Ärzte streiten über Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge

Heilpraxisnet

Krankenkassen wollen Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs neu ausrichten

20.02.2015

Krankenkassen und Ärzte streiten über eine neue Vorsorgemethode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Bisher erhalten Frauen ab 20 einen kostenlosen Pap-Abstrich. Den HPV-Test müssen sie aber selbst bezahlen. Die Kassen fordern seit einiger Zeit, dass der innovativere HPV-Test die alte Methode ablösen soll.

Neuer Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
Der neue HPV-Test soll der bisherigen Methode deutlich überlegen sein, teilt die Barmer GEK mit. „Dieser Test ist sensitiver und erkennt bösartige Zellveränderungen früher als die seit Jahrzehnten von der Kasse bezahlte Abstrich-Untersuchung. Es gibt genügend Hinweise für seinen Nutzen, so dass wir darauf ein neues Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs aufbauen können", erklärte der Vorstandsvorsitzende Christoph Straub bei der Vorstellung des Barmer GEK Arztreports 2015 am Donnerstag in Berlin. Die Frauen sollen zudem aktiv zur Vorsorgeuntersuchung eingeladen werden.

Humane Papillomaviren (HPV) gelten als Hauptrisikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 5.000 Frauen daran, 1.600 überleben die Erkrankung nicht, wie die Barmer GEK berichtet. Im weltweiten Vergleich ist die Rate sehr niedrig.

Kassen wollen HPV-Test als Standardmethode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs durchsetzen
Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) streiten derzeit über die richtige Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Während die Kassen sich für den HPV-Test für Frauen zwischen 30 und 60 aussprechen, wollen die Ärzte den Frauen weiterhin einmal pro Jahr kostenlos den Pap-Abstrich anbieten. Wie die Barmer GEK weiter berichtet, sieht die Ärzteschaft den HPV-Test, der bislang nicht von den Kassen übernommenen wird, nur als zusätzliche Option.

Im Arztreports 2015 wird das Thema Gebärmutterhalskrebs zum Schwerpunkt gemacht. Neben den Vorsorgemethoden geht es darim auch um die von den Kassen übernommene HPV-Impfung für Mädchen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts (RKI) rät zur Impfung im Alter von neun bis 14 Jahren. Bis zum Herbst 2014 betraf die Impfempfehlung noch die Altersgruppe 12 bis 17. Generell sei die HPV-Impfung am wirksamsten, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt, so das RKI. Es können sich aber auch Mädchen und junge Frauen nachträglich impfen lassen. Ein Anspruch auf die Nachholung der Impfung und die Vervollständigung des Impfschutzes besteht bis zum 18. Lebensjahr. Die Kosten für die HPV-Impfung übernehmen dann die Kassen. (ag)

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Bild: Tim Reckmann / pixelio.de