Aids-Organisationen: Ende der Diskriminierung HIV-Infizierter gefordert

Sebastian

Aids-Organisationen: Ende der Diskriminierung HIV-Infizierter gefordert

Viele HIV-positive Menschen verheimlichen ihre Erkrankung manchmal sogar vor Bekannten und Familienmitgliedern, da sie Vorurteile fürchten müssen. Selbst im Gesundheitswesen werden Betroffene oft diskriminiert. Experten fordern, dass damit endlich Schluss sein muss.

Bild: mickyso - fotolia
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Diskriminierung von HIV-Infizierten in Arztpraxen
Von führenden Aids-Organisationen wird ein Ende der Diskriminierung von Menschen mit HIV in Arztpraxen oder Kliniken gefordert, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Demnach heißt es in einem am Mittwoch beim Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress in Düsseldorf veröffentlichten Appell: „HIV-positive Patienten dürfen keine Nachteile bei Zugang und Versorgung haben.“ Schätzungen zufolge leben in Deutschland rund 80.000 Menschen mit HIV oder der Immunschwächekrankheit Aids.

Mehr Fortbildung zu HIV und Aids gefordert
„HIV-positive Patienten können behandelt werden wie alle anderen“, sagte der Präsident der Deutschen Aids-Gesellschaft, Prof. Georg Behrens. „Wenn die normalen Hygienevorschriften eingehalten werden, ist eine HIV-Übertragung im medizinischen Alltag ausgeschlossen.“ Den Angaben zufolge verlangten die Organisationen von Ärztekammern und Verbänden mehr Fortbildungen zu HIV und Aids. Wie es heißt, hätten Bundesärztekammer und Bundeszahnärztekammer das Problem erkannt und bereits zu einem vorurteilsfreien Umgang mit HIV-Infizierten aufgerufen.

Diskriminierung macht wirksame Prävention unmöglich
Durch die Ausgrenzung und Diskriminierung von HIV-Infizierten in Deutschland  und anderswo werde Experten zufolge eine wirksame Prävention und Gesundheitsversorgung oft unmöglich gemacht. Wie Carsten Schatz von der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) im vergangenen Jahr sagte, sei Diskriminierung in vielen Ländern „ein Motor der Epidemie“ und koste vielen Menschen das Leben oder die Gesundheit. Zum letztjährigen Welt-AIDS-Tag hatten verschiedene Organisationen eine innovative Kampagne gestartet, die helfen soll, Vorurteile und die Diskriminierung von HIV-Positiven abzubauen. Auf Plakaten wird dabei unter anderem gefragt, ob man HIV-Positive küssen  würde. Die Antwort wird gleich mitgegeben: „Klar, wenn er mein Typ ist“. (ad)