Alkohol-Fasten im Januar – Gesunder Start in das neue Jahr

Volker Blasek

Kann der einmonatige Alkoholverzicht förderlich für die Gesundheit sein?

Instagram ist derzeit überschwemmt von Posts mit dem Hashtag #DryJanuary. Gemeint ist die jährliche Tradition mancher Menschen, den ersten Monat im Jahr ohne Alkohol zu verbringen. Für viele ist es ein Vorsatz im neuen Jahr weniger zu trinken und den Körper zu entgiften. Was bringt die Alkohol-Abstinenz für ihre Gesundheit? Experten behaupten, dass die Ansätze, warum man überhaupt auf Alkohol verzichten möchte, entscheidend dafür sind, ob das Alkohol-Fasten Wirkung zeigt oder nicht.

Es ist offensichtlich nichts daran auszusetzen, dass man den Alkoholkonsum aussetzt oder ihn einschränkt. Übermäßiger Alkoholkonsum und Rauschtrinken kann zu verschiedenen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit führen, wie zahllose Studien bereits belegt haben. So erhöht übermäßiges Trinken beispielsweise das Risiko für bestimmte Krankheiten, einschließlich Brustkrebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall und Leberprobleme und kann zu Schlafstörungen führen. „Eine einmonatige Pause vom Trinken wird nicht unbedingt die Uhr zurückdrehen“, sagt die amerikanische Gesundheitsexpertin Dr. Jennifer Wider gegenüber dem Gesundheitsmagazin Self. Laut Wider sei die einmonatige Alkohol-Pause zwar gut für die Gesundheit, aber kein Freifahrtsschein, den Rest des Jahres hemmungslos zu trinken.

Die erzielten Erfolge beim Alkohol-Fasten hängen laut Expertenmeinungen stark von der Intention ab, warum man auf Alkohol verzichten will. Auch die gewohnte Alkohlmenge spielt eine große Rolle. (Bild: JiSign/fotolia.com)

Wer mehr Alkohol trinkt, merkt größere Unterschied bei der Abstinenz

Auch George F. Koob, Direktor des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism (NIAAA), erwähnt gegenüber Self: „Der größte Vorteil ist, zu lernen, wo sich dein Körper in Bezug auf Alkohol befindet und was du damit erreichen willst.“ Wenn sich jemand nicht gut fühle und vermute, dass seine regelmäßigen Trinkgewohnheiten dafür verantwortlich sind, könne es hilfreich sein zu sehen, wie sich derjenige fühlt, wenn er (oder sie) einen Monat lang keinen Alkohol trinkt. Laut Koob hängen die Ergebnisse des Alkohl-Fastens davon ab, wie viel derjenige vorher getrunken hat. Jemand der gelegentlich trinkt merke nicht so einen großen Unterschied, wie jemand der öfters in der Woche vier oder mehr alkoholische Getränke zu sich nimmt.

Welche gesundheitlichen Vorteile sind nach einem Monat Alkoholverzicht zu erwarten?

Laut Koob kann einer der Hauptvorteile des Alkohol-Fastens eine Verringerung der Gesamtkalorien sein, die man zu sich nimmt, da ein Standardgetränk normalerweise rund 150 Kalorien hat. So könne möglicherweise eine Gewichtsreduzierung herbeigeführt werden, ohne die Ernährung gänzlich umzustellen. Weiterhin würde der Alkoholverzicht bei vielen Menschen dazu führen, dass sie nachts weniger ausgehen, mehr schlafen und mehr Sport treiben. „All das kann sich darauf auswirken, wie produktiv Sie sind, wie fokussiert Sie sind und wie Sie sich insgesamt fühlen“, erläutert Koob gegenüber Self.

Der Schneeballeffekt fürs Immunsystem

Wenn es um das Immunsystem geht, kann der Schneeballeffekt von positiven Gesundheitsgewohnheiten – ausgelöst vom Alkoholverzicht – einen hohen Einfluss haben. Laut Koob kann eine Vergiftung durch Alkohol die Funktion des Immunsystems stark unterdrücken, wodurch man anfälliger für Krankheiten werde.

Was ist ein unbedenkliches Maß für Alkohol-Konsum?

„Manche Leute werden es nicht gern hören, aber ein unbedenkliches Maß für den Alkoholkonsum gibt es nicht“, schreibt die Weltgesundheitsorganisation WHO auf ihrer Webseite. Natürlich gibt es ein Maß, das mit einem geringeren Risiko verbunden ist, aber die WHO setze bewusst keine Obergrenzen, da es wissenschaftlich belegt ist, dass ein vollständiger Verzicht auf Alkohol aus gesundheitlicher Sicht bei weitem am besten ist. Alkoholkonsum ist laut WHO eng mit etwa 60 verschiedenen Diagnosen assoziiert, wobei es fast immer eine enge Dosis-Wirkung-Beziehung gibt. Das bedeutet: Je höher der Konsum, desto höher das Krankheitsrisiko. Weniger Alkohl ist besser. (fp)