Aktivere Freizeitgestaltung senkt signifikant das Risiko für Krebserkrankungen

Körperliche Aktivität wie beispielweise Wandern, Joggen oder fahren auf dem Fahrrad senkt unser Risiko für verschiedene Krebserkrankungen. Somit sollten wir alle unseren inneren "Schweinehund" überwinden und öfter aktiven Freizeitbeschäftigungen nachgehen. (Bild: marioArte/fotolia.com)
Alexander Stindt
Körperliche Freizeitaktivitäten schützen vor verschiedenen seltenen und verbreiteten Krebsarten
Krebs ist eine Erkrankung, die in der heutigen Zeit eine große Bedrohung für Menschen in unserer Gesellschaft darstellt. Mediziner suchen seit Jahren nach Mitteln und Wegen, um die Entstehung der Krankheit zu verhindern oder eine bessere Behandlung zu ermöglichen. Jetzt fanden Forscher heraus, dass die Teilnahme an Freizeitaktivitäten hilft, den Schutz gegen eine Vielzahl von Krebsarten massiv zu erhöhen.

Wissenschaftler von den National Institutes of Health stellten bei einer Untersuchung fest, dass aktive Menschen, die vielen körperlichen Beschäftigungen in ihrer Freizeit nachgehen, besser vor verschiedenen Arten von Krebs geschützt sind. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „JAMA Internal Medicine“.

Körperliche Aktivität wie beispielweise Wandern, Joggen oder Fahrradfahren senkt unser Risiko für verschiedene Krebserkrankungen. Somit sollten wir alle unseren inneren
Körperliche Aktivität wie beispielweise Wandern, Joggen oder Fahrradfahren senkt unser Risiko für verschiedene Krebserkrankungen. Somit sollten wir alle unseren inneren „Schweinehund“ überwinden und öfter aktiven Freizeitbeschäftigungen nachgehen. (Bild: marioArte/fotolia.com)

Körperliche Aktivitäten in der Freizeit verbessern den Schutz vor 13 von 26 Krebsarten
Die Forscher hatten für ihre Untersuchung die Daten von zwölf früheren Studien analysiert und bis auf wenige Ausnahmen wiesen alle Probanden einen besseren Schutz vor 13 von 26 Krebserkrankungen auf, wenn sie eine aktivere Freizeitgestaltung hatten. An den zwölf Studien hatten insgesamt etwa 1,44 Millionen Menschen teilgenommen, sagen die Mediziner. Die Ergebnisse waren eindeutig: Aktivere Menschen hatten ein um 42 Prozent geringeres Risiko für Speiseröhrenkrebs, ein um 27 Prozent geringeres Risiko für Leberkrebs, ein um 26 Prozent geringeres Risiko für Lungenkrebs und ein um 23 Prozent geringeres Risiko für die Entstehung von Nierenkrebs, erläutern die Autoren.

Auch bei Berücksichtigung des Körpergewichts konnten die Forscher ein vermindertes Krebsrisiko für zehn von 13 Krebsarten feststellen, welches durch höhere Ebenen der körperlichen Freizeitaktivitäten ausgelöst wird, sagt Dr. Steven C. Moore von den National Institutes of Health. Bezogen auf das Rauchen vermindere körperliche Aktivität nur das Risiko für Lungenkrebs und andere durch das Rauchen assoziierte Krebserkrankungen seien nicht betroffen. Die höhere Aktivität steigere allerdings auch das Risiko für maligne Melanome um 27 Prozent und das Risiko für Prostatakrebs erhöhte sich um etwa fünf Prozent, fügen die Mediziner hinzu.

Körperliche Aktivität könnte zu Schlüsselkomponente bei der Krebsprävention werden
Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Zusammenhänge bei verschiedenen Populationen weitgehend verallgemeinerbar sind, einschließlich übergewichtigen und fettleibigen Personen oder Menschen, die rauchen, erläutert Dr. Moore. Diese Ergebnisse unterstützen die Förderung der körperlichen Aktivität als eine Schlüsselkomponente der bevölkerungsweiten Krebsprävention. Die Untersuchung befasste sich mit körperlicher Bewegung bei den verschiedenen Studien. Die Experten versuchten dabei zu messen, wie viel Energie pro Minute (gemessen in MET; engl. „metabolic equivalent of task“) bei spezifischen Aktivitäten aufgewendet wurde. Beispielsweise benötigt eine moderate Aktivität wie Gehen etwa 3 bis 5,9 MET. Schnelleres Laufen verbrauchte bereits mehr als 6 MET, erklären die Autoren.

Die in die Analyse einbezogenen Teilnehmer wurden über ihre spezifische Aktivitäten wie Gehen, Laufen oder Schwimmen befragt. Außerdem ermittelten die Mediziner die wöchentliche Teilnahme an gemäßigten Aktivitäten. Der Mittelwert lag bei den meisten Teilnehmer bei etwa acht MET pro Stunde pro Woche, dieser Wert entspricht etwa 150 Minuten moderater Aktivität wie zum Beispiel normales Gehen, sagen die Forscher. Die Autoren der Studie sahen sich auch die Auswirkungen auf viele seltene Tumoren an. In gewisser Weise waren sie in der Lage zu bestätigen, was die Mediziner schon bei den häufiger auftretenden Tumoren gesehen hatten. Dies sei eine gute Nachricht, denn körperliche Aktivität könnte auch zu einer wichtigen Strategie zur Risikominderung von seltenen Tumorarten werden, erklären die Wissenschaftler. Jetzt werde allerdings weitere Forschung benötigt, um festzustellen welche Mechanismen an der Verminderung des Krebsrisikos beteiligt sind, fügen die Experten hinzu. (as)

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