Achtung Gesundheitsrisiko: Bienen- und Wespenstiche können tödlich enden

Alfred Domke
Allergische Reaktionen: Gefahren durch Wespen- und Bienenstiche nicht unterschätzen
Egal ob beim Kuchenessen im Garten, in der Eisdiele oder im Biergarten: Im Sommer kann es leicht passieren, dass man von einer Biene oder Wespe gestochen wird. Vor allem für Menschen mit einer Insektenstichallergie können Stiche gefährlich werden. Die Gefahr sollte nicht unterschätzt werden, warnt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Auch für Nicht-Allergiker gefährlich
In den Sommermonaten kann es schon mal vorkommen, dass einem Wespen und Bienen zu nahe kommen und zustechen. Die Stiche der Insekten sind lästig und schmerzhaft. Bei einer Allergie können sie schlimmstenfalls sogar zum Tode führen. Doch auch für Nicht-Allergiker können die Stiche gefährlich werden, etwa wenn sie im Mund- oder Halsbereich erfolgen. Die Gefahren sollten keinesfalls unterschätzt werden, warnen Experten.

Im Sommer kann es schon mal vorkommen, dass man von einer Biene oder Wespe gestochen wird. Vor allem Allergiker sollten die Gefahren durch solche Stiche nicht unterschätzen. (Bild: Ingo Bartussek/fotolia.com)

Stiche können sogar zum Tod führen
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml rät zur Vorsicht bei Wespen- und Bienenstichen. Huml.

„Ein Wespen- oder Bienenstich ist nicht nur schmerzhaft, er kann auch zu heftigen allergischen Reaktionen und sogar zum Tod führen. Deshalb sollten die Gefahren durch Wespen- und Bienenstiche nicht unterschätzt werden“, so die Politikerin in einer Mitteilung.

Laut Experten reagieren zirka 3,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland allergisch auf Insektengift.

Über 17 Prozent zeigten dem Gesundheits-Survey des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge in medizinischen Tests eine Immunreaktion auf Wespengift, bei Bienengift liegt diese Rate bei knapp über elf Prozent.

„Das Wissen, ob man an einer Insektenstichallergie leidet, ist für eine schnelle Therapie im Ernstfall entscheidend“, so Huml.

Bei Allergikern kann es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommen
„Bienen und Wespen gehören in Mitteleuropa zu den häufigsten Auslösern von Insektengiftallergien“, erläuterte die Ministerin, die approbierte Ärztin ist.

„Allergiker bekommen bei einem Stich etwa einen rasch auftretenden Hautausschlag am ganzen Körper, Schweißausbruch, Schwindel oder Atemnot, sie verlieren häufig das Bewusstsein und es kann zu einem Herz-Kreislaufstillstand kommen“, so die Politikerin.

Und weiter: „Im schlimmsten Fall tritt ein anaphylaktischer Schock ein, eine allergische Extremreaktion des Organismus. Hier muss dem Patienten sofort Adrenalin gespritzt werden.“

Viele wissen nichts von ihrer Wespen- oder Bienengift-Allergie
Huml fügte hinzu: „Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie gegen Wespen- oder Bienengift allergisch sind. Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.“

Sie erklärte: „Anhand von Hauttests und dem Nachweis spezifischer Antikörper im Blut kann man untersuchen lassen, ob man tatsächlich an einer Wespen- oder Bienengiftallergie leidet. Auskünfte erteilen Haus- und Fachärzte.“

In jedem Fall sollten Wespen- und Bienengiftallergiker ein Notfallset mit sich führen, um bei einem Stich mit Antihistamin und Adrenalin einen allergischen Schock sofort verhindern zu können.

Für Personen mit einer nachgewiesenen Wespen- oder Bienengiftallergie kommt als Therapie unter anderem die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Frage.

Dabei wird das jeweilige Insektengift unter sorgfältiger ärztlicher Aufsicht in jeweils ansteigenden Konzentrationen über einen längeren Zeitraum unter die Haut gespritzt. Ziel ist, heftige und potentiell lebensbedrohliche Reaktionen nach einem erneuten Stich zu vermeiden.

Gerade bei der Insektengiftallergie können mit der Hyposensibilisierung Erfolgsraten bis zu 95 Prozent erreicht werden.

Vor Wespen schützen
Rauch und Feuer sind Möglichkeiten, mit denen man sich vor Wespen schützen kann. So hat es sich laut Experten bewährt, angezündetes Kaffeepulver auf den Tisch zu stellen.

Auch andere Hausmittel gegen Wespen können helfen. Falls ausreichend Platz vorhanden ist, kann man beispielsweise in einigen Metern Entfernung süßes Obst oder Limonade platzieren, um die Tiere fern zu halten.

Stiche mit kalten Umschlägen kühlen
Doch was tun, wenn die Wespe zugestochen hat? Ist der Stachel noch zu sehen, sollte er vorsichtig mit der Pinzette rausgezogen werden.

Danach die Körperstelle rund um den Stich mit kalten Umschlägen kühlen, damit die Schwellung schneller abklingt. Als Hausmittel gegen Wespenstiche eignen sich zudem Zwiebeln oder Zitronenscheiben, die auf die betroffenen Stellen gelegt werden.

Für Allergiker reichen solche Mittel aber oft nicht aus. (ad)