Allergische Reaktionen auf Zahnersatz

Fabian Peters

Zahnersatz: Informationen zu den verwendeten Materialien wegen Allergie-Risiko aufbewahren

28.06.2013

Ein neuer Zahnersatz kann eine allergische Reaktion auslösen, wobei das Risiko mit der Anzahl verwendeter Materialien steigt, berichtet das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ) in einer aktuellen Pressemitteilung. Die Informationen zu den verwendeten Dentalmaterialien sollten die Patienten daher gut aufbewahren. Über 20.000 unterschiedliche Allergie-Auslöser seien bekannt und „Materialien, die bei Zahnersatz verwendet werden, können dazu gehören“, erläuterte der Leiter des wissenschaftlichen Beirats des KpZ, Professor Hans-Christoph Lauer.

Da ein Zahnersatz und damit die verwendeten Materialien meist Jahre oder sogar Jahrzehnte im Mund verbleiben, empfehlen die Experten des KpZ, die Informationen über den Zahnersatz, welche den Patienten mit der sogenannten Konformitätserklärung ausgehändigt werden, gut aufzubewahren. „Es kommt vor, dass ein Patient bis zu zwanzig verschiedene Materialien im Mund hat. Dadurch erhöht sich das Risiko einer allergischen Reaktion“, betonte Professor Jürgen Geis-Gerstorfer, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des KpZ. Es können sich wunde Stellen und Ekzeme im Mund bilden, die von schmerzhaftem Mundbrennen begleitet werden.

Konformitätserklärung muss ausgehändigt werden
Die Experten des KpZ berichten, dass die moderne Zahnmedizin und Zahntechnik heute zahlreiche unterschiedliche Materialien verwende, die von „Klebern, Zementen und Abformmaterialien über Kunststoffe und Keramiken bis hin zu Amalgam, Gold, Titan und Legierungen (Mischungen verschiedener Metalle)“ reichen. Mit der Vielzahl der angewandten Materialien haben sich jedoch nicht nur die Behandlungsmöglichkeiten verbessert, sondern auch das Risiko einer allergischen Reaktion ist gestiegen. Wer unter einer bekannten Allergie leidet, sollte daher seine „Zahnarztpraxis vor einer Therapie über kritische Materialien oder Medikamente in Kenntnis setzen“, so der Hinweis des KpZ. Anhand der Konformitätserklärung kann auch im Nachhinein noch festgestellt werden, welche Materialien sich bereits im Mund des Patienten befinden. Zahnärzte sind laut KpZ dazu verpflichtet, ihren Patienten bei einer Versorgung mit Zahnersatz am Ende der Behandlung die Konformitätserklärung auszuhändigen.

Allergische Reaktionen durch Metallmix im Mund der Patienten
Anhand der Konformitätserklärungen könne „der Zahnarzt dann bei nachfolgenden zahntechnischen Arbeiten nachvollziehen, welche Materialien bereits eingesetzt sind“, erklärte Professor Geis-Gerstorfer. Dies sei zum Beispiel besonders wichtig, wenn verschiedene metallische Werkstoffe bereits verwendet wurden und weitere eingesetzt werden sollen. Denn „Legierungen können sich elektro-chemisch unterscheiden“ und im Mund entsteht ein „Metallmix“, der möglicherweise zu Unverträglichkeiten führt, berichtet das KpZ. Als gut verträgliches Dentalmaterial empfehlen die Experten Keramik: „Vollkeramik sieht dem natürlichen Zahnschmelz täuschend ähnlich und gilt als besonders bio-kompatibel.“ Allerdings ist Keramik auch teuer und wird in der Regel nur zum Teil von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert. In jedem Fall sollten die Patienten das Thema Materialien den Empfehlung des KpZ zufolge im Vorfeld einer Therapie offen in ihrer Zahnarztpraxis besprechen. (fp)

Bild: Tobias Bräuning / pixelio.de

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