Allergen gegen Apfelallergie entdeckt

Astrid Goldmayer

Spezifisches Allergen gegen Apfelallergie entdeckt

18.10.2012

Menschen, die vor allem allergisch auf Birke, Erle und Hasel reagieren, leiden häufig auch an einer Nahrungsmittelallergie. Rund 50 Prozent der Birkenpollenallergiker vertragen Nüsse sowie einige rohe Obstsorten, zu denen Äpfel, Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Kirschen und Mandeln gehören, nicht. Auch einige Gewürze können problematisch sein. Die Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern des Instituts für Pathophysiologie und Allergieforschung der "MedUni" Wien können Betroffenen möglicherweise Linderung verschaffen. Mit Allergen sollen Birkenpollenallergiker für Äpfel desensibilisiert werden.

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Bei „Apfelallergie“ Juckreiz und Rötungen in Mund und Rachen
Allein in Deutschland schätzen Experten die Zahl der Pollenallergiker auf rund 25 Millionen. Viele leiden unter einer sogenannten Kreuzallergie, die zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten führt. Bei Birkenpollenallergiker betrifft die Kreuzallergie vor allem Nüsse und Obstsorten aus der Familie der Rosengewächse wie Äpfel und Birnen. Betroffene klagen beim Verzehr dieser Nahrungsmittel über Schwellungen, Rötungen und Juckreiz im Mund- und Rachenraum.

Zwar können Impfungen bei Pollenalleriker den Heuschnupfen unter Kontrolle bringen, auf Kreuzallergien hat das in der Regel jedoch keinen Einfluss. Forscher der MedUni Wien haben jüngst ein Apfel-Allergen (Mal d 1) entdeckt, mit dem eine „Apfelallergie“ gut zu behandeln ist. Im Rahmen ihrer Untersuchung tropften sie das künstlich hergestellte Molekül Mal d 1 unter die Zunge von Birkenpollenallergikern, die auch an einer Kreuzallergie litten. Durch die Tropfen wurde dem Immunsystem der Verzehr eines Apfels suggeriert. Wie erwartet reagierte die Immunabwehr, die erste Anzeichen von Toleranz zeigte. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass die Betroffenen bei einer längeren Dauer der Behandlung weniger sensibel reagieren. Für Allergiker könnten die Studienergebnisse eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität bedeuten, da sie ihre Ernährungsweise aufgrund der Kreuzallergien zum Teil erheblich einschränken müssen. Eine geplante klinische Studie soll die Ergebnisse untermauern. (ag)

Bild: Günther Gumhold / pixelio.de