Ärzte: Mehr Engagement für Organspende gefordert

Heilpraxisnet

Patientenverband: Mehr Engagement von Ärzten
für Organspende gefordert

04.11.2014

Patientenvertreter haben mehr Engagement in den Krankenhäusern für die Organspende gefordert. Verantwortliche in den Kliniken müssten das novellierte Transplantationsgesetz endlich umsetzen. In Deutschland warten rund 11.000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ.

Mehr Engagement in den Krankenhäusern gefordert
In den Krankenhäusern wird vom Patientenselbsthilfeverband „Lebertransplantierte Deutschland e.V.“ mehr Engagement für die Organspende gefordert. Bundesvorsitzende Jutta Riemer sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Ärzte, Schwestern und das Pflegepersonal sollten bei Patienten, die vor einem Hirntod stehen, viel selbstverständlicher das Gespräch mit den Angehörigen über eine Organspende suchen.“ Die Expertin meinte weiter: „Das sind natürlich sehr schwere und unangenehme Gespräche, aber das würde ganz vielen Menschen helfen.“

Gesetz muss endlich umgesetzt werden
Zum 10. Jahreskongress der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), der am 3. und 4. November in Frankfurt am Main stattfindet, forderte Riemer am Montag die Verantwortlichen in den Ländern auf, das novellierte Transplantationsgesetz endlich umzusetzen. Die Bundesvorsitzende mahnte: „Die Transplantationsbeauftragen in den Krankenhäusern müssen eingesetzt, die Freistellungen für ihre Tätigkeit geregelt und für ihre ausreichende Finanzierung gesorgt werden.“ Unter den einzelnen Bundesländern sei Hessen bei der Umsetzung führend.

Spenderorgane können Leben retten
Bundesweit warten rund 11.000 schwer kranke Patienten auf ein Spenderorgan, das ihnen möglicherweise das Leben retten könnte. Die Spendenbereitschaft in Deutschland nimmt jedoch stetig ab. Experten meinen, dies hänge unter anderem mit den verschiedenen Transplantationsskandalen der Vergangenheit zusammen. Möglicherweise hat das Vertrauen der Bürger aber gar nicht so stark darunter gelitten, denn wie eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vor wenigen Monaten ergab, erklärten sich 68 Prozent der Bundesbürger einverstanden, ihre Organe nach dem Tod zu spenden. Allerdings haben nur 28 Prozent der Deutschen einen Organspendeausweis. (ad)

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de