Alkohol steigert das Krebsrisiko

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Der Konsum von übermäßig viel Alkohol kann nicht nur Erkrankungen der Leber hervorrufen und körperlich abhängig machen, sondern auch zahlreiche Krebserkrankungen begünstigen. Ein giftiges Stoffwechselprodukt im Mundbereich ist dafür verantwortlich, die menschliche DNA zu verändern. Der giftige Stoff wird beim Alkoholkonsum gebildet.

Der Konsum von Alkohol kann nicht nur die Leber schädigen und eine Leberzirrhose hervorrufen, sondern auch Krebs im starken Maße begünstigen. Das sagte Dr. Helmut K. Seitz, Internist und Ärztlicher Leiter des Krankenhauses Salem an der Universität Heidelberg. Krebs ist nach der Leberzirrhose die zweit häufigste Folge einer Alkoholerkrankung. Ursache dafür ist ein toxikologisches Stoffwechselprodukt von Alkohol, das die menschliche DNA nachhaltig verändert. Der Stoff entsteht durch Bakterien im Mundbereich und begünstigt Krebsarten wie Speiseröhrenkrebs, Tumore im Rachen und Kehlkopfkrebs. Rauchen die Betroffenen zusätzlich, wird das Krebsrisiko nochmals gesteigert. Nicht nur im Mund und im Rachen kann Krebs durch übermäßigen Alkoholkonsum entstehen, sondern auch im Bereich des Dickdarms, Brust und Leber (Leberkrebs). Besonders Frauen sind durch Alkoholfolgen von Krebserkrankungen betroffen, erklärte Dr. Seitz. Schon der tägliche Konsum von rund 18 Gramm reinem Alkohol lässt das Brustkrebsrisiko deutlich ansteigen. Gerade nach einem hohen Konsum von Alkohol ist eine gründliche Zahnhygiene zu empfehlen.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Krebserkrankungen aufgrund von Alkoholhabitus deutlich zugenommen. Studien gehen davon aus, dass rund 9 Millionen Menschen in Deutschland entweder Alkoholabhängig sind oder zu mindestens einen kritischen Umgang im Konsumverhalten pflegen. Wird Alkohol in Maßen und als Ausnahme genossen, so ist das unter gesundheitlichen Aspekten weitestgehend unbedenklich. Doch gerade junge Menschen sind potenziell gefährdet, weil sie oftmals kaum an ihre Gesundheit denken. Eine frühzeitige Aufklärung sollte auch ein Auftrag der Eltern sein. (sb, 20.09.2010)

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Bild: Sigrid Rossmann /pixelio.de