Läusebefall: Schnelle Hilfe wenn der Kopf juckt und brennt

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Läusebefall: kein Grund zur Panik: Kopfläuse wirksam behandeln
Der Befall von Läusen ist der Albtraum aller Eltern und Lehrer. Es gibt allerdings keinen Grund zur Aufregung. Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen, beruhigt: „Kopfläuse kommen bei Kindern häufig vor“. Es gibt verschiedene Arten von Läusen, deren Übertragung auf unterschiedliche Weise stattfindet. Meist ermöglicht enger Körperkontakt die Übertragung der Parasiten. Mit dem richtigen Wirkstoff werden Läuse vollständig entfernt. Eine Beratung durch die Apotheke zu geeigneten Mitteln unterstützt bei einer erfolgreichen Behandlung.

Kopfläuse sind kleine Insekten, die sich auf der menschlichen Kopfbehaarung ansiedeln und dort ihre Eier ablegen. Ganz selten, bei starkem Befall, können auch andere behaarte Stellen des Oberkörpers betroffen sein. Eine ausgewachsene Kopflaus hat einen länglichen Körper und ist circa drei Millimeter groß. An ihren sechs Beinen befinden sich hakenförmigen Krallen, mit denen sie sich besonders gut an Haaren festhalten kann. Diese Beine ermöglichen es ihr, über die Haare zu krabbeln und von einem Kopf zum nächsten zu wandern. Ihre einzige Nahrung ist das Blut des Menschen. Die Laus besitzt stechend-saugende Mundwerkzeuge. Weil sie beim Saugen ein Betäubungsmittel abgibt, spürt man den Stich in der Regel nicht sofort. Die Parasiten saugen mehrfach am Tag Blut, um sich zu ernähren. Eine Kopflaus kann durchschnittlich nur 24 Stunden ohne Nahrung auskommen, manche Arten schaffen dies maximal 55 Stunden.

Ein Befall mit Kopfläusen ist besonders häufig bei Kindern festzustellen, doch die lästigen Parasiten springen auch leicht auf Erwachsene über. (Bild: Lars Zahner/fotolia.com)

Kopfläuse werden durch enge zwischenmenschliche Kontakte übertragen. Dabei wandern sie sozusagen von Haar zu Haar. Springen oder fliegen können Kopfläuse zwar nicht, aber sie können schnell krabbeln. Kopfläuse treten gehäuft im Herbst und Winter auf. Am anfälligsten für Ansteckung und Verbreitung sind Kinder, da sie engen Kontakt mit ihren Mitmenschen suchen und sich oft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten aufhalten. Meist sind dann auch die Familienangehörigen betroffen. Haustiere sind keine Überträger. Läuse können sich bei jedem Menschen niederlassen, trotz bester Kopfpflege und täglicher Haarwäsche. Bei der Auswahl des Haarschopfes sind sie nicht wählerisch, jeder Kopf ist ihnen als Nahrungsquelle willkommen.

Symptome und Behandlung
Die Lausbisse verursachen Rötungen und Juckreiz, welche die Betroffenen dazu veranlassen, sich ständig am Kopf zu kratzen. Grund ist, dass die Laus bei jeder Blutmahlzeit eine kleine Menge Speichel in die Kopfhaut spritzt. Besonders im Nacken und hinter den Ohren entwickelt sich ein teils eitrig entzündeter Hautausschlag, der zu bakteriellen Hautinfektionen führen kann. In diesem Fall ist ein Besuch in einer Arztpraxis notwendig. Am Anfang lassen sich die Läuse und ihre Eier, die sogenannten Nissen, nur schwer auf der Kopfhaut erkennen. Die Nissen sind besonders gut im Nacken- und Schläfenbereich zu entdecken. „Ein Hilfsmittel, um Läuse zu entdecken, ist der Läusekamm. Damit kämmt man mit einer Pflegespülung das Haar Strähne für Strähne, und bei Befall findet man Kopfläuse oder Larven“, erklärt Kammergeschäftsführerin Justus. Der Spezialkamm ist in Apotheken erhältlich.

Kopfläuse gibt es weltweit, aber vor allem Kinder sind sehr häufig betroffen. Da die Kopflaus nicht springen, sondern nur klettern kann, ist sie beim Wirtswechsel darauf angewiesen, dass sich die Haare zweier Menschen berühren. Wahrscheinlich ist dies der Grund, weshalb Mädchen häufiger von Kopfläusen befallen sind als Jungen. Manchmal werden ganze Schulen, Kindergärten oder Kindertagesstätten von einer Kopflausepidemie heimgesucht. Wichtig für Eltern ist zu wissen, welche Verhaltensregeln es gibt und welche Behandlungsmethode für ihre Kinder geeignet ist. Apotheker helfen bei der Auswahl medizinischer Produkte.

