Allianz: Neuauflage der AktiMed Tarife

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Allianz Krankenversicherung: Neuauflage der AktiMed-Tarife
Nachdem die Vollversicherungstarifserie "AktiMed" der Allianz Private Krankenversicherung im Juni vom Bundesverwaltungsgericht für rechtswidrig erklärt wurde, hat die private Krankenversicherung Allianz diese neu kalkuliert und jetzt wieder auf den Markt gebracht.

AktiMed 2007 als neues Zugpferd eingeführt
Im Februar 2007 hatte die Allianz Private Krankenversicherung die Tarif-Serie „AktiMed“ als neues Zugpferd im Bereich der Vollversicherungen eingeführt. Die Versicherung konzentrierte ihr Geschäft bei den Vollversicherungen seither auf die neuen Tarife und schloss die meisten anderen Angebote in den entsprechenden Segmenten. Der drittgrößte private Krankenversicherer Deutschlands hatte bei den Vollversicherung seit längerem Marktanteile verloren und hoffte diese mit den AktiMed-Tarifen zurück zu gewinnen.

Die Finanzaufsicht BaFin klagte gegen die Allianz und bekam Recht
Die Finanzaufsicht BaFin stand dem Tarif "AktiMed" jedoch von Anfang an kritisch gegenüber. Denn das Versicherungsangebot war zwar deutlich günstiger als die Alttarife der Allianz Krankenversicherung, verlangte jedoch von einer stark gestiegenen Zahl der Kunden zusätzliche Risikozuschläge. Für Altkunden aus anderen Tarifen, die ihr Wechselrecht in Anspruch nehmen wollten, wurde unabhängig von ihrem Gesundheitszustand ein sogenannter „Tarifstrukturzuschlag" (meist 20 Prozent) erhoben, den die Allianz mit einer anderen Kalkulation der neuen Tarife begründete. Hierin sah die BaFin einen Verstoß gegen das Wechselrecht und verklagte die Allianz Private Krankenversicherung, woraufhin im Juni 2010 das Bundesverwaltungsgericht der BaFin in letzter Instanz Recht gab. So war die Versicherung gezwungen AktiMed vom Markt zu nehmen und die Kalkulation der Tarif-Serie entsprechend den Vorgaben des Gerichts neu zu gestalten. Da sie ihre übrigen Vollversicherungstarife großteils eingestellt hatte, konnte die Allianz Private Krankenversicherung den meisten Kundengruppen jedoch keine Alternative anbieten und war demnach für einige Monate nicht in der Lage am Wettbewerb um die freiwillig Versicherten und die Vollversicherten teilzunehmen.

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Mit der überarbeiteten Kalkulation hat diese selbst-verschuldete Zwangspause nun ein Ende. Dabei sind die AktiMed-Tarife im Rahmen der Neukalkulation jedoch im Schnitt um zwölf Prozent teurer geworden, die Risikozuschläge fallen hingegen zum Großteil weg und auf die „Tarifstrukturzuschläge“ verzichtet die Versicherung komplett. In der Steigerung sei die voraussichtliche Kostenentwicklung des Gesundheitssystem schon berücksichtigt, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Allianz Privaten Krankenversicherung, Maximilian Zimmerer. Den Altkunden, welche Ursache der BAFin-Klage waren, werden die von der Allianz zu Unrecht kassierten Tarifstrukturzuschläge erstattet. Genauere Angaben zu den Summen, die erstattet werden, der Zahl der AktiMed-Kunden oder dem neuen Kalkulationsmodell, wollte die private Versicherung bisher jedoch nicht machen. Entscheidend sei, dass sie „mit der Tarifserie AktiMed (…) wieder einen Vollversicherungsschutz für alle Kundengruppen“ anbieten erklärte Allianz-Chef Maximilian Zimmerer. (fp, 19.10.2010)