Aggressiv durch Transfette in Fastfood

Astrid Goldmayer

11.07.2012

Dass Fastfood ungesund ist, weiß jedes Kind. Dennoch erfreuen sich Burger, Pommes Frites und Pizza größter Beliebtheit. US-amerikanische Wissenschaftler haben jüngst herausgefunden, dass sogenannte Transfettsäuren, die in industriell hergestellten Nahrungsmitteln wie Fastfood oder Backwaren enthalten sind, nicht nur dick sondern auch aggressiv machen.

Transfette begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bereits seit einiger Zeit warnen Ernährungswissenschaftler vor sogenannten Transfetten, die vor allem in Fastfood und Backwaren enthalten sind. Zum einen erhöhen sie den LDL-Wert, das sogenannte schlechte Cholesterin, führen aber gleichzeitig auch zu einen Reduzierung des HDL-Spiegels im Blutserum, dem sogenannten guten Cholesterin. Zu den Folgen gehört häufig Arteriosklerose, die zu einem erhöhtem Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko führt. Jetzt berichten Wissenschaftler der University of California in San Diego erstmals über eine weitere Wirkung der Transfette. Im Fachjournal „PLos ONE“ schreiben sie, dass Transfettsäuren in Zusammenhang mit erhöhter Ungeduld, erhöhter Reizbarkeit und Aggressivität stehen.

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Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler aus Kalifornien die Auswirkungen von Transfetten auf das Verhalten von rund 1.000 Probanden. Dabei deckten Beatrice Golomb und ihr Team auf, dass die Studienteilnehmer, deren Ernährung aus Lebensmitteln mit vielen Transfettsäuren bestand, deutlich aggressiver und reizbarer reagierten im Vergleich zu den Testpersonen mit einer gesünderen Ernährungsweise. Laut Forschern spielten Geschlecht, Alter und ehtnische Herkunft dabei keine Rolle. Ein hoher Konsum von Transfettsäuren führe sogar zu einem aggressiveren Verhalten als übermäßiger Alkoholkonsum, so die Forscher

Lebensmittelindustrie verwendet oft künstlich gehärtete Fette mit Transfetten
Transfette sind künstlich gehärtete Fette und vor allem in Fastfood, Margarine, Keksen und frittierten Lebensmitteln enthalten. Sie kommen in der Lebensmittelindustrie häufig zum Einsatz, da sie kostengünstiger sind als andere Fette. Der menschliche Körper kann die künstlich gehärteten Fette jedoch nicht verarbeiten und abbauen. Wird in der Zutatenliste eines Produkts der Hinweis „enthält gehärtetes Pflanzenfett“ aufgeführt, ist das auch ein Hinweis auf Transfettsäuren.

Die Wissenschaftler empfehlen, auf Transfettsäuren in Lebensmitteln für Schulen, Gefängnisse oder andere Institutionen zu verzichten. Denn die schädlichen Auswirkungen könnten nicht nur die Konsumenten sondern auch ihre Mitmenschen betreffen, berichten Golomb und ihre Kollegen. Auch Lebensmittelhersteller sollten die Forschungsergebnisse berücksichtigen und auf künstlich gehärtete Fette verzichten – auch wenn diese kostengünstiger sind als andere Fette. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, so wenig Transfettsäuren wie möglich zu sich zu nehmen. (ag)