Einige auf dem Markt angeboten Wirksubstanzen sind für Säuglinge und Kleinkinder schädlich. Aus diesem Grund sollten sich Eltern von Kindern bis zu drei Jahren vom Arzt über die geeignete Behandlung beraten lassen. In der Regel erfolgt diese jedoch in Selbstmedikation, denn heutzutage stehen zahlreiche rezeptfreie Präparate zur Läusebekämpfung zur Verfügung. Bei Kindern bis zwölf Jahren übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Medikation, sofern ein Rezept vom Kinderarzt vorliegt.

Es gibt zwei Gruppen Anti-Läuse Mittel: neurotoxisch wirkende Präparate mit beispielsweise Pyrethrumextrakt oder physikalisch wirkende Läusemittel auf Silikonöl-, Mineralöl- oder pflanzlicher Basis. Bei richtiger Anwendung helfen beide Präparate gleich gut. Bei modernen Kopflausmitteln ist eine Einwirkzeit von zehn Minuten ausreichend und es genügt eine einzige Anwendung, um sich der Plagegeister zu entledigen. Bei vielen Präparaten muss die Anwendung nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden. Dabei sollten die genauen Angaben des Herstellers bezüglich Einwirkzeit und Wiederholung beachtet werden. Kinder dürfen direkt nach der Anwendung wieder in den Kindergarten oder die Schule gehen. In der Regel reicht hierfür eine Bestätigung der Eltern, dass eine Anti-Läuse-Behandlung durchgeführt wurde. Bisher waren die Möglichkeiten, einem Kopflausbefall vorzubeugen, begrenzt. Aktuell sind drei neue Präparate auf dem Markt, die präventiv wirken. Diese sind in den örtlichen Apotheken erhältlich.

Parasiten wie Flöhe und Läuse waren die idealen Krankheitsüberträger. (Bild: fotoliaxrender/fotolia.com)

Maßnahmen zur Säuberung der Umgebung
Leidet ein Kind unter Läusebefall, sollten Eltern ihre eigenen Haare und die der Geschwister genau untersuchen, damit diese gegebenenfalls unverzüglich mitbehandelt werden können. Dies ist wesentlich wichtiger als die gründliche Reinigung der Umgebung, da Läuse nur auf dem Kopf des Menschen überleben können. Bekommen sie dort kein Blut als Nahrung, sterben sie nach spätestens zwei Tagen. Aus diesem Grund bleiben die Tiere lieber in den Haaren, als dass sie sich an anderen Orten aufhalten. Eine Übertragung über Mützen oder andere Gegenstände bildet somit eher die Ausnahme. Kämme, Bürsten und Haarschmuck sind zur Sicherheit mit 60 Grad heißem Seifenwasser zu reinigen.

Auch Kuscheltiere und Puppen sind für Läuse nicht attraktiv als Aufenthaltsort, da sie dort ebenso wenig überleben können. Eine Laus, die sich dort versehentlich aufhält, ist aufgrund des Nahrungsmangels nach wenigen Stunden zu geschwächt, um sich an einem neuen Wirt festzuklammern und in die Kopfhaare zu krabbeln. Das tagelange Aufbewahren der Kuscheltiere in Plastiktüten oder gar das Einfrieren ist also überflüssig. Spezielle Waschmittel für Kleider, Möbel und Teppiche sind ebenfalls nicht angezeigt. Um ein besseres Gefühl zu haben, können Bettwäsche, Handtücher und Schlafkleidung einmal ausgetauscht werden. Tägliches Wechseln und Waschen ist nicht erforderlich und führt nur zu unnötigem Stress und hohem Wasserverbrauch. Hunde und Katzen können keine Läuse übertragen, weshalb mit ihnen bedenkenlos weiter gekuschelt werden kann.

Ein spezieller Läusekamm ist wichtig, um die kleinen Plagegeister im Haar erkennen zu können. (Bild: K. Zernecke/fotolia.com)

„Eltern sollten wissen, dass sie, sobald sie Kopfläuse bei ihrem Kind feststellen, verpflichtet sind, dies im Kindergarten oder in der Schule zu melden. Dies schreibt das Infektionsschutzgesetz vor“, informiert Geschäftsführerin Isabel Justus. „Darüber hinaus ist es wichtig, sofort mit der Behandlung zu beginnen und ebenfalls unverzüglich Freunde oder Vereinskameraden des Kindes in Kenntnis zu setzen.“