Aktuelle Studie: Wöchentlicher Fischverzehr verbessert den Schlaf und den IQ

Alexander Stindt

Wenn Kinder regelmäßig Fisch essen, verbessern sich dadurch Schlaf und Intelligenz

Viele Menschen leiden in der heutigen Zeit unter Schlafproblemen. Forscher fanden jetzt heraus, dass der regelmäßige Konsum von Fisch bei Kindern zu einem leicht erhöhten IQ-Wert führt und zusätzlich den Schlaf dieser Kinder verbessert, verglichen mit Kindern, welche überhaupt keinen oder nur wenig Fisch zu sich nahmen.


Die Wissenschaftler der University of Pennsylvania stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass der wöchentliche Konsum von Fisch die Intelligenz und den Schlaf verbessert. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Kinder schlafen besser, wenn sie jede Woche Fisch zu sich nehmen. (Bild: contrastwerkstatt/fotolia.com)

Wie wirken sich Omega-3-Fettsäuren auf Intelligenz und Schlaf aus?

Es gab bereits frühere Studien, die einen Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren, welche in vielen Arten von Fisch enthalten sind, und einer verbesserten Intelligenz feststellten. Außerdem führten Omega-3-Fettsäuren auch dazu, dass sich der Schlaf verbesserte. Bei ihrer aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie sich Omega-3-Fettsäuren, welche aus natürlichem Fisch stammen und nicht aus Nahrungsergänzungsmitteln, auf Intelligenz und Schlaf auswirken.

Teilnehmern mussten verschiedene Fragebögen beantworten

Für ihre Untersuchung analysierten die Mediziner die Fragebögen von 541 Probanden im Alter zwischen neun und elf Jahren, welche aus China stammten. Die Teilnehmer setzten sich dabei aus 54 Prozent Jungen und 46 Prozent Mädchen zusammen. Anhand des Fragebogens wurde ermittelt, wie oft die Kinder im vergangenen Monat Fisch konsumiert hatten. Außerdem wurden auch die Ergebnisse eines chinesischen IQ-Tests mitberücksichtigt, welcher verbale und nonverbale Fähigkeiten untersuchte. Die Eltern der Kinder beantworteten zusätzlich Fragen zur Schlafqualität in einem Fragebogen zum Thema Kinderschlafgewohnheiten, der beispielsweise Schlafdauer, nächtliches Erwachen und Schläfrigkeit während des Tages umfasste. Schließlich kontrollierten die Forscher die demografischen Informationen, einschließlich elterlicher Bildung, Beruf und Familienstand sowie die Anzahl der Kinder im Haushalt.

Fisch essende Kinder weisen eine bessere Schlafqualität auf

Bei ihrer Analyse fanden die Autoren heraus, dass wöchentlich Fisch konsumierende Kinder bei ihren IQ-Prüfungen 4,8 Punkte mehr erreichten, verglichen mit Kindern, welche nur selten oder nie Fisch zu sich nahmen. Wenn die Kinder manchmal Fisch erhielten, führte dies immerhin zu einem erhöhten IQ-Wert von 3,3 Punkten, berichten die Autoren. Darüber hinaus war ein erhöhter Fischkonsum auch mit weniger Schlafstörungen verbunden. Laut Aussage der Forscher wiesen die Fisch essenden Kinder insgesamt eine bessere Schlafqualität auf.

Schlafmangel ist mit einem antisozialen Verhalten verbunden

Ein Mangel an Schlaf kann zu allerlei negativen Auswirkungen führen. Schlafmangel ist beispielsweise mit einem antisozialen Verhalten verbunden, sagt Autor Professor Adrian Raine von der School of Arts and Sciences an der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania. Die Mediziner konnten in früheren Studien bereits feststellen, dass Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel antisoziales Verhalten reduzieren. Deswegen war es nicht allzu überraschend, dass der Effekt durch den Konsum von Fischen ebenfalls ausgelöst wird.

Kinder müssen bereits frühzeitig an der Verzehr und Geruch von Fisch gewöhnt werden

Die Studie unterstreicht die gesundheitlichen Vorteile des Fischkonsums. Kinder sollten bereits frühzeitig mit dem Verzehr von Fisch vertraut gemacht werden, raten die Wissenschaftler. Der Konsum von Fisch könne bereits mit zehn Monaten begonnen werden, solange der Fisch keine Gräten enthält und möglichst klein geschnitten wurde. Aber spätestens im Alter von zwei Jahren sollte mit dem Verzehr angefangen werden, so die Experten weiiter. Kinder früh an den Geschmack von Fisch zu gewöhnen, führe dazu, dass diese Fisch als schmackhafter empfinden, erklärt die Professorin Jennifer Pinto-Martin. Fisch wird in unserer Kultur meist selten serviert und auch mit dem Geruch werden Kinder eher selten konfrontiert. Aber gerade Kinder sind sehr geruchsempfindlich. Wenn Kinder den Geruch von Fisch nicht gewöhnt sind, kann sie dies von einem Konsum abhalten, erläutert die Expertin weiter.

Weitere Forschung ist nötig

Weil diese Studie an sehr jungen Teilnehmern durchgeführt wurde, entschieden sich die Wissenschaftler, die Details der von den Kindern verzehrten Fischarten nicht zu analysieren. Dies ist aber für eine zukünftige Kohortenstudie bereits geplant. Andere Studien sollen jetzt feststellen, ob der Verzehr von Fisch generell zu einem besseren Schlaf, besseren Schulleistungen und anderen positiven Ergebnissen führen kann. Die Mediziner empfehlen zu diesem Zeitpunkt, dass Menschen Fisch schrittweise in ihre Ernährung aufnehmen sollten. Dies könne dann schließlich dazu führen, dass Fisch einmal in der Woche verzehrt wird. Wenn Fisch den Schlaf verbessert, sei das wirklich großartig. Wenn der Verzehr von Fisch zusätzlich die kognitive Leistung verbessert, wie in der Studie festgestellt, ist dies sogar noch besser, betonen die Autoren. (as)