Alte Binsenweisheit: „Krank, dick und dumm“ durch Schlafmangel

Schlafmangel macht angeblich "kank, dick und dumm". Eine Musiktherapie kann für besseren Schlaf sorgen. (Bild: Jeanette Dietl/fotolia.com)
Alfred Domke
Gesundheitliche Probleme durch Schlafmangel: Musiktherapie kann Abhilfe schaffen
Gesundheitsexperten zufolge leidet etwa jeder zweite Erwachsene unter Schlafproblemen. Auch Kinder und Jugendliche sind immer öfter betroffen. Schlafmangel kann mit gravierenden gesundheitlichen Problemen einhergehen. Eine Musiktherapie kann Abhilfe schaffen und für eine bessere Nachtruhe sorgen.

Schlafmangel kann gravierende Folgen haben
Immer mehr Menschen leiden unter chronischem Schlafmangel. Laut Experten hat etwa jeder zweite Erwachsene häufig Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen. Auch viele Kinder und Jugendliche leiden an permanentem Schlafmangel. Die Ursachen können vielfältig sein, die Auswirkungen gravierend. So können unter anderem das Immunsystem, der Hormonhaushalt, die Leistungsfähigkeit oder die Psyche angegriffen werden. Forschern der Paracelsus Universität Salzburg zufolge kann Musiktherapie Abhilfe schaffen.

Schlafmangel macht angeblich "kank, dick und dumm". Eine Musiktherapie kann für besseren Schlaf sorgen. (Bild: Jeanette Dietl/fotolia.com)
Schlafmangel macht angeblich „krank, dick und dumm“. Eine Musiktherapie kann für besseren Schlaf sorgen. (Bild: Jeanette Dietl/fotolia.com)

Erhöhtes Risiko für zahlreiche Krankheiten
In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte sich, dass Schlafmangel nicht nur zu chronischer Müdigkeit führt, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht. Außerdem belegte eine Studie von Wissenschaftler der University of California in San Francisco, dass wer wenig schläft, sich viel öfter erkältet. Wie der Schlaf-Psychologe und Buchautor Prof. Dr. Günther W. Amann-Jennson in einer Meldung der Nachrichtenagentur APA erläuterte, gibt es insgesamt mehr als 100 Formen von Schlafstörungen, die Mitursache von Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Diabetes sein können.

Verschiedene Auslöser für schlechten Schlaf
Auslöser für schlechten Schlaf könnten unter anderem Stress, internistische Probleme wie Bluthochdruck, Depressionen oder Herz- beziehungsweise Lungenerkrankungen sein. „Im Volksmund heißt es, zu wenig Schlaf mache krank, dick und dumm. Wie so häufig besitzt auch diese Binsenweisheit einen wahren Kern“, meinte die Präsidentin der Gesellschaft für psychosomatische Medizin, Heidemarie Abrahamian. Demnach liefen Menschen, die zu wenig schlafen, Gefahr, Gedächtnisstörungen und Infektionen zu riskieren oder Gewicht zuzulegen. Forscher haben mittlerweile auch herausgefunden, wieso Schlafmangel uns Menschen hungrig macht und daher oft zu Übergewicht führt. Offenbar ist ein cannabisähnlicher Stoff für die schwächelnde Selbstkontrolle verantwortlich.

Einfache Hausmittel gegen Schlafprobleme
Wenn die Störungen nicht chronisch sind, sondern akut, können pflanzliche Hausmittel bei Schlafstörungen wie Lavendel helfen. Auch Baldrian hilft bei Schlafproblemen. Wie Abrahamian laut APA hervorhob, sei es wichtig, die Schlafstörungen zu behandeln und zu versuchen, der Ursache auf den Grund zu gehen. Experten zufolge kann Protokoll führen Betroffenen helfen, die möglichen Auslöser zu finden. Von Schlafmitteln rät die Expertin – außer in Ausnahmefällen – ab. Diese seien nicht empfehlenswert, weil sie lediglich Symptome lindern, ohne die Wurzel des Problems zu bekämpfen und zudem ein hohes Suchtpotenzial haben. Es wäre wichtig, Schlafstörungen als „gesamte Erkrankung“ zu sehen und sie „nicht als Symptom zu behandeln“.

Musiktherapie kann Betroffenen helfen
Eine Möglichkeit, die Betroffenen helfen kann, ist eine Musiktherapie. Wie Vera Brandes, Leiterin des Forschungsprogramms MusikMedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg, bei einem Pressegespräch am Dienstag in Wien sagte, sei die positive Wirkung von Musik auf den menschlichen Körper insbesondere in den vergangenen 20 Jahren in zahlreichen Studien nachgewiesen worden. So helfe das Hören von Musik vor allem beim Abbau von Stress und angestauten Emotionen, bei der Stärkung des Immunsystems sowie der Förderung des hormonellen Gleichgewichtes. Musiktherapie sei dadurch insbesondere zur Behandlung von Schlafstörungen geeignet. Wie es heißt, soll ein Soundkissen, welches mit einem speziellen Player verbunden ist, die Stimulation durch die Musik während des Schlafes ermöglichen. Laut der Expertin soll die Therapie durch ihre entspannende Wirkung zu tieferem Schlaf verhelfen, wodurch die Regenerationskraft von Körper und Psyche angeregt werde. (ad)

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