Äthiopien entsorgte 69 Millionen gespendete Kondome

In Äthiopien werden fast 70 Millionen - unbenutzte - Kondome weggeworfen. Die gespendeten Präservative fielen bei Labortests durch, sie hatten Löcher oder rissen leicht. (Bild: blobbotronic/fotolia.com)
Alfred Domke
Äthiopien wirft 69 Millionen unbenutzte Kondome in den Müll
Die Regierung in Äthiopien wird fast 70 Millionen Kondome wegen Qualitätsmängeln entsorgen. Eigentlich sollten die Präservative im Kampf gegen das HI-Virus in dem bitterarmen Land eingesetzt werden. Doch in Tests seien die gespendeten Verhütungsmittel durchgefallen.

Fast 70 Millionen Kondome landen auf dem Müll
Derzeit leben weltweit rund 36,7 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger HIV. Obwohl sich allein 2,1 Millionen von ihnen im vergangenen Jahr infizierten, verkündete die UN vor kurzem eine Trendwende. So waren unter anderem 40 Prozent weniger HIV-Todesopfer zu beklagen. Die Staats- und Regierungschefs der Vereinten Nationen haben sich mittlerweile auf einen ehrgeizigen Plan geeinigt, wonach die globale Aids-Epidemie bis 2030 beendet sein soll. Die wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen eine HIV-Infektion ist, sich beim Geschlechtsverkehr zu schützen. Das bringt jedoch nur wenig, wenn die Kondome undicht sind.

In Äthiopien werden fast 70 Millionen - unbenutzte - Kondome weggeworfen. Die gespendeten Präservative fielen bei Labortests durch, sie hatten Löcher oder rissen leicht. (Bild: blobbotronic/fotolia.com)
In Äthiopien werden fast 70 Millionen – unbenutzte – Kondome weggeworfen. Die gespendeten Präservative fielen bei Labortests durch, sie hatten Löcher oder rissen leicht. (Bild: blobbotronic/fotolia.com)

Präservative mit Löchern
Doch genau das ist in Äthiopien ein Problem. Der Staat im Osten Afrikas muss 69 Millionen Kondome wegen Qualitätsmängeln entsorgen. Die Präservative, die im Kampf gegen Aids zum Einsatz hätten kommen sollen, hätten Medienberichten zufolge Qualitätstests nicht bestanden. Laut einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde hätten die Präservative Löcher oder rissen leicht. Wie die britische „Daily Mail“ berichtet, sollen die Kondome von einer indischen Firma hergestellt worden sein.

Verhütungsmittel in Labortests durchgefallen
Der örtliche Radiosender Fana berichtete demnach unter Berufung auf den äthiopischen pharmazeutischen Fonds (PFSA), dass die Kondome aus indischer Produktion bei Labortests durchgefallen seien. Die Regierung in Addis Abeba werde sich laut Ankündigung des Behördenchefs Meskele Lera, das Geld für die Kondome sowie die Kosten für deren Entsorgung zurückholen. Der indische Hersteller bestehe jedoch auf eine zweite Prüfung. Gesundheitsminister Kebede Worku meinte dazu: „Wir verstehen nicht ganz, warum“.

Kondome wurden von gespendetem Geld gekauft
Wie es heißt, hatten sich die äthiopischen Behörden die Präservative im Wert von umgerechnet rund 1,8 Millionen Euro mit einer Spende des Weltfonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria gekauft. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen bis zu 1,2 Millionen Äthiopier mit dem HI-Virus infiziert sein. Die Zahlen schwanken von etwa 1,1 Prozent der Bevölkerung bis zu 2,4 Prozent. In der Hauptstadt Addis Abeba, in der Prostitution weit verbreitet ist, soll der Anteil jedoch deutlich höher sein. (ad)

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