Ernährung: Bald essen wir Algen und Insekten

Heilpraxisnet

Zukünftige Ernährung der Deutschen ethischer dank Algen und Insekten?

16.04.2015

Die Ernährungsgewohnheit der Deutschen befinden sich in einem stetigen Wandel. So ist zu Beispiel der Anteil der Vegetarier in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Künftig könnten auch Algen und Insekten aus ethischen Gründen vermehrt auf dem Speiseplan stehen. Wie unsere Ernährung im Jahr 2030 aussehen wird, haben Forscher des Nestlé Zukunftsforums in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut TNS Infratest untersucht.

Die repräsentative Befragung „Wie is(s)t Deutschland 2030?“ kommt zu dem Ergebnis, dass die Deutschen in Zukunft bei ihrer Ernährung auch aus ethischen Gründen vermehrt zu Insekten und Algen als Proteinlieferanten zurückgreifen werden, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“. Zudem nehme die Bedeutung regionaler Produkte zu und es entwickeln sich vermehrt sogenannte „Neighbourhood Stores“, die auf Angebote aus lokalen Quellen setzen, so die Mitteilung von Nestlé. In den nächsten 15 Jahren erwarten die Experten eine deutliche Umstellung der bisherigen Essgewohnheiten.

Ressourcenschonende Ernährung
Insgesamt 1.029 Verbraucher hat das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Nestlé Zukunftsforums zu verschiedenen Zukunftsszenarien der Ernährung befragt. Den Ergebnissen der Befragung zufolge, ist davon auszugehen, dass Algen und Insekten bis 2030 auch hierzulande als normale Proteinlieferanten akzeptiert werden und so eine Symbiose zwischen Genuss und Ressourcenschonung möglich wird, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“. Bis zum Jahr 2030 werde Essen zunehmend eine Frage der Weltanschauung und des Sozialprestiges. Insgesamt wurde die „ressourcenschonende Ernährung in einer werteorientierten Gesellschaft“ von den Befragten als wahrscheinlichstes der fünf vorgegebenen Zukunftsszenarien benannt, so die Mitteilung der „dpa“. Ethische Aspekten würden demnach verstärkt die Einstellung zum Essen beeinflussen, was dem regionalen und biologischen Anbau entgegenkomme, aber auch eine Umstellung auf Algen, Insekten oder im Reagenzglas gezüchtete Fleisch- und Fischprodukte umfassen könne.

Verschmelzen von Pharmazie und Ernährung
Die Experten des Nestlé Zukunftsforums kommen des Weiteren zu dem Schluss, dass die personalisierte Ernährung in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen wird. So würden die Erwartungen der Konsumenten an individualisierte Ernährungsmöglichkeiten steigen. Eventuell werde künftig die Ernährung „schon ab dem Babyalter genau abgestimmt auf die individuellen Anforderungen jedes Einzelnen“, so die Mitteilung von Nestlé. Auch könnten die Grenze zwischen Ernährung und Pharmazie zunehmend verschmelzen. „Die Zeit des molekularen Fingerabdrucks steht bevor, die Menschen können sich sequenzieren und entsprechend ihrer Gesundheitsprofile behandeln lassen. Ärzte werden sich stärker vernetzt mit Ernährungsberatern und Sportcoaches der individuellen Gesundheit annehmen“, erläutert Martin Kussmann, Professor für Molekularbiologie am Nestlé Research Centre in Lausanne. Gesundheit und Genuss würden sich in neuen Ernährungsformen verbinden – dem „Medical Food“ als Trend zwischen Supermarkt- und Apothekenregal.

Grundversorgung mit Lebensmitteln online?
Bei dem Erwerb von Lebensmitteln wird den Ergebnissen der aktuellen Studie zufolge Rolle des E-Commerce unaufhaltsam wachsen. Frische Lebensmittel könnten online bestellt und noch am selben Tag nach Hause geliefert werden. Der Lebensmitteleinzelhandel liefere zwar wichtige Informationen zu den Produkten und den entsprechenden Kontext, doch ein Großteil der Grundversorgung erfolge in Zukunft voraussichtlich online. (fp)

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>Bild: Rainer Sturm / pixelio.de