Aktuelle Studie: Herzschwäche bei zu hohem Salzkonsum

Fabian Peters
Risiko einer Herzschwäche steigt mit dem Salzkonsum
Ein zu hoher Salzkonsum wird bereits seit langem mit verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden wie beispielsweise Bluthochdruck oder auch einem erhöhten Schlaganfall-Risiko in Zusammenhang gebracht. Nun haben finnische Wissenschaftler herausgefunden, dass auch die Gefahr einer Herzschwäche bei hohem Salzkonsum steigt. Insgesamt sprechen die Erkenntnisse für eine deutliche Reduzierung der Salzaufnahme.

Der Salzgehalt in Lebensmitteln ist heute derart hoch, dass die empfohlene maximale Tagesdosis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hierzulande von den meisten Menschen überschritten wird. Dieser übermäßige Salzkonsum hat insbesondere auf das Herzkreislaufsystem eine äußerst nachteilige Wirkung. Neben dem Risiko für Bluthochdruck steigt laut einer aktuellen Studie, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona vorgestellt wurde, auch die Gefahr einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Ein zu hoher Salzkonsum kann nicht nur Bluthochdruck fördern, sondern auch zu einem erhöhten Risiko der Herzinsufizienz führen. (Bild: HandmadePictures/fotolia.com)

Erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Schlaganfälle bereits bekannt
„Hoher Salzkonsum ist eine wesentliche Ursache für Bluthochdruck und ein bekannter Risikofaktor für Schlaganfall und Koronare Herzkrankheit (KHK)“, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Bislang sei allerdings offen geblieben, ob die übermäßige Salzzufuhr auch das Risiko einer Herzschwäche erhöht. In der aktuellen Studie ist das finnische Forscherteam um Prof. Pekka Jousilahti vom National Institute for Health and Welfare in Helsinki dieser Frage nachgegangen. Sie untersuchten den Salzkonsum und das Risiko einer Herzschwäche bei mehr als 4.500 Probanden.

121 Probanden entwickelten eine Herzschwäche
In der Studie wurde der individuelle Salzkonsum bei 4.630 Teilnehmenden mittels 24-Stunden-Urinproben gemessen, was an dieser Stelle als Goldstandard zur Erhebung gilt. So waren „die Forscher nicht auf die Eigenangaben der Probanden angewiesen“, erläutert die DGK. Des Weiteren seien das Gewicht, die Größe, der Blutdruck und diverse Laborparameter im Blut ermittelt worden. Insgesamt habe über 12 Jahre eine Begleitung der Probanden stattgefunden. In dem Beobachtungszeitraum entwickelten 121 Studienteilnehmer eine Herzinsuffizienz.

Doppelt so hohes Risiko einer Herzschwäche
Bei der Auswertung möglicher Zusammenhänge zwischen dem Salzkonsum und der Wahrscheinlichkeit einer Herzschwäche wurde deutlich, dass „Personen, die mehr als 13,7 Gramm Salz pro Tag konsumierten, ein zweimal höheres Risiko (hatten), eine Herzschwäche zu entwickeln, als jene Gruppe, die am wenigsten Salz konsumierte“(unter 6,8 Gramm), berichtet die DGK. Der täglich Salzbedarf liege nach Empfehlung der WHO bei zwei bis drei Gramm und maximal seien fünf Gramm Salz pro Tag angeraten. „Wer sich sehr salzreich ernährt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, an Herzinsuffizienz zu erkranken“, so das Fazit der Forscher auf dem ESC.

Salzkonsum in Deutschland zu hoch
„Der übliche Salzkonsum liegt auch in Deutschland weit über diesen Empfehlungen“, berichtet Professor Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) anlässlich der aktuellen Studienergebnisse. Laut Angaben der DGK geht aus Daten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hervor, dass Männer in Deutschland im Schnitt täglich 10 Gramm Salz aufnehmen und Frauen 8,4 Gramm. Auch die Ergebnisse der aktuellen Studie seien „ein weiterer Hinweis, dass der kardiovaskulären Prävention durch geeignete Ernährung und andere Lebensstilmaßnahmen noch viel mehr Bedeutung zukommen sollte“, betont Prof. Dr. Fleck.

Salzaufnahme über verarbeitete Lebensmitteln
In Deutschland werden rund 80 Prozent der täglichen Salzzufuhr über verarbeitete Lebensmittel aufgenommen, berichtet die DGK unter Berufung auf deutsche Verbraucherzentrale. Ein Großteil des Salzes stamme aus verarbeiteten Lebensmitteln, wobei die Hauptquellen Brot und Brötchen (27 bis 28 Prozent der Salzzufuhr), Fleisch- und Wurstwaren (15 bis 21 Prozent), Milchprodukte und Käse (10 bis 11 Prozent) seien. Zudem enthalten Fertiggerichte und Instantsuppen meist sehr viel Salz und auch Knabbergebäck fällt hier negativ auf. So müsste auf vielen Ebenen ein Umdenken stattfinden, um insgesamt die Salzaufnahme deutschlandweit deutlich zu reduzieren und damit die gesundheitlichen Folgen des hohen Salzkonsums zu minimieren. (fp)