Alkoholbedingte Krankenhausbehandlung nehmen zu

Fabian Peters

Immer mehr Menschen müssen wegen alkoholbedingter psychischer Erkrankungen stationär versorgt werden

22.07.2013

Drastischer Anstieg der alkoholbedingten stationären Krankenhausbehandlungen in Schleswig-Holstein und Hamburg. Der seit Jahren zu beobachtende bedenkliche Trend setzt sich den aktuellen Zahlen des Statistikamtes Nord zufolge weiter fort. Demnach müssen immer mehr Menschen wegen „psychischer und Verhaltensstörungen, die durch den Konsum von Alkohol ausgelöst wurden, vollstationär in einem Krankenhaus behandelt“ werden. In Schleswig-Holstein stiegt die Anzahl derartiger Behandlungen im Jahr 2011 laut Mitteilung des Statistikamts Nord um rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Hamburg sogar um ganze zehn Prozent.

Insgesamt wurden in Schleswig-Holstein im Jahr 2011 mehr als 13.600 Menschen stationär wegen ihrer alkoholbedingten psychischen Erkrankungen behandelt. In Hamburg traf dies den offiziellen Zhalen zufolge bei rund 6.500 Personen zu. Die mittelfristigen Angaben, welchen den Zeitraum von 2006 bis 2011 umfassen zeigen dabei eine besorgniserregende Entwicklung. In Schleswig-Holstein ist die Anzahl der stationären Behandlungen aufgrund alkoholbedingter psychischer Erkrankungen seit dem Jahr 2006 um 16 Prozent gestiegen, in Hamburg um 25 Prozent. Männer waren hierbei deutlich häufiger betroffen als Frauen (72 Prozent in Schleswig-Holstein, 73 Prozent in Hamburg). Circa die Hälfte aller vollstationär versorgten Patientinnen und Patienten war sowohl in Hamburg als auch in Schleswig-Holstein zwischen 40 und 54 Jahren alt.

Chronischer Alkoholismus häufigste Ursache der stationären Behandlungen
Von den im Jahr 2011 beendeten alkoholbedingten Klinikaufenthalten sei in Schleswig-Holstein bei 47 Prozent (Hamburg 63 Prozent) ein Abhängigkeitssyndrom beziehungsweise chronischer Alkoholismus diagnostiziert worden. Bei 31 Prozent der Behandlungsfälle in Schleswig-Holstein (16 Prozent in Hamburg) war eine akute Alkoholvergiftung Auslöser des Klinikaufenthaltes und bei 16 Prozent (14 Prozent in Hamburg) hatten die Entzugserscheinungen infolge der Alkoholsucht die Krankenhausbehandlung erforderlich gemacht. Auf 1.000 Einwohner in Schleswig-Holstein entfielen im Jahr 2011 fünf alkoholbedingte Krankenhausbehandlungen, in Hamburg vier. Während in den letzten Jahren vermehrt über die Alkoholprobleme von jungen Menschen diskutiert wurde, scheint angesichts des hohen Anteils der 40 bis 54-Jährigen hier dringend ein Umdenken erforderlich, um auch diese Altersgruppe angemessen mit entsprechenden Präventionskampagnen zu erreichen. (fp)

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