Adipositas: 184.000 Thüringer sind krankhaft übergewichtig

Sebastian
Adipositas: 184.000 Thüringer sind krankhaft übergewichtig
Rund 184.000 Menschen in Thüringen sind krankhaft übergewichtig. Auch in anderen Ländern sieht die Situation nicht besser aus. Anlässlich des Europäischen Adipositas-Tages wiesen Gesundheitsexperten auf die enormen Gefahren von Fettleibigkeit hin.

Das sind die möglichen gesundheitlichen Folgen von Adipositas.
Das sind die möglichen gesundheitlichen Folgen von Adipositas. Bild: Bilderzwerg/fotolia

Frauen stärker betroffen als Männer
Etwa 184.000 Thüringer tragen einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge zu viel Körpergewicht mit sich herum. Die Barmer GEK Thüringen teilte anlässlich des Europäischen Adipositas-Tages mit, dass 8,5 Prozent der Bevölkerung im Freistaat krankhaft übergewichtig sei. Wie es heißt, gehöre die krankhafte Fettleibigkeit Adipositas zu den am stärksten zunehmenden Volkskrankheiten, von der Frauen ein bisschen stärker betroffen seien als Männer. Die Zahl der krankhaften Dicken sei allein in Thüringen seit 2009 um fünf Prozent oder knapp 9.000 gestiegen.

Viele Kinder schon bei der Einschulung zu dick
Bereits bei der Einschulung sind laut Zahlen des Thüringer Sozialministeriums elf Prozent der Kinder zu dick, fast fünf Prozent seien sogar krankhaft übergewichtig. Nach Daten des Ministeriums, die auf Untersuchungen der Jugendärztlichen Dienste beruhten, liege in Klassenstufe acht der Anteil der zu dicken Mädchen und Jungen bereits bei knapp 21 Prozent. In diesem Alter seien 9,2 Prozent der Kinder adipös. In vielen Ländern der Welt ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. So hat ein internationales Forscherteam vor wenigen Monaten in einer Studie berichtet: Fettleibigkeit nimmt dramatisch bei Kindern zu.

Gesundheit durch Übergewicht gefährdet
Anlässlich des Europäischen Adipositas-Tages haben auch weitere Fachleute vor den Gefahren gewarnt. Der Experte Thomas Hulisz, Leiter des Adipositas-Zentrums in Bochum, forderte als präventive Maßnahme mehr Sport für Kinder gegen Fettleibigkeit. Die Barmer plädierte nun für ein Schulfach „Sport und Gesundheit“. Die Grundlagen für ungesundes Essverhalten würden oft schon in der Kindheit gelegt. Nach Angaben der Krankenkasse erhöht extremes Übergewicht das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes, Arthrose oder Bluthochdruck. Zudem erhöht sich durch Fettleibigkeit das Risiko, an bestimmten Krebsarten wie etwa Darmkrebs zu erkranken. (ad)