AGR-Mitarbeiter: Blutproben enthalten kaum PCB

Fabian Peters

Blutproben der Mitarbeiter des Abfallentsorgers AGR enthalten kaum PCB

29.03.2011

Die Mitarbeiter der Gelsenkirchener Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR) sind nicht mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) verseucht. Die Blutproben der meisten Beschäftigten seien unauffällig, lediglich drei hätten einen PCB-Gehalt leicht über der Nachweisgrenze aufgewiesen, berichtet die AGR.

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Nachdem in einem Zwischenlager für Sonderabfälle der AGR erhöhte Werte giftiger PCB nachgewiesen wurden, hatte die Bezirksregierung Münster bereits im Februar den Betrieb geschlossen. 40 der 55 betroffenen Mitarbeiter gaben anschließend freiwillig eine Blutprobe zur Untersuchung auf PCB und Quecksilber ab. Allerdings sei in lediglich drei der abgegebenen Blutproben ein PCB-Gehalt leicht über der Nachweisgrenze festgestellt worden, berichtet die AGR.

PCB Konzentration tausendfach höher als der zulässige Grenzwert
Der TÜV Nord hatte die Untersuchung der Blutproben der AGR Mitarbeiter geleitet und eine weitere Kontrolluntersuchung in drei Monaten angeordnet. Allerdings seien bei der bisherigen Analyse auf Quecksilber und PCB lediglich in drei Blutproben minimale PCB-Gehalte nachgewiesen worden und von einer Gesundheitsgefahr für die Betroffenen sei nicht auszugehen, bestätigte auch die Bezirksregierung Münster. Die AGR zeigte sich angesichts der beruhigenden Ergebnisse erleichtert, denn bei den hohen Belastungen, die auf dem Gelände der AGR in Resse festgestellt wurden, war von einer erheblich höheren Versuchung der Arbeiter auszugehen. An einer Stelle des Sonderabfall-Lagers hatte die PCB-Konzentration den Angaben der Bezirksregierung zufolge das Tausendfache des zulässigen Grenzwertes überschritten. Der Betrieb in Resse räumte indes angesichts der nachgewiesenen PCB-Belastungen Mängel bei der Sauberkeit ein und erklärte, dass die betroffene Werkshalle inzwischen intensiv gereinigt worden sei.

Gesundheitsgefahren durch PCB
Die als PCB bezeichneten toxischen und krebsauslösenden chemische Chlorverbindungen, wurden bis in die 1980er Jahre vor allem in Transformatoren und elektrischen Kondensatoren sowie in Hydraulikanlagen als Hydraulikflüssigkeit und als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet. Seit dem 22. Mai 2001 sind die gesundheitsgefährdenden Schadstoffe durch die Stockholmer Konvention international verboten. Doch werden PCB biologisch kaum abgebaut, so dass die giftigen Verbindungen heute weltweit in der Atmosphäre, den Gewässern und im Boden nachweisbar sind. Zwar ist die akute Toxität der PCB relativ gering, doch langfristig können sich selbst durch minimale PCB-Belastungen erhebliche gesundheitliche Konsequenzen einstellen. Zu den Symptomen einer PCB-Vergiftung zählen dabei zum Beispiel Chlorakne, Haarausfall und Leberschäden sowie Schädigung des Immunsystems (Immuntoxizität). Da die Gifte kaum abgebaut werden akkumulieren sie sich über die Nahrungskette auch im menschlichen Organismus und gelten dabei als mögliche Ursache für Krebs. Darüber hinaus können nach Aussage der Gesundheitsbehörden körperliche und geistige Entwicklungsstörungen durch PCB ausgelöst werden. Auch hormonelle Störungen seien eine mögliche Folge, wodurch bei Männern zum Beispiel Unfruchtbarkeit oder Hodenhochstand verursacht werden könne. Im Umgang mit PCB sei außerdem besondere Vorsicht geboten, da die Giftstoffe aufgrund ihrer Fettlöslichkeit durch bloßen Hautkontakt direkt vom Körper aufgenommen werden. (fp)

Bild: Fabio Sommaruga / pixelio.de