Ärztliche Homöopathen zeigen sich bestürzt: Kind in Italien stirbt an Mittelohrentzündung

Sebastian
Kind in Italien stirbt an Mittelohrentzündung
Weil ein Kind statt Antibiotika Globuli zur Therapie einer Mittelohrentzündung bekam, verstarb es an den Folgen der schweren Infektion. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) zeigte sich angesichts der Meldung „bestürzt über den Tod eines siebenjährigen Jungen in Italien, der am vergangenen Samstag an den Folgen einer Otitis Media (Mittelohrentzündung) gestorben ist.“

Der Verband macht aber nicht nicht Homöopathie also solches verantwortlich, sondern sieht den Fehler beim Arzt. „Hier liegt offenbar ein ärztlicher Kunstfehler vor“, erklärt Cornelia Bajic, erste Vorsitzende des DZVhÄ. „Der Verzicht auf Antibiotika scheint in diesem Fall eine klare unterlassene Hilfeleistung und nicht mit dem ärztlichen Selbstverständnis vereinbar.“ Sollten sich die Anschuldigungen gegen den Arzt erhärten, sei es zu begrüßen, wenn die „volle Härte der italienischen Gesetze“ angewendet werde, so Bajic. Bajic weiter: „Die Homöopathie gehört in kompetente Hände. Und in Deutschland gelten klare Regeln, die bei korrekter Anwendung durch den behandelnden Arzt einen vergleichbaren Fall verhindern.“

(Bild: ladysuzi/fotolia.com)

Grundsätzlich ist in Deutschland eine Mittelohrentzündung nicht sofort mit einem Antibiotikum zu behandeln. Auch die konventionelle Medizin mahnt die Ärzte zu einem angemessenen Einsatz von Antibiotika und steht dem hohen Verbrauch von Antibiotika in Deutschland kritisch gegenüber. Es liegt in der Verantwortung des einzelnen Arztes, wie er die Risiken und Vorteile für seinen Patienten abwägt. Aber die Regeln in Deutschland sind klar: So schreiben die medizinischen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) vor: „Bei Patienten ohne Risikofaktoren mit einer unkomplizierten akuten Otitis media sollte (…) auf die sofortige antibiotische Therapie verzichtet werden. (…) Selbst bei Fieber und/oder Erbrechen ist es vertretbar, die ersten 24 – 48 Stunden unter Beobachtung des Kindes abzuwarten und erst bei einer Verschlechterung der Symptome oder einer ausbleibenden Besserung Antibiotika zu verordnen.“ Die homöopathischen Ärzte in Deutschland halten sich an diese Regeln.

Eltern sollten daher nie ohne Abstimmung mit dem behandelnden Arzt Globulis geben. Sie können bei schwerwiegenden Entzündungen keinen Ersatz bieten.

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