250.000 wechselten die Krankenkasse

Heilpraxisnet

250.000 Krankenversicherte wechselten bereits ihre Krankenkasse oder haben einen Wechsel schon beantragt. Verantwortlich für den Wechsel dürften die neuen Zusatzbeiträge sein.

Rund 250.000 Krankenversicherte wechselten bereits ihre Krankenkasse oder haben einen Wechsel schon beantragt. Weitere gesetzlich Versicherte könnten folgen. Das jedenfalls berichtet der Berliner Tagesspiegel in seiner neusten Ausgabe. Der sprunghafte Anstieg beim Wechseln der Krankenkasse dürfte das Ergebnis der erhobenen Zusatzbeiträge sein, den einige Krankenkassen seit Februar diesen Jahres erheben. Die meisten Krankenkassen, die pauschale Zusatzbeiträge erheben, verlangen von ihren Versicherten eine zusätzliche Pauschale von acht Euro. Pauschal deshalb, weil der Zusatzbeitrag unabhängig vom Einkommen des Versicherten erhoben wird. Die meisten Versicherten (etwa 130.000) wechselten zu der Techniker Krankenkasse. In die Barmer GEK wechselten seit Jahresbeginn etwa 100.000 Krankenversicherte.

Hartz IV Bezieher werden durch die Argen aufgefordert, die Krankenkasse zu wecheln, wenn sogenannte Zusatzbeiträge der Kassen fällig werden. Denn die Kosten für die Zusatzbeitröge werden von den Argen nicht übernommen, es sei denn die Versicherten wären wegen laufenden Behandlungen an die Krankenkasse gebunden. So jedenfalls steht es in den neusten Handlunsanweisungen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Es ist also zu vermuten, dass viele Wechselwillige Hartz IV-Leistungen beziehen und auf Druck der Behörden die Krankenkasse gewechselt haben. Ansonsten hätten die Versicherten die zusätzlichen Kosten vom ALG II Regelsatz begleichen müssen.

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Viele Krankenkassen beklagten unterdessen die schlechte Zahlungsmoral ihrer Mitglieder. Zwischen September und Dezember 2009 ist die Zahl der Vollstreckungsmaßnahmen u.a. bei der DAK von 32.000 auf 36.000 gestiegen. Die DAK erhebt seit Anfang diesen Jahres acht Euro pro Monat. Der Grund für diese Zusatzbeiträge ist das große Defizit der Krankenkassen. Das Defizit in der gesetzlichen Krankenversicherung wird auf 7,8 Milliarden Euro für 2010 beziffert. Aufgrund der Unterfinanzierung des Gesundheitsfonds müssten die meisten Krankenkassen Zusatzbeiträge von ihren Versicherten abverlangen. Die Beiträge ließen sich laut Krankenkassen in diesem Jahr nicht mehr vermeiden. (29.03.2010)