Adipositas und Typ-2 Diabetes erhöhen das Risiko von Leberkrebs

Alexander Stindt
Der BMI und Diabetes wirken sich stark auf unser Risiko für Leberkrebs aus
Viele Menschen auf der Welt haben Probleme mit ihrem Gewicht. Übergewicht und Fettleibigkeit werden mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht. Forscher fanden jetzt heraus, dass Menschen mit einem zu hohen Body Mass Index (BMI) und Typ-2 Diabetes ein um das 2,61 fache erhöhtes Risiko für die Entstehung von Leberkrebs haben.

Die Wissenschaftler der American Cancer Society stellten jetzt bei ihrer Untersuchung fest, dass die Verbindung von einem zu hohen BMI und Typ-2 Diabetes zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Leberkrebs führt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Cancer Research“.

Übergewicht und Diabetes können andere Erkrankungen begünstigen. Eine solche Erkrankung ist Leberkrebs. Forscher stellten fest, dass Diabetes und ein zu hoher BMI das Risiko für Leberkrebs erheblich vergrößern. (Bild: blueringmedia/fotolia.com)
Übergewicht und Diabetes können andere Erkrankungen begünstigen. Eine solche Erkrankung ist Leberkrebs. Forscher stellten fest, dass Diabetes und ein zu hoher BMI das Risiko für Leberkrebs erheblich vergrößern. (Bild: blueringmedia/fotolia.com)

Steigt der BMI steigt auch das Risiko für Leberkrebs
Das festgestellte Risiko für Leberkrebs stieg, wenn der Body Mass Index anstieg, berichten die Forscher. Für alle fünf Zentimeter, die Betroffene an Taillenumfang zunehmen, steigt auch die Risikozunahme bei LEberkrebs um acht Prozent, warnen die Experten.

Die Raten von Leberkrebs werden noch weiter zunehmen
In den Vereinigten Staaten haben sich die Leberkrebsraten seit der Mitte der 1970er Jahren ungefähr verdreifacht, erläutert der Autor Dr. Peter Campbell von der American Cancer Society. Die Prognose für Patienten mit Leberkrebs sei meist leider sehr schlecht. Leberkrebs ist bislang eine relativ seltene Form von Krebs. In Zukunft werden allerdings die Raten von Leberkrebs ansteigen, als eine Folge der Menge an konsumiertem Alkohol und des Anstiegs von Fettleibigkeit, sagen die Wissenschaftler weiter.

Studie analysiert Daten von etwa 1,57 Millionen Amerikanern
Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher die Daten aus 14 verschiedenen Studien von etwa 1,57 Millionen amerikanischen Erwachsenen. Vor Beginn der Studie mussten alle Teilnehmer Fragebögen über ihre Größe, Gewicht, Alkoholkonsum, Tabakkonsum und andere Faktoren im Zusammenhang mit dem Krebsrisiko ausfüllen.

Über 2.100 Probanden entwickelten Leberkrebs
Bei den Teilnehmer wurde bei 6,5 Prozent Typ-2 Diabetes diagnostiziert. Im Laufe der Zeit entwickelten 2.162 der teilnehmenden Probanden Leberkrebs, sagen die Autoren. Generell sollten sich Menschen darüber bewusst sein, dass Anzeichen und Symptome von Diabetes nicht immer offensichtlich sind. Häufig werde die Erkrankungen erst bei einem Arztbesuch festgestellt.

Symptome für Diabetes
Woran können Betroffene erkennen, dass sie vielleicht an Diabetes leiden? Auffällige Symptome sind beispielsweise ein häufigeres Urinieren als üblich, besonders in der Nacht. Ein weiterer Indikator könnte häufige Müdigkeit sein, erläutern die Mediziner. Wenn Sie oft durstig sind und viel trinken, kann das ebenfalls ein Symptom für Typ-1 und Typ-2 Diabetes sein. Einige Betroffene nehmen auch sehr schnell an Gewicht ab, ohne genau zu Wissen warum. Ein weiteres Symptom kann ein Jucken um den Penis oder die Vagina sein, allerdings ist es wichtig, dies durch einen Arzt untersuchen zu lassen, fügen die Wissenschaftler hinzu.

Risikofaktoren für ein erhöhtes Leberkrebsrisiko
Die Forscher verglichen bei ihrer Untersuchung die Raten von Leberkrebs unter den Teilnehmern mit oder ohne Fettleibigkeit und Diabetes. So wollten die Experten das relative Risiko von Leberkrebs bestimmen. Jeder dieser Faktoren konnten mit dem Risiko für Leberkrebs assoziiert werden. Alle Faktoren beziehen sich auf sogenannte metabolische Dysfunktionen, erläutert Dr. Campbell. Menschen sollten drauf achten, dass sie ihr Körpergewicht im normalen Bereich halten.

Aktuelle Ergebnisse werden unterstützt durch ältere Daten
Die Ergebnisse stehen auch im Einklang mit anderen Daten. Diese hatten bereits darauf hingedeutet, dass Fettleibigkeit und Diabetes eine wichtige Rolle bei der raschen Zunahme von Leberkrebs in den letzten Jahrzehnten spielen könnten, sagt Autor Dr. Campbell.

Diabetes führt zu einem mehr als verdoppelten Risiko für Leberkrebs
Das lebenslange Risiko für Leberkrebs in den Vereinigten Staaten liegt bei etwa einem Prozent. Ungefähr acht Erwachsene von 100.000 Erwachsenen entwickeln Leberkrebs pro Jahr. Erwachsene mit Typ-2 Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Leberkrebs, sagen die Mediziner. Ihr Risiko ist mehr als doppelt so hoch, im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes.

Studienergebnisse sind wichtig für die öffentliche Gesundheit
Die Ergebnisse sind sehr wichtig für die öffentliche Gesundheit, weil Fettleibigkeit und Diabetes leider gemeinsame weitverbreitete Risikofaktoren in der gesamten Bevölkerung sind, erläutert Co-Autorin Dr. Katherine A McGlynn vom National Cancer Institute. Während einige andere gut beschriebene Risikofaktoren, wie beispielsweise das Hepatitis-B-Virus oder das Hepatitis-C-Virus, mit einem erhöhten Risiko von Leberkrebs assoziiert sind, sind diese Faktoren wesentlich seltener als Fettleibigkeit und Diabetes, fügt die Medizinerin hinzu. (as)