Allergie: Warten auf die Pollenexplosion

Fabian Peters

Allergiker bleiben bislang von starkem Pollenflug verschont

09.04.2013

Während den meisten Deutschen die wiederkehrenden Kälteeinbrüche zunehmend auf das Gemüt schlagen, hat das verhältnismäßig kühle Wetter für Pollenallergiker auch ein Gutes: Die erwartete Explosion des Pollenfluges hat sich zunächst verschoben. Die Luftbelastung mit Birkenpollen, auf die besonders viele Menschen allergisch reagieren, ist laut Mitteilung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) derzeit noch relativ gering.

Zwar sind bereits seit einiger Zeit Hasel- und Erlenpollen in der Luft, doch angesichts der kühlen Witterung halten sich die Konzentrationen bisher im Rahmen. Zudem reagieren deutliche weniger Menschen allergisch auf die Pollen von Erle und Hasel, als beispielsweise auf Birkenpollen. Laut Angaben des DAAB leiden rund 15 Prozent der Bevölkerung an Heuschnupfen beziehungsweise einer Pollenallergie. Für sie hat der lange Winter den Vorteil, dass sie sich auch derzeit noch ohne die lästigen Heuschnupfen-Symptome im Freien aufhalten können.

Bislang nur wenig Pollen in der Luft
Das Wetter spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Blütenstandes der einzelnen Pflanzenarten. Selbst die Frühblüher wie Hasel und Erle, deren Pollen bereits in den Wintermonaten fliegen, bedürfen eines Mindestmaßes an Sonne und Wärme. Die wiederholten Kälteeinbrüche und die geringe Anzahl der Sonnenstunden haben hier dazu beigetragen, dass sich bislang die Luftbelastung mit Hasel- und Erlenpollen eher in Grenzen hält. Laut Angaben der DAAB-Expertin Anja Schwalfenberg gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ ist auch die Birkenblüte derzeit noch im Anfangsstadium. Die anhaltende Kälte habe dazu geführt, dass die Blütenstände der Birken noch relativ klein sind und bislang kaum Birkenpollen in der Luft liegen.

Verbesserung der Pollenflugvorhersage geplant
Wie sich die Pollenbelastung in den kommenden Wochen entwickeln wird, ist bislang noch relativ unklar. Denn neben „weiteren Standort- und Wetterfaktoren“ hänge „die Blütenentwicklung von der Temperatur ab“, betonte Anja Schwalfenberg. Mit Hilfe eines neuen Frühwarnsystems sollen die Pollenallergiker sich in Zukunft jedoch deutlich besser über die tatsächliche Pollenbelastung der Luft informieren können, so die Mitteilung des DAAB. Auf Basis der Initiative „Heuschnupfen-Meldesystem“ solle die Pollenflugvorhersage deutlich verbessert werden. Hierfür sei es „sinnvoll, die aktuellen Beschwerden der Patienten mit einzubeziehen.“ Heuschnupfengeplagte sollen ihre Beobachtungen dem DAAB melden, damit diese anschließend in den Pollenflugkalender eingearbeitet werden können.

Pollenallergie verbunden mit einem erhöhten Asthma-Risiko
Heuschnupfen ist für die Betroffenen nicht nur lästig, da sie ständig unter Schnupfen, juckenden Augen und Niesattacken leiden, sondern die Pollenallergie birgt auch weitere gesundheitliche Risiken. So entwickelt laut Angaben des DAAB rund ein Drittel der Heuschnupfen-Patienten „ein ganzjähriges, allergisches Asthma.“ Darüber hinaus seien circa 60 Prozent der Pollenallergiker von einer Kreuzallergie betroffen. Der Pollenflug könne zudem „auch andere Allergien zum Beispiel auf Nahrungsmittel verstärken und Hautbeschwerden wie einen Neurodermitisschub auslösen“, berichtet der Deutsche Allergie- und Asthmabund. (fp)