Abnehmen: Mikro-Pflaster kann negatives Bauchfett auch ohne Diät abbauen

Sebastian

Mikro-Nadel-Pflaster als neue Diät-Option

Immer mehr Menschen leiden an Übergewicht. Besonders Bauchfett schädigt die Gesundheit, wie zahlreiche Studien bereits bewiesen. Einem Forscherteam ist es nunmehr gelungen, eine effektive Methode zu entwickeln, um überschüssige Pfunde am Bauch zu reduzieren. Ein Mikro-Nadel-Pflaster soll in der Lage sein, ungesundes Fett in energieverbrauchendes umzuwandeln.


Die Wissenschaftler der Nanyang Technological University in Singapur haben ein Pflaster entwickelt, welches Fett in der Bauchgegend abbauen kann. Die Mediziner veröffentlichten eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen ihrer Studie.

Schlechtes Bauchfett schädigt die Gesundheit. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Große Erfolge bei Versuchen an Mäusen

Die Mediziner aus Singapur entwickelten jetzt eine neue Methode zum Abbau vom Körperfett in der Bauchgegend. Mit der Hilfe eines Pflasters mit Mikronadeln soll ungesundes Fett in Fett umgewandelt werden, welches dann Energie verbrennt. Dieses Pflaster wurde bereits an Mäusen angewendet. Die Mäuse erhielten eine fettreiche Ernährung, aber durch das Pflastert konnte die Fettmasse der Tiere in nur vier Wochen um 30 Prozent reduziert werden.

Wie ist das Pflaster aufgebaut?

Das verwendete Pflaster besitzt Hunderte von sogenannten Mikronadeln, welche jeweils dünner sind als ein menschliches Haar. Die in dem Pflaster enthaltenen Wirkstoffe sind ein sogenannter Beta-3-adrenerger Rezeptor-Agonist und ein Medikament mit der Bezeichnung T3-Triiodothyronin. Die Forscher erklärten, dass es ausreicht das Pflaster für nur etwa zwei Minuten auf die Haut zu drücken, dann dringen die Mikronadeln bereits in die Haut ein und lösen sich von dem Pflaster.

Das Pflaster kann anschließend entfernt werden. Die Nadeln bauen sich mit der Zeit langsam ab und das Medikament diffundiert in die weiße Unterhaut. Dort verwandelt das Medikament das energiespeichernde weiße Fett in energieverbrennende braune Fette.

Pflaster könnte das Problem der Adipositas weltweit reduzieren

Braunes Fett ist bei Babys in hohem Maße vorhanden. Es hilft dem Baby, sich durch das Verbrennen von Energie warm zu halten. Wenn Menschen älter werden, verringert sich die Menge an braunen Fetten und diese werden durch viszerale weiße Fette ersetzt. Die Forscher glauben, dass das neue Pflaster und das neue Medikament dazu beitragen könnten, das Problem der Adipositas weltweit zu reduzieren, ohne dass eine Operation oder Medikamente notwendig wären, die große Dosierungen erfordern und schwerwiegende Nebenwirkungen haben können.

Medikament hat geringere Kosten und reduzierte Nebenwirkungen

„Mit den eingebetteten Mikronadeln in der Haut der Mäuse begannen die umgebenden Fette sich in fünf Tagen zu bräunen, was den Energieverbrauch der Mäuse erhöhte und dann zu einer Verringerung des Körperfettanteils führte“, erklärt Professor Xu Chenjie in der Pressemitteilung. Die Menge an Medikamenten, die wir in dem Pflaster verwenden, ist viel geringer als bei oraler Medikation oder einer injizierten Dosis. So können die Kosten für Arzneimittelwirkstoffe reduziert werden und gleichzeitig werden durch das Design mit langsamer Freisetzung die Nebenwirkungen minimiert, fügt der Experte hinzu.

Fett im Körper kann zu gefährlichen Erkrankungen führen

Fettleibigkeit, die mit einer übermäßigen Fettbildung verbunden ist, stellt einen maßgeblichen Risikofaktor für verschiedene Krankheiten, einschließlich Herzerkrankungen, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes dar.

Pflaster soll erschwinglich und leicht einsetzbar sein

„Wir wollten ein schmerzfreies Pflaster entwickeln, dass jeder Mensch einfach verwenden kann“, sagt Professor Chen. Außerdem sollte es auch noch erschwinglich sein. Die Lösung zielt darauf ab, den Körperfettanteil einer Person zu nutzen, um so mehr Energie zu verbrennen. Dies ist ein natürlicher Prozess bei Babys.

Welche Medikamente sind enthalten?

Die mit den Pflastern behandelten Mäuse hatten zudem signifikant niedrigere Blutcholesterin- und Fettsäurespiegel im Vergleich zu den unbehandelten Mäusen, erläutern die Autoren der Studie. Zudem sei das Pflaster kostengünstig zu produzieren. Enthalten seien die Beta-3-adrenergen Rezeptor-Agonisten in Kombination mit Hyaluronsäure. Diese Substanz kommt natürlich im menschlichen Körper vor und wird häufig in Produkten für die Haut verwendet, wie beispielsweise Feuchtigkeitsspender. Der Beta-3-adrenergen Rezeptor-Agonist ist ein Medikament, welches bei überaktiven Blasen verwendet wird. T3 Trijodthyronin ist ein Schilddrüsenhormon, welches häufig zur Behandlung von einer Schilddrüsenunterfunktion verwendet wird.

Bis zur Marktreife wird es allerdings noch eine Zeit dauern. Experten erwarten, dass das Pflaster erst in ein paar Jahren nach Zulassung zu beziehen ist. (as)