Akupunktur hilft bei Schmerzen

Sebastian

Akupunktur hilft gegen chronische Schmerzen: Eine schulmedizinische Studie hat sich mit Frage beschäftigt, warum Akupunktur eigentlich so wirksam ist.

(01.06.2010) Die Naturheilkunde beweist es schon seit einigen Jahrzehnten, eine Akupunktur Behandlung ist beispielsweise sehr wirksam bei chronischen Schmerzen. Bislang konnten sich schulmedizinische Wissenschaftler nicht erklären, wie sich die angesetzten Nadeln tatsächlich auf den menschlichen Organismus auswirken. Einen Teilaspekt der Wirkungsweisen der Akupunktur Behandlung haben nun Wissenschaftler der Universität Rochester in New York entschlüsselt. Das körpereigene Molekül "Adenosin" spielt anscheinend eine gewichtige Rolle in der Schmerz-Behandlung.

Bei einer richtigen Durchführung der Akupunktur kann Adenosin die Ausschüttung von Neurotransmitter blockieren. Neurotransmitter sind biochemische Stoffe, die Information von einer zur anderen Nervenzelle über Kontaktstellen der Nervenzellen weitergeben. Durch die Blockierung von Adenosin können Patienten wieder besser schlafen, der Herzschlag kann reguliert sowie der Blutdruck gesenkt werden. Adenosin kann zudem entzündungshemend wirken. Auch chronische Schmerzen können gekappt oder gemindert werden, indem Nervenzellen in der verletzten Haut unterbrochen werden.

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Um diese Erkenntnisse zu erlangen, haben Forscher der Universität Rochester eine groß angelegte Akupunktur-Studie durchgeführt, die in dem Magazin Fachmagazin "Nature Neuroscience" erschien. So setzen sie Nadeln in verletzte Mäusepfoten ein, so wie es Heilpraktiker ebenfalls während einer Akupunktur-Sitzung beim Menschen praktizieren. Es konnte heraus gefunden werden, dass Adenosin in tieferen Schichten der Haut aktiv wird, wenn die Nadeln dazu richtig gesetzt werden, um Schmerzen am Fuß zu behandeln.

Das Ergebnis: Durch die Behandlung konnten die Schmerzen um etwa zwei Drittel gemindert werden. Im Verlauf der Behandlung und danach war die Konzentration von Adenosin 24 mal höher als zuvor. Als die Forscher Adenosin künstlich, also ohne Akupunktur-Nadeln, erhöhten, konnte ebenfalls eine Schmerzminderung fest gestellt werden. Im Verlauf der Studie haben die Wissenschaftler weiterhin versucht, die Wirkung der Akupunktur zu verstärken, in dem sie zusätzlich Adenosin verabreichten. Hierfür wurde ein Krebsmedikament eingesetzt, dessen Wirkung dem Gewebe erschwert, Adenosin abzubauen. Durch die künstliche Verbareichung des Medikaments erhöhte sich die Adenosinkonzentration um das Dreifache und die Wirkung der Akupunktur konnte verdreifacht werden.

Die Prinzipien der Akupunktur gehen auf Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zurück, die schon rund 2000 Jahre alt ist. Darin enthalten ist die Vorstellung einer Lebenskraft, die "Qi" genannt wird. Die Lebenskraft sollte sich im menschlichen Körper in einem ständigen Fluß bewegen. Laut dieser Prinzipien können Beschwerden entstehen, wenn es zu körperlichen oder seelischen Ungleichgewichten kommt. Die Schulmedizin betrachtet jedoch alle Wirkungsweisen abgekoppelt und konzentriert sich demnach nur auf einzelne Teilaspekte körpereigener Reaktionen. Behandlungserfolge könnten durch die abgekoppelte Betrachtungsweise gefährdet werden. (sb)

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