Adipositas-Welle: Softdrinks oft Ursache für Übergewicht

Softdrinks begünstigen nicht nur die Entwicklung von Übergewicht, sondern können auch zu weiteren gesundheitlichen Beschwerden wie Karies, Bluthochdruck oder Diabetes führen. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Fabian Peters
„Adipositas-Bomben“: Gezuckerte Softdrinks Ursache für Übergewicht
Dass Softdrinks nicht zu den gesunden Getränken zählen, ist lange bekannt. Der häufige Konsum kann zu enormen gesundheitlichen Problemen wie Karies, Bluthochdruck oder Diabetes führen. Vor allem aber verursachen die süßen Limonaden ziemlich schnell Übergewicht und Adipositas. Wissenschaftlern zufolge könnten durch weniger gezuckerte Drinks Millionen Fälle von Fettsucht vermieden werden.

Gesundheitsgefahr durch gezuckerte Softdrinks
Im vergangenen Sommer sorgte ein Video im Internet für weltweites Aufsehen: Darin wird gezeigt, wie gefährlich Cola und Softdrinks sind. Eine Verbraucherschutzorganisation aus den USA wies in dem Clip auf karikierende Weise auf den Zusammenhang zwischen hohem Limonaden-Konsum und chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herzkrankheiten und Übergewicht hin. Wenige Wochen später veröffentlichte der Apotheker Niraj Naik in seinem Blog auf „The Renegade Pharmacist“ eine Grafik, die darstellt, wie Cola in Minuten dem Körper schadet. Hinweise auf die Gesundheitsgefahren, die von Softdrinks ausgehen, gibt es genug. Trotzdem erfreuen sich gezuckerte Limonaden noch immer großer Beliebtheit. Wenn weniger davon konsumiert oder deren Zuckergehalt zumindest reduziert werden würde, könnte dies Millionen Fälle von Fettsucht verhindern.

Softdrinks begünstigen nicht nur die Entwicklung von Übergewicht, sondern können auch zu weiteren gesundheitlichen Beschwerden wie Karies, Bluthochdruck oder Diabetes führen. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Softdrinks begünstigen nicht nur die Entwicklung von Übergewicht, sondern können auch zu weiteren gesundheitlichen Beschwerden wie Karies, Bluthochdruck oder Diabetes führen. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)

Millionen Fälle von Fettsucht sind zu verhindern
Einer Meldung der Nachrichtenagentur APA zufolge prognostizieren britische Forscher, dass weniger süße Limonaden 1,5 Millionen Fälle von Fettsucht und Übergewicht in Großbritannien verhindern würde. Laut den Wissenschaftlern sind gezuckerte Softdrinks und Fruchtsäfte „Adipositas-Bomben“. In der Studie, die Graham Mac Gregor von der Queen Mary University in London und seine Co-Autoren vor wenigen Tagen in dem Fachmagazin „Lancet Diabetes & Endocrinology“ veröffentlicht haben, heißt es, die Reduktion des Zuckergehalts um 40 Prozent könnte in Großbritannien innerhalb von fünf Jahren eine Million Fälle von Adipositas und 500.000 Fälle von Übergewicht verhindern.

Zuckerreduktion um 40 Prozent
Den Angaben zufolge gingen die Forscher von den Erfahrungen aus, die in Großbritannien mit der Reduktion von Salz in vielen Nahrungsmitteln gemacht wurden. Wie es heißt, wurde der Salzgehalt dort innerhalb von fünf Jahren um 40 Prozent verringert. Der mögliche Effekt einer Zuckerreduktion wurde von den Forschern bei Cola & Co sowie bei Fruchtsäften berechnet. Die Studienautoren berichten: „Eine Verringerung des in den Softdrinks enthaltenen freien Zuckers um 40 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren würde zu einer durchschnittlichen Reduktion der Energieaufnahme um 36,4 Kilokalorien pro Tag am Ende des fünften Jahres führen. Das würde einer Verringerung des durchschnittlichen Körpergewichts um 1,2 Kilogramm bei Erwachsenen bedeuten.“

Verbraucher tolerieren langsame Senkung
Allein für das Vereinigte Königreich würden mit einer solchen Maßnahme Prognosen zufolge rund eine halbe Million weniger Menschen übergewichtig werden. Und die Zahl der Adipösen würde demnach sogar um eine Million sinken. „Innerhalb von 20 Jahren würde das auch 274.000 bis 309.000 Typ-2-Diabetes-Erkrankungen verhindern“, ergab die Berechnung der Forscher, berichtet APA. Den Fachleuten zufolge verhält es sich mit dem Zucker ähnlich wie beim Salz: Die Verbraucher würden eine langsame Senkung solcher Zusätze tolerieren. „Die Wahrnehmung von Süße passt sich an eine graduelle Veränderung der Zuckeraufnahme an. Es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Strategie das Verhalten der Konsumenten verändern würde, wenn man sie über fünf Jahre hinweg anwendet.“ Wie es weiter heißt, würden wissenschaftliche Studien auch zeigen, dass Menschen die Kalorienreduktion kaum über andere Quellen ersetzen. (ad)

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