Aliana ist tot: Sechsjähriges Kind durch Masern-Infektionsfolgen erlegen

Die kleine Aliana aus Hessen litt jahrelang an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE. Nun ist sie im Alter von sechs Jahren gestorben. Wenn ihre Mutter geimpft gewesen wäre, wäre sie geschützt gewesen. (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)
Alfred Domke
Spätfolgen der Infektion: Sechsjährige Aliana stirbt an Masern-Gehirnentzündung SSPE
In Hessen ist ein kleines Mädchen an den Spätfolgen einer Maserninfektion gestorben. Die sechsjährige Aliana litt an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE. Die Mutter der Kleinen hatte schon im letzten Jahr auf die Krankheit ihrer Tochter aufmerksam gemacht und auf die Wichtigkeit der Masernimpfung hingewiesen.

Mädchen stirbt an Spätfolgen einer Masern-Infektion
Aliana wurde nur sechs Jahre alt. Das Mädchen aus Hessen litt jahrelang an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis), bei der Masern-Viren die Nervenzellen im Gehirn zerstören. Die Krankheit ist die Spätfolge einer Masern-Infektion und verläuft immer tödlich. Am Donnerstag hat sie ihren Kampf gegen die Krankheit verloren. Die Öffentlichkeit war schon im letzten Jahr auf die Erkrankung des Mädchens aufmerksam gemacht worden. Ihre Mutter hatte die Geschichte ihrer Tochter publik gemacht, um auf die Wichtigkeit einer Masernimpfung aufmerksam zu machen.

Die kleine Aliana aus Hessen litt jahrelang an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE. Nun ist sie im Alter von sechs Jahren gestorben. Wenn ihre Mutter geimpft gewesen wäre, wäre sie geschützt gewesen. (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)
Die kleine Aliana aus Hessen litt jahrelang an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE. Nun ist sie im Alter von sechs Jahren gestorben. Wenn ihre Mutter geimpft gewesen wäre, wäre sie geschützt gewesen. (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)

Keine harmlose Kinderkrankheit
Wie Gesundheitsexperten immer wieder betonen, handelt es sich bei Masern nicht um eine harmlose Kinderkrankheit. Die Krankheit befällt auch Erwachsene. Daher sollten sie gegebenenfalls ihren Masern-Impfschutz überprüfen.

Aliana hätte sich wohl nicht infiziert, wenn ihre Mutter geimpft gewesen wäre. Das Mädchen habe in letzter Zeit mit Infekten zu tun gehabt, sagte ihr Kinderarzt in Bad Hersfeld, Georg Johann Witte, laut einer Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei eine Folge der Krankheit.

Im kommenden Jahr sollte Aliana in einen integrativen Kindergarten nach Bebra wechseln, weil sie sich gut entwickelt hatte. Ihre Familie hatte sogar ein großes Auto angeschafft, um das schwerbehinderte Mädchen in ihrem Rollstuhl transportieren zu können. Doch soweit sollte es nicht kommen: Aliana starb.

Mutter war nicht geimpft
Ihre Mutter war im vergangenen Jahr mit der Krankheit an die Öffentlichkeit gegangen, um andere Mütter darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig eine Masern-Impfung für sie ist. Den Angaben zufolge war sie selbst durchs Raster gefallen, als vor Jahrzehnten nur unzureichend oder gar nicht geimpft wurde.

Der Berliner Kinderarzt Martin Terhardt, Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin, meinte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa: „Dieser tragische Fall zeigt, wie gefährlich Masern sein können.“

„Das Virus ist hoch ansteckend. Vor allem Säuglinge sind gefährdet, da sie noch nicht geimpft werden können“, so der Experte.

Nestschutz ist nach wenigen Monaten abgebaut
In Deutschland wird die Masernimpfung für Kinder ab dem elften Lebensmonat empfohlen, für Säuglinge in einer Kindertagesstätte auch schon ab dem neunten Monat.

Mütter, die aufgrund einer Impfung oder einer ehemaligen Masern-Erkrankung Antikörper haben, können ihre Kinder in den ersten Monaten vor Masern und anderen ansteckenden Krankheiten bewahren.

Aber: „Aktuelle Studien zeigen, dass dieser Nestschutz schon mit sechs Monaten abgebaut sein kann“, warnte Terhardt.

Impfquoten bei Kindern erheblich verbessert
Zwar hatte das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa im vergangenen Jahr angesichts der deutlichen Zunahme der Masern-Infektionen eine „Intensivierung der Impfanstrengungen gegen Masern“ gefordert.

Doch bei Kindern in Deutschland haben sich die Impfquoten seit 2000 erheblich verbessert. Dies belegten Untersuchungen zum Schulbeginn. Mit der Erstimpfung lagen die Kinder im Jahr 2012 nach RKI-Angaben bei 96,7 Prozent, beim zweiten Piks bei 92,4. Allerdings kann die angestrebte Ausrottung der Krankheit erst ab 95 Prozent langfristig gelingen.

Mehrheit der Deutschen für Impfpflicht
Über die Frage Masernimpfung – Ja oder Nein? wird seit Jahren heftig gestritten. In diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder der Ruf nach einer Masern-Impflicht auf, die laut Umfragen von der Mehrheit der Bundesbürger begrüßt würde.

Impfgegner weisen unter anderem auf mögliche Nebenwirkungen einer Immunisierung wie Hautrötungen, Schwellungen, Fieber oder einen Hautausschlag hin. Im Vergleich zu den Effekten einer Masern-Erkrankung, bei der das Immunsystem geschwächt ist und verschiedene Beschwerden wie Fieber, Mittelohrentzündung oder Durchfall auftreten können, seien die Risiken einer Impfung jedoch kein Vergleich, meinen Befürworter.

Ganz zu schweigen von den seltenen schwerwiegenden, teils tödlichen Komplikationen. (ad)

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