25 Prozent leiden unter Osteoporose

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Rund 25 Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter einer Osteoporose. Der Anteil der Frauen liegt bei über 70 Prozent. Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind wichtig zur Vorbeugung.

Die Osteoporose hat sich längst zu einer sogenannten Volkskrankheit entwickelt. Nach Schätzungen leiden bundesweit rund 25 Prozent der Bevölkerung unter Osteoporose, Tendenz hierbei stark ansteigend. Deutschland liegt im internationalen Vergleich im Mittelfeld, hinter Skandinavien und den USA, aber vor China und den afrikanischen Ländern. Wir haben uns anlässlich des Welt-Osteoporose-Tag die Ursachen, Entstehung und Maßnahmen zur Vorbeugung einmal genauer angeschaut.

Was passiert bei einer Osteoporose?
Bei der Osteoporose handelt es sich um eine Erkrankung, bei der ein Knochenabbau und ein Verlust der Stabilität des Skelett einher geht. Ärzte bezeichnen damit eine Knochenstoffwechselstörung, die durch den Verlust von Knochenmasse, Knochenstruktur und Knochenfunktion gekennzeichnet ist und mit Knochenbrüchen, insbesondere Wirbelfrakturen und Oberschenkelhalsfrakturen einhergeht. Vor allem Frauen sind von der Osteoporose betroffen: Rund 70 Prozent der Erkrankten sind Frauen. Frauen erkranken zumeist ab dem 50. Lebensjahr und oft nach den Wechseljahren. Männer sind oftmals nach dem 60. Lebensjahr betroffen. Viele Menschen erkranken allerdings schon nach dem 40. Lebenjahr, dabei sprechen Orthopäden dann von einer sog. „juveniler Osteoporose“. Oftmals wird die Osteoporose zu spät erkannt, nämlich dann, wenn bereits ein Knochen durch die Instabilität gebrochen ist. Zum Welt-Osteoporose-Tag am 20 Oktober informierte die Techniker Krankenkasse (TK) in Baden-Württemberg über Risiken und Vorbeugung der Erkrankung.

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Symptome einer Osteoporose
Die Beschwerden zeigen sich häufig zunächst unter Belastung, die in chronische Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen und Gliederschmerzen münden. Die Schmerzen entstehen dabei weniger in den Knochen selbst, sondern vor allem durch Muskelverspannungen in den betroffenen Körperregionen. Die Betroffenen leiden zum Teil unter sehr starken Schmerzen, im fortgeschrittenen Stadium auch ohne Belastung des Bewegungsapparates.

Frauen sind stärker betroffen
Über das größte Risiko der Osteoporose verfügen Frauen ab dem 50. Lebensalter. Dabei spielen genetische Dispositionen (in der Familie kam die Osteoporose bereits im ersten Grad vor) eine bedeutende Rolle. Ein zweiter Indikator für Risiken besteht bei Frauen, die ihr Leben lang an Untergewicht litten. Weitere Vorerkrankungen und bestimmte Medikamente u.a. mit dem Wirkstoff Cortison können die Dichte der Knochen mit beeinflussen.

Osteoporose Risiken durch Ernährung und Bewegung mindern
Bedeutende Risiken sind auch negative Lebens- und Ernährungsweisen. Wer sich wenig aktiv bewegt, sich ungesund ernährt und raucht, verfügt ebenfalls über ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Allerdings sind gerade die zuletzt genannten Risiken vermeidbar. „Hier sollte die Prävention ansetzen“, erläuterte Nicole Battenfeld, Ernährungswissenschaftlerin bei der TK. Denn wer sich aktiv und ausreichend bewegt, kann zum Beispiel den Knochenaufbau stimulieren. Eine aktive Bewegung ist auch dann sinnvoll, wenn die maximale Knochenmasse nach rund 30 Jahren bereits erreicht wurde. Trotzdem kann laut Battenfeld durch Bewegung der Abbau bis ins hohe Lebensalter positiv beeinflusst werden, wenn man sich ausreichend und regelmäßig bewegt.

