Ärzte planen Basketball-großen Tumor aus dem Gesicht eines Jungen zu entfernen

Alfred Domke

Es begann als Pickel: Ärzte wollen Fünf-Kilo-Tumor aus Gesicht eines Jungen entfernen

Bei einem Teenager aus Kuba wächst ein riesiger Tumor im Gesicht. Jetzt wollen Ärzte in den USA den Jungen von der rund fünf Kilo schweren Wucherung befreien. Das Geschwulst in der Größe eines Basketballs könnte ihn sonst ersticken.

Geschwulst wuchs innerhalb weniger Monate

In den USA wollen Ärzte einem 14-jährigen Jungen aus Kuba einen Basketball-großen Tumor aus dem Gesicht entfernen. Das Geschwulst begann vor rund zwei Jahren, als der Junge die Pubertät erreichte, als eine Art Pickel auf der linken Seite seiner Nase. Dieser wuchs innerhalb weniger Monate zu einer fleischigen Masse heran. Jetzt ist die Wucherung etwa zehn Pfund schwer. Zwar ist der Tumor gutartig oder nicht krebsartig, doch durch sein Gewicht könnte er die Halswirbelsäule des Jungen brechen und ihn ersticken, berichtet die Zeitung „Miami Herald“.

Ärzte aus den USA wollen einem 14-jährigen Jungen aus Kuba einen Basketball-großen Tumor aus dem Gesicht entfernen. Das Geschwulst könnte ihn sonst ersticken. (Bild: AntonioDiaz/fotolia.com)

Tumor ist durch sein Gewicht lebensbedrohlich

Laut dem Zeitungsbericht ist der 14-jährige Emanuel Z. unterernährt, weil es für ihn schwierig ist zu essen und zu schlucken. Bald soll er von seinem Geschwulst befreit werden.

Dr. Robert Marx vom University of Miami Health System und ein Chirurgen-Team werden ihn operieren.

„Durch sein Gewicht ist es lebensbedrohlich“, erklärte Marx auf einer Pressekonferenz. „Wenn nichts getan wird“, so der Mediziner, „wird es einen Bruch seines Halses verursachen.“

Marx sagte, dass er von Emanuels Fall zum ersten Mal auf einer medizinischen Konferenz gehört habe, bei der eine Gruppe von Missionaren Röntgenbilder und Fotos des Jungen präsentierte.

„Niemand wusste, was es war“, so Marx.

Junge leidet an seltener Krankheit

Doch Marx erkannte, woran der Junge leidet, da er bereits in der Vergangenheit Patienten mit großen Gesichtstumoren operiert hatte, darunter Marlie Casseus, eine haitianische Frau, der vor mehr als einem Jahrzehnt ein 16-Pfund-Tumor aus ihrem Gesicht entfernt worden war.

Emanuel wurde mit einer seltenen Erkrankung, der sogenannten fibrösen Dysplasie geboren, bei der sein Körper narbenähnliches Gewebe statt Knochen entwickelte. Die Erkrankung verursacht oft Frakturen und Missbildungen der Arme, Beine und des Schädels.

Seine Mutter Noel erklärte, dass die Krankheit ihres Jungen schon im Alter von zwei Jahren diagnostiziert wurde, die Ärzte in Kuba aber nicht riskieren würden, eine Operation an Emanuels Gesichtstumor durchzuführen.

Patient wird wieder besser atmen und sehen können

In etwa zwei Wochen soll die OP nun im Jackson’s Holtz Children’s Hospital in Miami stattfinden. Die komplexe Operation wird voraussichtlich rund zwölf Stunden dauern. Dabei soll auch die Nase des Jungen wieder so rekonstruiert werden, dass er leicht atmen kann.

Wie Marx erläuterte, müsse das Operationsteam bei der Entfernung des Tumors sehr vorsichtig sein, damit er nicht zurückkehrt.

Danach wird Emanuel weitere Operationen benötigen, um seine Wange, seinen Kiefer und andere Gesichtsteile zu rekonstruieren und künstliche Zähne zu implantieren.

Das erste was der junge Patient nach der Tumorentfernung bemerken wird, ist, dass sich sein Sehvermögen verbessert, erklärte der Arzt. Die Augen des Jungen funktionieren laut Marx gut, aber der Tumor hat viel von seiner Sicht blockiert.

„Er wird auch viel besser atmen können“, sagte Marx. Und: „Er wird viel besser essen können.“

Entfernung gigantischer Tumore

Seit Jahren wird immer wieder über die Entfernung gigantischer Geschwulste berichtet. So wurde etwa 2015 einem Mann aus Madagaskar ein acht Kilogramm schwerer Tumor aus dem Gesicht entfernt.

Und 2013 wurde in der Frauenklinik am Krankenhaus Lübbecke-Rahden (Nordrhein-Westfalen) ein 17-Kilo-Tumor der Eierstöcke einer Patientin beseitigt.

Der weltweit bislang größte operativ entfernte Tumor wog 90 Kilogramm. Dieser wurde Anfang 2012 von einem internationalen Ärzteteam in einem über 13-stündigen Eingriff bei einem Mann aus Vietnam entfernt. (ad)