Akne im Winter besonders schlimm

Astrid Goldmayer

Akne-Symptome im Winter besonders schlimm

16.11.2011

Im Winter verschlimmern sich Hautkrankheiten wie Akne vieler Betroffener stark, wie Andrea Schlöbe von der Gesellschaft für Dermopharmazie in Köln berichtet. Trockene Heizungsluft, der Temperaturwechsel zwischen warmen Räumen und der Kälte draußen und die fehlenden Sonnenstrahlen machen der Haut schwer zu schaffen. Neben schulmedizinischen Therapien gibt es zahlreiche homöopathische Behandlungsmöglichkeiten, die Linderung verschaffen.

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Was ist Akne?
Die gewöhnliche Akne wird in de Fachsprache als Acne vulgaris bezeichnet. Sie tritt während der Pubertät auf und verschwindet in der Regel spätestens vor dem beginnenden 30. Lebensjahr. Nicht selten können die Symptome aber auch länger auftreten. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Zu den Symptomen gehören Hautrötungen, Pusteln und Pickel, die auf der Haut im Gesicht über den Hals bis zum Rücken auftreten können. Die Ausprägung kann von einigen wenigen Rötungen bis hinzu zu großflächig auftretenden entzündeten Pickeln reichen. Die Betroffen leiden häufig nicht nur unter den physischen Beschwerden sondern auch unter psychischen Belastungen aufgrund der ästhetischen Probleme.

Wie entsteht Akne?
Neben einer genetischen Veranlagung sind in erster Linie sogenannte Androgene, männliche Hormone, für die Anregung der Talgdrüsen verantwortlich, die vermehrt Hautfett ausscheiden. Durch die gleichzeitig auftretende erhöhte Produktion von Hornpartikeln verstopfen die Kanäle der Talgdrüsen und es kommt zum Rückstau. Hier finden Bakterien optimale Lebensbedingungen und können sich rasant vermehren und Entzündungen verursachen.

Warum verschlimmert sich die Akne im Winter?
Im Winter wird das natürliche Gleichgewicht der Haut gestört. Sinkt die Temperatur unter acht Grad, kann sie ihren Schutzmantel nicht mehr vollständig aufbauen. Platz er auf, können Bakterien ungehindert in die Haut eindringen und die Akne noch verschlimmern. Hinzu kommen die große Temperaturwechsel von warmen , beheizten Räumen und den niedrigen Temperaturen draußen, die sich für die Haut äußert ungünstig auswirken. Während die Haut im Sommer ausreichend mit den sich positiv auswirkenden Sonnenstrahlen, versorgt wird, entfällt dies im Winter.

Was hilft gegen Akne?
Allgemein gilt eine gesunde Lebensweise als förderlich für eine gesunde Haut. Rauchen und Stress sind hingegen Faktoren, die sich sehr negativ auf die Haut auswirken und die Akne deutlich verschlimmern können. Der Einfluss der Ernährung auf die Akne ist bisher noch nicht abschließend geklärt. Allgemein wird an Akne Erkrankten geraten, auf fettige Lebensmittel sowie auf Süßigkeiten wie Schokolade zu verzichten.

Da die Haut im Winter zu wenig Sonne ausgesetzt ist, wird in einigen Fällen mit einer Lichttherapie behandelt. Die Ergebnisse sind häufig wenig überzeugend, zumal die Gefahr von phototoxischen Reaktionen besteht, besonders wenn zusätzlich äußerlich anzuwendende Medikamente verordnet werden. Bei den konventionellen Behandlungsmethoden mit Medikamenten, ist das Ziel, die Talgproduktion zu verringern und die verstärkte Verhornung im Ausführungskanal der Tragdrüsen auf ein Normalniveau zu bringen. Gleichzeitig sollen Bakterien bekämpft werden, um weiteren Entzündungen entgegenzuwirken. Dafür werden häufig Salben eingesetzt, die auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen werden.

Der Münchner Arzt für Innere Medizin, Naturheilverfahren und Homöopathie Dr. Ulf Rieker berichtet in der Frühjahrsausgabe der Fachzeitschrift Homöopathie des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), dass es möglich sei, Akne rein homöopathisch zu behandeln, also auf schulmedizinische Therapien zu verzichten. Schwierig dabei sei nur, dass einige Patienten zwar sehr unter der Akne leiden würden, aber dennoch Schwierigkeiten haben, die Symptome klar zu beschreiben. Dies stelle immer eine Herausforderung für die Findung homöopathischer Arzeineien dar.

Pflege der Akne-Haut
Wer von Akne betroffen ist, kommt um eine gründliche Reinigung und Pflege seiner Haut nicht herum. Es gibt zahlreiche Produkte, die sich positiv auf das Hautbild auswirken. Diese Pflegeprodukte sind als komedogen-frei gekennzeichnet und damit nicht-pickelverursachend. Die speziellen Pflegeserien gegen Akne sind antibakteriell und enthalten zusätzlich für die Haut beruhigende Substanzen. Eine gute Adresse, um sich beraten zu lassen, ist die Apotheke. Des Weiteren kommen auch Naturkosmetika in Frage. Je weniger Emulgatoren etc. in den Produkten enthalten sind, um so besser. In jedem Fall sollte auf fettende Cremes und aggressive Seifen verzichtet werden.

Hausmittel gegen Akne
Hausmittel der Naturheilkunde gegen Pickel haben zahlreichen Betroffenen bereits Symptomlindernd geholfen. So können beispielsweise Kieselerde und Zink als Masken auf die Haut aufgetragen werden. Ein weiteres Hausmittel sind Dampfbäder mit Kamille, die entzündungshemmend und beruhigend auf die Haut wirken. Trägt man abends den reinen Saft der Aloe dünn auf, kann es bereits nach einer Woche zur Besserung des Hautbildes kommen. Der Saft der Aloe ist auch zur inneren Anwendung geeignet und kann den Heilungsprozess unterstützen. Auch Bachblüten sind zur inneren und äußeren Anwendung geeignet. Je nach Beschwerden können verschiedene Bachblüten zum Einsatz kommen. Kräutertees können zur Ausleitung von Giftstoffen eingesetzt werden, die sonst über Pickel und Hautunreinheiten ausgeleitet werden würden. (ag)