Parasiten in Sushis: Magen-Darm-Infekt durch Mini-Fadenwürmer

Alfred Domke

Anisakiasis durch Fadenwürmer: In Sushi stecken manchmal gefährliche Parasiten
In den vergangenen Jahrzehnten wurde japanisches Essen auch in Europa immer populärer. Kaum eine größere Stadt in Deutschland kommt heute ohne ein Sushi-Restaurant aus. Die Fischgerichte gelten zwar als sehr gesund, doch manchmal sind darin auch gefährliche Parasiten zu finden, die teils zu heftigen Magenschmerzen führen können.

Sushi mit Nebenwirkungen
Die hohe Lebenserwartung der Japaner wird unter anderem mit ihrer gesunden Ernährung in Verbindung gebracht. Sushi und Co sorgen demnach für ein langes Leben. In der Vergangenheit hat sich jedoch gezeigt, dass roher Fisch auch eine Gefahr für die Gesundheit darstellen kann. So berichteten chinesische Mediziner vor Jahren über einen Patienten, der nach dem Sushi-Verzehr tausende Bandwürmer im Körper hatte. In Portugal wurde nun ebenfalls ein Fall bekannt, bei dem sich der Konsum der beliebten japanischen Speise negativ auf die Gesundheit auswirkte.

In Portugal haben Mediziner bei einem Mann Larven von Fadenwürmern aus dem Bauch entfernt die er sich durch den Verzehr von Sushi geholt hatte. (Bild: Lukas Gojda/fotolia.com)

Magenschmerzen durch Fadenwürmer
Mediziner um Dr. Joana Carmo vom Hospital Egas Moniz in Lissabon (Portugal) berichten im „British Medical Journal Case Reports“ über einen Patienten, der eine Woche lang an starken Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber zu leiden hatte, nachdem er Sushi gegessen hatte.

Die Symptome des 32-Jährigen und ein Bluttest, der erhöhte Entzündungswerte anzeigte, wiesen auf Anisakiasis hin, eine Infektionskrankheit, die durch Fadenwürmer verursacht wird.

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Die winzigen Parasiten finden sich mitunter in rohem Fisch wie Sushi oder Matjes. „Anisakis können Lachs, Hering, Kabeljau, Makrele, Tintenfische, Heilbutt und Red Snapper infizieren“, erklärte Carmo laut einem Bericht von „CNN“.

Sie sagte: „In den europäischen Ländern ist der Fischbefall wahrscheinlich häufiger als wir dachten. Eine Studie zeigte, dass Anisakis simplex (die am häufigsten mit menschlichen Infektionen assoziierte Art) in 39,4 Prozent der frischen Makrele, die von verschiedenen Fischmärkten in Granada, Spanien, untersucht wurden, gefunden wurde.“

Und in einer weiteren Studie in Spanien wurde festgestellt, dass fast 56 Prozent des Blauen Wittlings, der in fünf Supermarktketten verkauft wurde, befallen war.

Fisch erhitzen oder einfrieren
Um einer Infektion vorzubeugen, muss der Fisch auf über 60 Grad erhitzt oder auf unter -20 Grad gekühlt werden. Diese Temperaturen überlebt der Erreger nicht.

Bei dem Patienten in Lissabon wurden die Larven von Anisakis-Fadenwürmern mithilfe einer endoskopischen Untersuchung festgestellt. Die Ärzte entfernten die Parasiten mit einem speziellen Netz.

Danach waren „die Symptome des Patienten sofort abgeklungen“, berichtete das Klinik-Team laut einem Bericht der „BBC“. (ad)