Abnehmen: Mit Ballaststoffen Kilos abnehmen und Typ-2-Diabetes umkehren

Volker Blasek

Eine ballaststoffreiche Kost fördert die Darmflora

Eine internationales Forscherteam zeigt in einer aktuellen Studie, wie sich eine chinesische Diät positiv auf die Darmflora und somit auf die gesamte menschliche Gesundheit auswirkt. Die Kernaussagen der Studie sind:

  • Darm-Bakterien, die durch Ballaststoffe gefördert werden, lindern Typ-2-Diabetes.
  • Eine ballaststoffreiche Ernährung kann zu einem effizienteren Gewichtsverlust führen.
  • Ballaststoffe können eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora neu ausbalancieren.
  • Die Studie bietet eine neue analytische Methode zur Untersuchung der Beziehung zwischen der Darmflora und chronischen Stoffwechselerkrankungen.

Die sechsjährige Studie wurde von der Rutgers University in New Jersey geleitet und von der Jiao Tong Universität in Shanghai unterstützt. Das Studienteam zeigte, dass Ballaststoffe die Darmflora neu ausbalancieren und so eine Vielzahl positive Aspekte erzielen können. Neben einer besseren Blutzuckerkontrolle und Fettreduzierung konnte auch der sogenannte HbA1c-Wert gesenkt werden. Dieser Wert gibt an, wie hoch der durchschnittliche Blutzuckerwert der vergangenen Wochen war und ist insbesondere für Diabetiker ein wichtiger Messwert zur Kontrolle. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich Fachjournal „Science“ publiziert.

Eine ballaststoffreiche Ernährung kann die Darmflora neu ausbalancieren und so zu einer effizienteren Gewichtreduktion und besseren Blutzuckerwerten führen. (Bild: pat_hastings/fotolia.com)

Fasern sollten ein wichtiger Bestandteil der Ernährung sein

„Unsere Studie legt den Grundstein und eröffnet die Möglichkeit, dass Fasern, die auf bestimmte Darmbakterien abzielen, zu einem wichtigen Bestandteil der allgemeinen Ernährung werden sollten“, erläutert Liping Zhao, Professor an der Fakultät für Biochemie und Mikrobiologie an der Rutgers University in New Brunswick in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.

Ablauf der Studie

Zhao untersuchte zusammen mit Wissenschaftlern der Jiao Tong Universität in Shanghai Patienten mit Typ-2-Diabetes. Die 27 Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. In einer Gruppe erhielten die Teilnehmer eine große Menge verschiedener Arten von Ballaststoffen, zusammen mit einer ausgeglichenen Ernährung. Eine Kontrollgruppe mit 16 Personen erhielt eine Standard-Ernährung nach allgemeinen Ernährungsempfehlungen.

Mikroben essen mit

„Blattgemüse, Vollkornprodukte, Früchte mit Fasern: Es gibt viele Beweise dafür, dass Mikroben die Lebensmittel verdauen, die unsere Körper nicht verdauen kann“, kommentiert Dr. Lynn Bry, Direktorin des „Massachusetts Host-Microbiome Center“ an der Harvard University die Studienergebnisse. Beim Essen werde nicht nur der eigene Körper versorgt, sondern auch die Mikroorganismen der Darmflora gefüttert.

Abnehmen durch ballaststoffreiche Kost

Schon zwölf Wochen nach Beginn der Studie verzeichneten die Teilnehmer aus der Gruppe der ballaststoffreichen Kost eine stärkere Senkung des Blutzuckerspiegels als die Kontrollgruppe. Auch die Nüchternblutzuckerwerte sanken schneller in der Ballaststoff-Gruppe und sie verloren mehr Gewicht.

Gezielter Aufbau der Darmflora

Aus der Gruppe der Darmbakterien, die kurzkettige Fettsäuren produzieren, konnten die Forscher 15 von 141 Stämme identifizieren, die eine Schlüsselrolle für eine bessere Gesundheit spielen sollen. Die gezielte Förderung dieser Stämme führte laut den Wissenschaftlern zu erhöhter Insulinproduktion und besserer Blutzuckerkontrolle.

Appetitkontrolle durch Bakterien

„Viele Bakterien bauen Kohlenhydrate wie Ballaststoffe ab und produzieren kurzkettige Fettsäuren, die die Darmzellen nähren“, resümieren die Forscher. Dadurch würden Entzündungen reduziert und der Appetit kontrolliert werden.

Diabetes bald heilbar?

Weitere Studien seien bereits in Planung, um festzustellen, ob Veränderungen in der Darmflora gezielt zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt werden können. Möglicherweise könne dadurch sogar eine Heilung von Typ-2-Diabetes erzielt werden, so die Wissenschaftler. (vb)