ADHS-Therapien: Besser im Griff durch Neurofeedback

Heilpraxisnet
Ein Wissenschaftler-Team konnte jetzt nachweisen, dass sich impulsives Verhalten von ADHS-Patienten durch Theta-Beta Neurofeedback reduzieren lässt. Die zeigt erstmals, dass Neurofeedback nicht nur Effekte auf Verhaltensebene, sondern auch auf neurophysiologischer Ebene zeigt.

Neurofeedback ist eine direkte Rückmeldung der eigenen Gehirnaktivität auf dem Computerbildschirm. Die Kinder sollten unter anderem ein Auto auf dem Computerbildschirm bewegen und versuchen, gegen den Computer zu gewinnen. Auf diesem Weg ist es möglich, dass der Blick auf die eigenen Gedanken geschult wird und der Patient sich selbst zu kontrollieren lernt.

Im Verlauf einer Studie hat sich Neurofeedback als sehr hilfreich bei ADHS erwiesen. Bild: Dan Race - fotolia
Im Verlauf einer Studie hat sich Neurofeedback als sehr hilfreich bei ADHS erwiesen. Bild: Dan Race – fotolia

In die Studie wurden neunzehn Kinder mit ADHS eingeschlossen und in jeder der sechzehn Sitzungen wurde Neurofeedback durchgeführt. Ziel und Herausforderung war es, dass die Patienten erlernen, bestimmte Gehirnwellen so zu regulieren, dass die Konzentration steigt bzw. besser gesteuert werden kann. Um zu untersuchen ob dieser Therapieansatz tatsächlich die gewünschten Effekte bringt, erfolgte ein Vorher-Nachher-Vergleich. Dabei absolvierten die Neurofeedbackpatienten vor Beginn und nach Ende der achtwöchigen Therapie eine Reaktionsaufgabe, während gleichzeitig die Gehirnaktivität im EEG gemessen wurde. Hier mussten die Patienten auf einen „Drückimpuls“ hin eine Taste betätigen.

Wurde stattdessen ein „Stoppsignal“ eingeblendet, musste die Antwort zurückgehalten werden. Damit kann gemessen werden, wie gut die Kinder ihr Verhalten entsprechend der äußeren Reize steuern können.

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Nach dem Neurofeedback hatten sich die kleinen Patienten besser im Griff als die Vergleichsgruppe, deren Selbstkontrolle nicht trainiert wurde.

Insgesamt beobachteten die Studienautoren dabei, dass neben den wichtigen Effekten des Neurofeedbacks auf die impulsiven Verhaltensweisen der Kinder auch konkrete Veränderungen in der Gehirnaktivität auftraten. Die Studie finden Sie hier.

Daraus kann die Schlussfolgerung gezogen werden: ein speziell eingesetztes Neurofeedbackverfahren führt zu Veränderungen in ganz bestimmten Hirnarealen. Die typischen impulsiven Verhaltensweisen werden auf Verhaltensebene und neuronaler Ebene deutlich reduziert. Dies zeigt, dass Neurofeedback nicht nur oberflächlich wirkt, sondern tatsächlich zu einer Veränderung im Gehirn führt. (pm)