24 Stunden rauchfrei senkt Herzinfarktrisiko

Sebastian

Nach 24 Stunden Abstinenz sinkt das Herzinfarktrisiko

22.08.2011

Das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden sinkt signifikant nach einem 24 Stunden Rauch-Stopp. Der Körper reagiert in schon kurzer Zeit auf das Nachlassen der Zufuhr von schädlichen Tabak-Substanzen. Wer durchhält, senkt kontinuierlich Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

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Nikotin ist nicht nur ein schadhafter Wirkstoff, sondern macht den Menschen hochgradig abhängig. Die meisten Menschen, die das Rauchen beenden wollen, haben mit schweren physischen und psychischen Entzugserscheinungen zu kämpfen. Wer regelmäßig zum Glimmstängel greift, stirbt im Durchschnitt sieben Jahre früher, als Nichtraucher. „Raucher sterben nicht nur früher, sie verbringen häufig auch noch einen größeren Anteil ihres ohnehin kürzeren Lebens im Zustand chronischer Krankheit und Pflegebedürftigkeit“erklärte der Leiter des Medizinischen präventiven Zentrums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Jedes Jahr sterben rund 100.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Umgerechnet bedeutet dies, dass jeden Tag etwa 300 Menschen sterben. Die Zahl der durch das Rauchen ausgelösten Todesfälle ist höher als beispielsweise von Aids, Alkohol oder Verkehrsunfällen.

Schon nach 24 Stunden ist das Herzinfarktrisiko messbar niedriger“. Wer 12 Monate abstinent lebt, vermindert das Risiko laut einiger Studien bereits um 50 Prozent. Jahr für Jahr verringert sich zudem das Risiko, an Lungenkrebs oder anderen schweren – durch das Rauchen ausgelöste – Krankheiten zu erkranken, fügt der Experte hinzu.

Vielen ehemaligen Rauchern werde die Tragweite ihres Handelns oft erst bewusst, wenn sie mit dem Konsum aufhörten. Bereits nach wenigen Tagen und Wochen können die neuen Nichtraucher wieder besser durchatmen, fühlen sich belastbarer und körperlich fitter, sagt der Präventivmediziner. Auch der Kloß im Hals und der vielfach auftretende Raucherhusten verschwindet. Der Partner und die Kinder im Haushalt werden es danken. Kinder die nicht mehr passiv mitrauchen müssen, leiden weniger an Infektionskrankheiten und sind weniger anfällig für chronische Leiden wie Asthma.

Etwa zwei Drittel der neuen Nichtraucher haben ihre Sucht mit dem sofortigen Verzicht bewältigt. Ein Drittel suchen Beratungsinstanzen, Ärzte oder Heilpraktiker auf, um sich aktiv unterstützen zu lassen. Als effektiv zeigte sich die Nichtraucher-Hypnose-Therapie. Der Ruf ist wissenschaftlicher, als viele zunächst meinen. Bei einer evidenzbasierten „Revenstorfs Studie“ konnte nachgewiesen werden, dass die Erfolgsquote nach einem Jahr mittels Hypnose immerhin bei 48,1 Prozent lag. In der Kontrollgruppe lag die Abstinenz-Quote nur bei 22,6 Prozent. (sb)