Ärzte: Gleich Ziehen oder veröden: Wie Sie Besenreiser und Krampfadern wieder loswerden

Alfred Domke
Was bei Besenreisern und Krampfadern helfen kann
Besenreiser sind zwar oft nur ein kosmetisches Problem, sie können aber auch auf ein Venenleiden hinweisen. Betroffene sollten die Ursachen für die bläulich-roten Äderchen daher am besten von einem Facharzt abklären lassen. Gegen Besenreiser und Krampfadern lässt sich auch etwas unternehmen.

Aus medizinischer Sicht meist harmlos
Vor allem an den Beinen tauchen die kleinen bläulich-roten Äderchen auf, die durch die Haut schimmern. Die feinen Verästelungen ähneln dünnen Zweigen – also Reisern – aus denen früher Kehrbesen hergestellt wurden. Zwar sind Besenreiser aus medizinischer Sicht in aller Regel harmlos, allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass sich dahinter eine ernstzunehmende Venenschwäche verbirgt. Um Gewissheit zu bekommen, sollte man sich bei einem Facharzt untersuchen lassen. Dieser kann gegebenenfalls die nötigen Behandlungsmöglichkeiten erläutern.

Besenreiser und Krampfadern verschwinden nicht von alleine. Wer sie loswerden will, muss einen Arzt aufsuchen. Zur Behandlung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. (Bild: zlikovec/fotolia.com)

Ein rein kosmetisches Problem
Die genauen Ursachen von Besenreisern sind wissenschaftlich bislang nicht eindeutig geklärt. Häufig haben Betroffene eine erblich bedingte Veranlagung dazu.

Zudem wird die Entstehung von Besenreisern unter anderem durch Übergewicht beziehungsweise Adipositas, Bewegungsmangel sowie durch hormonelle Umstellungen in der Schwangerschaft begünstigt. Frauen sind allgemein häufiger betroffen als Männer.

Mittel wie rohe Kartoffeln oder unreife Tomaten, die oft gegen Besenreiser empfohlen werden, helfen nicht, stellt Guido Bruning, Venenspezialist am Hamburger Krankenhaus Tabea klar.

In einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa erklärt er: „Besenreiser kann man nicht selbst behandeln.“ Um sie loszuwerden, muss man zum Arzt gehen.

Notwendig ist das jedoch nicht, denn Besenreiser sind nicht gefährlich. „Es handelt sich um ein rein kosmetisches Problem“, so Bruning.

Kassen zahlen nicht für die Behandlung von Besenreisern
Bei der Behandlung pikst der Mediziner die erweiterten Blutgefäße in Beinen an und spritzt ein Verödungsmittel hinein.

Wie in der dpa-Meldung erklärt wird, sind drei bis vier Sitzungen notwendig, um die blauen Äderchen zum Verschwinden zu bringen. Laut Bruning kostet jede Sitzung zwischen 40 und 100 Euro. Von den Krankenkassen werden die Kosten nicht übernommen.

Bei Krampfadern sieht es anders aus. Diese erweiterten Beinvenen, die man von außen gut ertasten kann, gehen im Gegensatz zu Besenreisern auf einen Klappenschaden in den Venen zurück.

Im Normalfall werden die Venen von der Muskel-Waden-Pumpe angeregt, das nach unten fließende Blut wieder in Richtung Herz zu befördern. Wenn die zugehörigen Ventile – die Venenklappen – jedoch nicht mehr richtig dicht sind, fließt das Blut wieder zurück.

Außerdem leiern die Blutgefäße auch aus. „Ob eins das andere bedingt, also die beschädigten Klappen die Venen ausleiern oder ob beides zugleich passiert, wissen wir noch nicht“, erläutert Bruning.

Möglichkeiten zur Behandlung von Krampfadern
Wie es in der Mitteilung heißt, sollten Krampfadern behandelt werden, da sonst chronische Wunden entstehen könnten, die nicht mehr verheilen. „Der Patient kann Kompressionsstrümpfe tragen.“ Auf diese Weise wird die Transportkapazität in den Venen durch einen äußeren Reiz erhöht.

Außerdem kann ein Venenspezialist die betroffene Hauptvene mit örtlicher Betäubung und einem kleinen Schnitt in der Leiste auch herausziehen.

„Die dritte Möglichkeit besteht darin, die Vene „durchzukochen“.“ Bei dieser Methode wird unterhalb des Knies ein Katheder in die Vene geschoben. Das Blutgefäß wird anschließend mit Strom oder Licht erwärmt. Danach stirbt das Gewebe ab.

Laut Bruning kommen Krampfadern nur selten wieder, wenn der Eingriff – egal, ob mit einem Schnitt oder Katheder – gut durchgeführt wird. Der Venenspezialist empfiehlt, zu einem Operateur zu gehen, der solche Eingriffe häufig durchführt.

Viel bewegen und Beine hoch lagern
Zwar geben Gesundheitsexperten Tipps, wie man Besenreisern und Krampfadern vorbeugen kann, doch gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse dazu gibt es nicht.

Es wird aber generell empfohlen, sich viel zu bewegen. So lässt sich etwa durch Spaziergänge der Rückfluss des Blutes etwas ankurbeln. Zudem wird zum häufigen Hochlagern der Bein geraten.

Prinzipiell können auch Wasseranwendungen eine wohltuende Wirkung auf die Beine haben. Dazu zählt zum Beispiel der kalte Knieguss, ein altbewährtes Hausmittel gegen Krampfadern.

Hitze hingegen ist nicht ratsam. Personen mit Besenreisern oder Krampfadern sollten nicht mehrfach die Woche in die Sauna gehen, denn dabei werden die Blutgefäße zusätzlich weit gestellt. (ad)