Aktionswoche: Alkohol? Weniger ist besser

Astrid Goldmayer

Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ informiert über Gesundheitsrisiken

23.05.2013

Alkohol ist in Deutschland nach wie vor ein selbstverständlicher Teil des alltäglichen Lebens und wird seit Jahren auf unverändert hohem Niveau konsumiert – in vielen Fällen jedoch auf deutlich zu hohem Niveau, denn „rund 9,5 Millionen Menschen trinken zu viel Alkohol, davon sind 1,3 Millionen alkoholabhängig“, so die Information der Caritas-Geschäftsstelle Cochem. Im internationalen Vergleich würde dies für Deutschland den fünften Platz bedeuten – doch trotz der ernsten Problematik dahinter, seien laut der Caritas „die damit verbundenen Gesundheitsrisiken [.] kaum bekannt oder werden ignoriert“.

Aktionswoche will das Thema „Alkohol“ stärker in die Öffentlichkeit tragen
Hier setzt die von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) initiierte „Aktionswoche Alkohol“ an, denn unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“ wird sich vom 25. Mai bis 2. Juni 2013 bundesweit kritisch mit dem Thema „Alkohol“ auseinandergesetzt – mit einem klaren Ziel: „Alle, die Alkohol trinken – also 90 Prozent der Bevölkerung – sollen angeregt werden, ihr Trinkverhalten einzuschätzen und zu prüfen, ob der eigene Konsum von Bier, Wein und Schnaps gesundheitsverträglich ist“, so die DHS auf der begleitenden Website http://www.aktionswoche-alkohol.de/.

Tausende Engagierte veranstalten bundesweit Aktionen
Am Wochenende geht es also los, dann werden nach DHS-Information tausende Engagierte über neun Tage hinweg bundesweit zahlreiche Aktionen veranstalten, um damit möglichst viele Menschen zu erreichen: „Ob am Arbeitsplatz, in der Kirche, in der Arztpraxis oder in der Apotheke, auf dem Sportplatz oder in Einkaufspassagen: Mitglieder von Selbsthilfegruppen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Beratungsstellen und Fachkliniken sowie Fachkräfte für Suchtprävention geben Impulse für Gespräche, informieren, argumentieren und erzeugen Aufmerksamkeit“, so die DHS.

Die geplanten Aktionen sollen dabei die gesamte Bevölkerung ansprechen, denn Alkohol spielt im Prinzip in jedem Lebensbereich eine Rolle: Ob die private Geburtstagsparty, die Firmen-Weihnachtsfeier, beim Einkaufen oder nach einem erfolgreichen Fußballspiel – kaum eine Situation im alltäglichen Leben, in der Alkohol nicht präsent ist. Dementsprechend gehe es den Veranstaltern der Aktionswoche Alkohol darum, aufzuklären und zu informieren – ohne dabei belehrend den Zeigefinger zu erheben. Denn viele Menschen wüssten laut der Caritas-Geschäftsstelle Cochem gar nicht, mit welch vielfältigen Risiken häufiger Alkoholkonsum einhergehe, denn „nicht selten verbreiten Scharlatane aus Wissenschaft und Industrie, Alkohol sei sogar gesund.“ Stattdessen sei „der Übergang von risikoarmem zu riskantem und gefährlichem Konsum [.] fließend und bleibt oft lange Zeit für Betroffene und Angehörige unbemerkt“, so die Caritas weiter.

Schon gewohnheitsmäßiges Trinken hat oft weitreichende Folgen
Dabei habe bereits der gewohnheitsmäßige Konsum von Alkohol zum Teil schwere Folgen, die weit übe die lebensgefährliche Schädigung von Leber, Herz und Gehirn hinausgehen – denn auch die Risiken für Unfälle im eigenen Haushalt und im Straßenverkehr, Gewaltkriminalität, Kontrollverlust über den eigenen Körper und das persönliche Verhalten sowie Beziehungsprobleme nehmen im Zusammenhang mit regelmäßigem Alkoholkonsum zu.

Caritas-Beratungsstelle als Dreh- und Angelpunkt der Suchthilfe
Ein Beispiel für die Arbeit im Kampf gegen den Alkohol bietet die Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes MEH e. V. in Cochem, wo die Diplom-Sozialarbeiterin Marietta Lönarz und der Diplom-Sozialarbeiter Werner Erdel täglich mit den Folgen von riskantem bzw. abhängigem Alkoholkonsum konfrontiert werden. Den Weg hierher würden laut der Caritas Menschen aus ganz unterschiedlichen Altersgruppen finden: „Die Caritas- Beratungsstelle ist dann nicht nur erste Anlaufstelle, sondern insgesamt Dreh- und Angelpunkt der Suchthilfe und der zentrale Ort für jeden, der professionelle Hilfe in Anspruch nehmen möchte“, so Marietta Lönarz. So werde mit den Betroffenen in einem ersten – natürlich absolut vertraulichen – Gespräch zunächst geklärt, welche Art von Hilfe nötig sei, wie zum Beispiel die Frage, ob eine ambulante oder stationäre Behandlung sinnvoller wäre. Zudem würde in der Suchtberatungsstelle auch der Kontakt zu den Kreuzbund-Gruppen im Kreis Cochem-Zell vorgeschlagen, „die sich als eine Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft verstehen“, so Marietta Lönarz und Werner Erdel weiter. In diesem Zusammenhang wollen Ehrenamtliche des Kreuzbundes nun auch im Rahmen der Aktionswoche Alkohol aktiv werden – gemeinsam mit der Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes würden diese daher laut Caritas-Information „am 26. Mai bei der Großveranstaltung „Happy Mosel“ mit einer kleinen Aktion auf den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol hinweisen“. (ag)

Bild: Jorma Bork / pixelio.de