Sinnvolle Bewegungsarten sind Sportarten, die an der frischen Luft praktiziert werden können. Dazu gehören Fahrradfahren, Schnelles Laufen (Joggen), Schnelles Gehen (Walken) und regelmäßige ausgedehnte Spaziergänge. Bei einer aktiven Bewegung wird das wichtige Vitamin D gebildet, dass außerordentlich für den Knochenstoffwechsel verantwortlich ist. Bewegt man sich im Freien, kann der Körper mit Hilfe der UV-Strahlen das Vitamin D selbst produzieren und einlagern.

Eine ideale und abgestimmte Ernährung kann einer Osteoporose ebenfalls vorbeugen. Zahlreiche Speisen enthalten das sehr wichtige Vitamin D. Besonders in Fisch (vor allem Seefisch), Milch, Käse, Eier, Spinat und Pilzen ist viel Vitamin D enthalten. Auf Vitamin Präparate in Form von Tabletten sollte weitestgehend verzichtet werden, da nur durch das Zusammenspiel der natürlichen Wirkstoffe eine ideale Vorbeugung erreicht werden kann.

Ein weiterer wichtiger Vorbeugefaktor ist eine Calcium-reiche Ernährung. Calcium fördert ebenso wie Vitamin D den Aufbau und Erhalt der Knochen. “Die Tagesration eines Erwachsenen sollte bei 1.000 bis 1.500 mg Calcium liegen”, so die Empfehlung die TK- Expertin. Bei Kindern und Jugendlichen, schwangeren Frauen und während der Stillzeit ist der Bedarf an dem Mineralstoff Calcium allerdings noch höher. Viel von dem wichtigen Mineralstoff lässt sich in Milch- und Milchprodukten wie Käse finden. Viel Calcium ist auch in grünem Gemüse wie Spinat oder Fenchel enthalten. Kalzium lässt sich auch in Tofu und Nüssen finden. Laut WHO liegt die empfohlene Tagesmenge von Kalzium bei Erwachsenen zwischen 450 bis 1000 Milligramm (mg). Auch hier sind Zusatzpräparate nicht unbedingt sinnvoll, da schon ein halber Liter Milch und zwei Scheiben Käse den Tagesbedarf abdecken können. Neue Studien haben zudem heraus gefunden, dass ergänzende Calziumpräparate das Herzinfarkt Risiko begünstigen können. Deshalb sollten solche zusätzlichen Präparate nur in enger Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. “Calcium-Präparate sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Ein Zuviel kann auch negative Auswirkungen haben”, wie auch die TK-Gesundheitsexpertin rät.

Welche Ernährung sollte zur Osteoporose Vorbeugung vermieden werden?
Einige Lebensmittel können allerdings die wichtigen Mineralstoffe auch wieder entziehen. Dazu gehören größere Mengen an Kaffee (Koffein) und Alkohol. Diese beiden Stoffe bewirken, dass Calcium in großen Mengen über die Nieren wieder ausgeschieden wird. Große Mengen an Wurst, Schmelzkäse, Fleisch und Softdrinks sind ebenso negativ, da sie Phosphate enthalten, die eine Einlagerung von Kalzium in den Knochen behindern. "Wer phosphathaltige Lebensmittel und Fertiggerichte meiden möchte, sollte auf der Packung nach den Nummern E 338 bis 341 und E 450 Ausschau halten", so der Ratschlag der Ernährungsexpertin. Da in letzter Zeit auch Aluminium unter dem Verdacht steht, Osteoporose zu begünstigen, sollten keine Aluminiumtöpfe und –kessel verwendet werden.

Frühe Diagnose wichtig für eine erfolgreiche Behandlung
Wird eine Osteoporose rechtzeitig erkannt, so gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten und Therapien, um die Symptome zu lindern oder die Auswirkungen der Krankheit zu stoppen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, bei minimalsten Symptomen einen Arzt aufzusuchen. Nur bei einer rechtzeitigen Behandlung können die schmerzhaften Beschwerden gestoppt werden. (sb, 13.10.2010)

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