80 Prozent der Menschen in Städten leiden unter gefährlicher Feinstaubbelastung

In der heutigen Zeit nimmt die Umweltverschmutzung immer weiter zu. So ist zum Beispiel die Luftverschmutzung ein großes Problem für die Bewohner von Städten. Die Werte der Verschmutzung sind dort oft so hoch, dass eine Bedrohung für unsere Gesundheit entsteht, die Millionen von Menschen jährlich das Leben kostet. (Bild: Ralf Geithe/fotolia.com)
Alexander Stindt
Luftverschmutzung steigt weiter und nimmt bedrohliche Ausmaße an
Mehr als 80 Prozent der Menschen auf der Welt leben in Städten, deren Luftverschmutzung eine gefährliches Niveau erreicht hat. Forscher von der WHO fanden heraus, dass jedes Jahr etwa drei Millionen Menschen jährlich vorzeitig versterben, weil sie starker Luftverschmutzung ausgesetzt sind.

Immer mehr Menschen auf der Welt leben in schnell wachsenden Städten. Es ist nicht verwunderlich, dass in solchen Gegenden die Luftverschmutzung immer weiter zunimmt. Forscher von der Weltgesundheitsorganisation WHO fanden jetzt bei einer Untersuchung heraus, dass mehrere Millionen Menschen jedes Jahr an den Auswirkungen der verschmutzten Luft sterben. Besonders stark ist die Luftverschmutzung dabei in Ländern mit mittlerem oder niedrigem Einkommen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in einer Pressemitteilung.

In der heutigen Zeit nimmt die Umweltverschmutzung immer weiter zu. So ist zum Beispiel die Luftverschmutzung ein großes Problem für die Bewohner von Städten. Die Werte der Verschmutzung sind dort oft so hoch, dass eine Bedrohung für unsere Gesundheit entsteht, die Millionen von Menschen jährlich das Leben kostet. (Bild: Ralf Geithe/fotolia.com)
In der heutigen Zeit nimmt die Umweltverschmutzung immer weiter zu. So ist zum Beispiel die Luftverschmutzung ein großes Problem für die Bewohner von Städten. Die Werte der Verschmutzung sind dort oft so hoch, dass eine Bedrohung für unsere Gesundheit entsteht, die Millionen von Menschen jährlich das Leben kostet. (Bild: Ralf Geithe/fotolia.com)

In ärmeren Ländern leiden 90 Prozent der Stadtbewohner unter der Luftverschmutzung
Umweltverschmutzung betrifft uns alle. So ist es auch bei der Luftverschmutzung. Gerade Menschen in Städten müssen oft mit den negativen Auswirkungen von verschmutzter Luft leben. Besonders schlimm ist die Luftverschmutzung in ärmeren Ländern. Es ist ein starkes Gefälle zwischen Arm und Reich zu erkennen, sagen die Forscher der WHO. In Ländern mit einem hohen Einkommen sind nur 56 Prozent der Menschen in Städten von der Luftverschmutzung betroffen. In Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen leiden dagegen ganze 98 Prozent der Stadtbewohner unter den Auswirkungen der verschmutzen Luft, fügen die Experten hinzu. Der durchschnittliche Grad der Luftverschmutzung stieg zwischen 2008 und 2013 weltweit um etwa acht Prozent an. In den meisten reichen Ländern hat sich aber der Zustand der Luft über den gleichen Zeitraum etwas verbessert, erläutern die Forscher.

Was bedeutet PM10 und PM2,5?
Die höchsten Werte der Feinstaubbelastung wurden im östlichen Mittelmeerraum und Südostasien festgestellt. Dort überschreiten die Werte oft die sicheren Grenzen um mehr als das fünf- bis zehnfache, sagen die Wissenschaftler. Generell teilt man Feinstaub in zwei Gruppen ein. PM10 ist inhalierbarer Feinstaub und PM2,5 bezeichnet sogenannte lungengängige Feinstaubpartikel. Die Zahl bezieht sich dabei immer auf den aerodynamischen Durchmesser. PM10 bedeutet zum Beispiel, dass die Partikel einen kleineren Durchmesser als zehn Mikrometer aufweisen.

Zabol im Iran hat die höchste Feinstaubbelastung (PM10)der Welt
Die WHO warnte davor, dass sich die Luftverschmutzung in Großbritannien bereits verheerend auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Städte in anderen europäischen Ländern, wie beispielsweise Paris, haben einmal im Monat einen Tag eingeführt, an dem keine Autos in der Stadt geduldet werden, um die Feinstaubbelastung zur verringern, sagen die Experten. Die Stadt mit den höchsten gemessenen Feinstaubwerten auf der Welt ist Zabol im Iran. Gefolgt von Gwalior und Allahabad in Indien sowie Riad und Al-Jubail in Saudi-Arabien, fügen die Mediziner hinzu. Die Probleme in Zabol sind allerdings weitgehend ein natürliches Phänomen. Jeden Sommer toben dort sogenannte Staubstürme, die auch als 120-Tage Wind bezeichnet werden, erläutern die Autoren der WHO. Der Jahresdurchschnitt für Feinstaubbelastung in der Stadt war nach Angaben der WHO etwa 21 Mal höher als das empfohlene Niveau. Die Belastung durch kleine lungengängige Partikel in der Luft war sogar 26 Mal höher als der Normalwert, fügen die Experten hinzu.

Onitsha in Nigeria hat weltweit die höchste Konzentration von PM2,5
Die Stadt mit den höchsten Werten von kleinen lungengängigen Partikeln war Onitsha in Nigeria. Die Stadt ist für ihre Staus, Industrie und die unregulierten Müllhalden bekannt, sagen die Autoren. Dort lag die Spitze der Belastung durch sogenannte lungengängige Partikel um das 30-fache über dem empfohlenen Niveau. Auch weit oben auf der Liste standen Peshawar in Pakistan, gefolgt von Zabol im Iran, Rawalpindi in Pakistan und Kaduna in Nigeria, erklären die Experten. Aber auch in den reicheren Ländern der Welt ist die Luftverschmutzung ein schwerwiegendes Problem. In Paris lag die durchschnittliche Menge der kleinen Partikel etwa 40 Prozent über den empfohlenen Werten. Die Menge an feinen Partikeln lag sogar 80 Prozent darüber, fügen die Wissenschaftler von der WHO hinzu. (as)

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