Schwimmbad: Woher kommen die roten Augen? Durch Urin oder eher Chlor?

Sebastian
Hotel- und Schwimmbadbesucher gehen davon aus, dass das Wasser im Pool gereinigt ist. Bekommt man rote Augen, wenn man längere Zeit im Wasser ist, meinen die Meisten, dass das vom Chlorwasser kommt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, wie das US-amerikanische Water Quality and Health Council aktuell mitteilt. Vielmehr ist die Rötung auf eine chemische Reaktion von Chlor mit Urin und Schweiß zurückzuführen.

Rote Augen im Schwimmbad werden durch eine chemische Reaktion von Chlor mit Urin und Schweiß verursacht
Rote Augen beim Schwimmen sind ein Zeichen für Urin und Schweiß im Pool
„Der Chlorgeruch am Pool kommt nicht wirklich vom Chlor“, erläutert Chris Wiant, Vorsitzender des Water Quality and Health Council. „Was man riecht, sind Chemikalien, die entstehen, wenn Chlor sich mit Urin, Schweiß und Schmutz vom menschlichen Körper mischt.“ Er zitiert Dr. Tom Lachocki von der National Swimming Pool Foundation: „Schwimmer Augen sind der farbliche Beweis, das jemand in den Pool gepinkelt hat.“

Rote Augen im Schwimmbad durch Urin. (Bild: Rob hyrons – fotolia)

Dem amerikanischen Zentrum zur Kontrolle von Krankheiten zufolge entstehen dabei die Stoffe Chlorcyan und Stickstofftrichlorid. Beide Stoffe sollten nicht in den Körper gelangen. Chlorcyan wurde im Ersten Weltkrieg in Kombination mit Blausäure sogar als als chemischer Kampfstoff eingesetzt. Dennoch betonen die Experten, dass es keinen Grund zur Panik gebe und auf den Besuch im Schwimmbad keinesfalls verzichtet werden solle. So gilt Stickstofftrichlorid in Konzentrationen bis zu 18 Prozent als ungefährlich. Auch die Mengen an Chlorcyan, die durch die chemische Reaktion mit Urin und Schweiß entstehen, seien minimal.

Jeder Schwimmbad-Besucher kann etwas für sauberes Wasser und gegen Augenrötungen tun. „Für ein gesundes Pool-Erlebnis duschen Sie vor dem Schwimmen, um Schweiß, Schmutz, Kosmetika und Spuren von Fäkalien zu entfernen – ja, wir alle haben so etwas am Körper, also bitte gründlich duschen“, rät Wiant. Und Pausen, um die sanitären Anlagen aufzusuchen, sollten für jeden selbstverständlich sein.

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