiko der Folgeerkrankungen zu minimieren. (fp)