Ärztestudie: Es kommt nicht auf die Länge oder Dicke an

Sebastian
Studie: Beim Penis kommt es nicht auf die Länge an
„Was macht einen schönen Penis aus? Welche subjektiven Merkmale sind hier wichtig?“ Die Wissenschaft beschäftigt sich auch mit diesem Thema. Denn aus Forschersicht sind auch sexuelle Vorliebe und Zusammenhänge wichtig, um den Menschen als Ganzes zu erforschen. Ob es die Länge, der Umfang, die Eichel oder der Hoden ist, der die „Schönheit“ bestimmt, das fragte das Studienteam rund 100 Frauen.

„Wie sieht er aus, der schöne Penis?“ Das wollten Mediziner des Universitätskinderkrankenhaus Zürich von 105 Frauen wissen. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin „Journal of Sexual Medicine“. In dem Fachartikel zeigten sich der Studienleiter über das Ergebnis überrascht.

Nicht die Länge und auch nicht die Dicke sind laut einer Umfragestudie für das anziehende Aussehen allein zuständig. Bild: Andrey Popov - fotolia
Nicht die Länge und auch nicht die Dicke sind laut einer Umfragestudie für das anziehende Aussehen allein zuständig. Bild: Andrey Popov – fotolia

Länge oder Umfang nicht allein entscheidend
Ausschlaggebend waren laut der Resultate nicht die Merkmale „Länge oder Umgang“, sondern der Gesamteindruck. Zusätzlich entschied das Schamhaar sowie die Haut, bzw. Hautfarbe am Geschlechtsteil. Merkmale wie Umfang wurde erst an dritter Stelle und die Länge an sechster Stelle genannt. Vollkommen unwichtig war den Frauen der Schlitz am Penisende. Die Beschaffenheit der Harnröhrenöffnung machte auf die Frauen keinen Eindruck.

Die Mediziner unternahmen die Studie allerdings nicht aus „Jux“, sondern tatsächlich aus medizinischen Gründen. Die Ärzte wollten wissen, welche Wirkung ein operierter Penis auf Frauen hat. In der Klinik werden unter anderem Jungen operiert, die an einer Hypospadie (Hypospadia penis) leiden. Diese Erkrankung ist eine Entwicklungsstörung der Harnröhre, die oft schon in jungen Jahren des Patienten korrigiert wird. Dabei ist die Mündung der Harnröhre anders gelegen, als üblicherweise der Fall ist. Bei der Befragungsstudie wollten demnach die Mediziner wissen, ob die Frauen große Unterschiede zwischen einem operierten und nicht-operierten Penis machen.

Hierzu wurden den Frauen Bilder vorgelegt. Die Probandinnen wussten zuvor nicht, dass sie operierte und nicht therapierte Penisse sehen. Laut Studienbericht konnten die Teilnehmerinnen den Unterschied kaum erkennen. Nur wenige sahen hier Verschiedenheiten.

An der Untersuchung nahmen Frauen von drei Altersstufen teil (16 – 20, 25 – 30 und 40 – 45). Je aktiver und älter die Teilnehmerinnen waren, desto unverkrampfter und aufgeschlossener gingen sie mit der Thematik Hypospadie um. In allen Altersgruppen waren sich die Frauen einig: „Die Länge ist nicht wichtig“. (sb)